World Vision Schweiz

Liberia: World Vision befürchtet verheerendes Machtvakuum

    Dübendorf/Monrovia (ots) - Sollte Liberias Staatspräsident Charles Taylor wie gefordert über Nacht zurücktreten und fliehen, droht das Land im Chaos zu versinken, warnt Daniel Bärtschi, Programmleiter der Hilfsorganisation World Vision Schweiz. Er verweist auf die Situation in Somalia 1992. Damals fiel die Hauptstadt Mogadischu in die Hände von bewaffneten Banden. In der Folge gelang es nicht einmal den UN-Truppen, die Lage zu kontrollieren.

    "Wenn Taylor ins Exil geht, bevor eine militärische Eingreiftruppe im Land ist, gibt's in Monrovia den totalen Kollaps", befürchtet Bärtschi. Taylors Soldaten haben schon seit Wochen keinen Sold mehr erhalten. Bei einem politischen Machtvakuum würden sie sich einfach holen, was sie noch können, so Bärtschi.

    Unterdessen präsentiert sich die humanitäre Situation in Monrovia noch immer instabil. Zurzeit arbeiten noch 25 einheimische World Vision-Mitarbeiter in der liberianischen Hauptstadt. Nach Angaben von World Vision Liberia befinden sich rund 300'000 Flüchtlinge in der Hauptstadt. Rund 60'000 Vertriebene versuchen, im Samuel K. Doe- Stadion Zuflucht zu finden. Andere übernachten in Schulen, Spitälern oder im Freien. Der Mangel an ausreichender Hygiene und sauberem Wasser wird zu einem immer grösseren Problem. Choleraerkrankungen nehmen rapide zu. Die Ärzte im John F. Kennedy-Spital sind an ihren Grenzen angelangt.

    In dieser Situation verstärkt World Vision seine Hilfe. In Zusammenarbeit mit dem UNO-Welternährungsprogramm (WFP) verteilen Mitarbeiter schon seit Jahresbeginn dringend benötigte Nahrungsmittel an die Vertriebenen. Zusätzlich nahm World Vision eine Impfaktion ins Gesundheitsprogramm auf. Im Rahmen der Aktion wurden bisher mehr als 2'000 Frauen im gebärfähigen Alter gegen Tetanus geimpft. Das Gesundheitsprogramm startete vor rund drei Wochen. Fast 6'000 Kinder wurden seither gegen Masern geimpft.

    Der Schutz der Vertriebenen ist ein zentrales Anliegen von World Vision. Deshalb befürwortet World Vision Schweiz die Überlegungen, Schutzzonen für Flüchtlinge nahe Monrovia einzurichten. Ausserdem sollte eine internationale Übergangsverwaltung nach Vorbild von Osttimor die wichtigen politischen Strukturen sicherstellen. "Unter Kontrolle der UNO sollten Polizei, Verwaltung und Staatsapparat wieder errichtet werden", präzisiert Bärtschi. Eine Rolle für die Rebellengruppen in Liberia sieht er dabei kaum: "Lurd und Model sind Gangsterbanden."

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Kontakt: Daniel Schindler
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