Bundesamt für Gesundheit

Gesamtstrategie des Bundes "Migration und Gesundheit 2002-2006"

Massnahmen vom Bundesrat zur Kenntnis genommen

    Bern (ots) - Der Bundesrat hat die Gesamtstrategie des Bundes "Migration und Gesundheit 2002-2006" zur Kenntnis genommen. Ausgearbeitet wurde sie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), dem Bundesamt für Ausländerfragen (BFA) und der Eidgenössischen Ausländerkommission (EKA), mit dem Ziel, die Gesundheit der Migrantinnen und Migranten in der Schweiz zu verbessern. Diese Strategie, die im Rahmen des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierten Ziels "Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert" erfolgt, fand letztes Jahr in der Vernehmlassung bei den Kantonen und den Gemeinden sowie bei den verschiedenen Fachleuten des Bereichs breite Unterstützung. Das Engagement des Bundes für die Migrationsbevölkerung in der Schweiz, das zu Beginn der 90er Jahre insbesondere im Rahmen der Bekämpfung von HIV/Aids verstärkt wurde, bildet die Grundlage der Strategie 2002-2006. Die Umsetzung dieser Strategie würde den Bund jährlich zwischen vier und sieben Millionen Franken kosten.

    Der Gesundheitszustand der Migrationsbevölkerung in der Schweiz ist oft schlechter als derjenige vergleichbarer Gruppen der Schweizer Bevölkerung. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen will der Bund diese Unterschiede reduzieren und damit einen Beitrag zu einer besseren Integration der Migrantinnen und Migranten leisten. Eine vom BAG geleitete Projektgruppe, die sich aus den wichtigsten Fachleuten zusammensetzt, wird mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen beauftragt. Diese umfassen folgende fünf Interventionsbereiche:

    - Bildung: Die grösste Bedeutung wird der Aus- und Weiterbildung der Migrantinnen und Migranten in den Bereichen Dolmetschen und interkulturelle Vermittlung sowie der Ausbildung des medizinischen Personals in migrationsspezifischen Fragen beigemessen. Damit soll die Verständigung zwischen den Migrantinnen und Migranten und dem Fachpersonal verbessert werden.

    - Information, Prävention und Gesundheitsförderung: Geplant sind zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Informationen zum schweizerischen Gesundheitssystem, in der Krankheitsprävention und in der Gesundheitsförderung bei und mit der Migrationsbevölkerung.

    - Gesundheitsversorgung: Leicht zugängliche Gesundheitsangebote und Vermittlungsstellen sollen in den bestehenden Gesundheitsinstitutionen gefördert werden.

    - Therapieangebote für Traumatisierte: Zum einen soll das bestehende Angebot insbesondere für Traumatisierte mit längerfristiger Aufenthaltsperspektive verbessert werden. Zum anderen wird vorgeschlagen, leicht zugängliche, dezentralisierte Angebote vor allem für Traumatisierte mit ungeklärter Aufenthaltsperspektive aufzubauen.

    - Forschung: Spezifische Untersuchungen zu Migration und Gesundheit, insbesondere die problemorientierte Grundlagenforschung, sollen gefördert werden. Schliesslich sollen die Massnahmen der vorliegenden Strategie evaluiert werden.

    Das EDI hat zudem entschieden, die Preissumme - rund 130'000 Franken - des Bertelsmann-Preises, mit dem die Schweiz im September 2000 für bestimmte fortschrittliche Aspekte des KVG ausgezeichnet wurde, zur Unterstützung von Gesundheitsprojekten im Migrationsbereich einzusetzen.

    Das Strategiepapier "Migration und Gesundheit 2002-2006" sowie die Analyse des Vernehmlassungsverfahrens sind auf folgender Internetseite verfügbar: http://www.bag.admin.ch/sucht/migration/d/index.htm

ots Originaltext: BAG
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
Thomas Spang
Leiter Fachstelle Migration und Gesundheit, BAG
Tel. +41/31/322'95'05

Eidgenössisches Departement des Innern
Informationsdienst

Beilage: Überblick Strategiepapier



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