Lungenliga Schweiz / Ligue pulmonaire Suisse / Lega polmonare svizzera

(K)ein Ende der Tuberkulose in Sicht?

Bern (ots) - Am 23. Tuberkulose-Symposium der Lungenliga diskutierten nationale und internationale ExpertInnen kontrovers über die Zukunft der Tuberkulose in der Schweiz. Ist es möglich, die weltweit zweithäufigste tödliche Infektionskrankheit bei uns auszurotten? Stehen wir kurz vor dem Durchbruch oder bleibt das Ende der Tuberkulose illusorisch?

Die Grosseltern fürchteten sich vor ihr: Tuberkulose war vor hundert Jahren in der Schweiz eine «Volkskrankheit», an der jährlich Tausende starben. Heute erkranken in der Schweiz noch etwa 500 Menschen pro Jahr, die Heilungschancen sind gut. Zum heutigen Welttag der Tuberkulose stellt sich die Frage: Ist Tuberkulose in der Schweiz bald Vergangenheit?

Globaler Trend weckt Hoffnung

Weltweit ist Tuberkulose die zweithäufigste tödliche Infektionskrankheit. Dank medizinischer Fortschritte und besserer Kontrolle der Krankheit ist der Trend neuer Fälle allerdings leicht rückläufig. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte Tuberkulose mit einem optimalen Einsatz aller zu Verfügung stehenden Mittel um das Jahr 2050 besiegt sein. Dazu braucht es aber die Ergänzung der Strategie mit besserer Kontrolle der Infektion, gesicherter Heilung aller Kranken und Kontrolle von zusätzlichen Einflussfaktoren wie HIV und Medikamentenresistenz. Verbesserte Medikamente und Impfstoffe könnten dazu beitragen. Dieses Jahr kommen wieder zwei neue TB-Medikamente auf den Markt - ein baldiges Ende der Tuberkulose ist gemäss Fachleuten alles andere als illusorisch.

In einer globalisierten Welt gibt es keine «Inseln»

Gegen dieses optimistische Szenario sprechen jedoch zahlreiche Hindernisse, die am Symposium zur Sprache kamen: Erstens wird Tuberkulose oft in einem fortgeschrittenen Zustand erkannt und erst behandelt, wenn die Patientinnen und Patienten andere Menschen schon angesteckt haben. Zweitens ist die Heilungsrate unbefriedigend, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einer resistenten Form der Tuberkulose. Drittens fehlt es in vielen Ländern an Medikamenten. Erschwerend kommt hinzu, dass es bis zum Ausbruch der Krankheit Jahre bis Jahrzehnte dauern kann. In der Schweiz erkranken meist ältere Menschen, die sich noch in der Kindheit angesteckt haben, oder Migrantinnen und Migranten, die aus Ländern stammen, in denen Krankheit deutlich häufiger ist, als in Europa. In einer globalisierten Welt wird es nicht gelingen, Tuberkulose in gewissen Regionen ganz auszurotten, ohne dass die Krankheit global unter Kontrolle steht.

Einig wurden sich die Fachleute am Tuberkulose-Symposium der Lungenliga nicht. Eines aber ist klar: zumindest kurzfristig ist kein Ende der Tuberkulose in Sicht. Umso wichtiger ist, dass das Wissen über die ansteckende Krankheit nicht verloren geht. Das Schweizer «Kompetenz-zentrum Tuberkulose», das die Lungenliga Schweiz im Rahmen eines Leistungsvertrages mit dem Bundesamt für Gesundheit führt, bewahrt Wissen, Können und Erfahrungen und gibt diese an Fachleute weiter. So ist sichergestellt, dass Tuberkulosekranke rasch die richtige Diagnose und Behandlung erhalten und die Bevölkerung vor Ansteckung geschützt bleibt.

Das Kompetenzzentrum Tuberkulose der Lungenliga

   - publiziert aktuelle Empfehlungen zur Tuberkulose-Bekämpfung und 
     -Behandlung,
   - bietet Weiterbildungen für Fachpersonen und Ärztinnen und Ärzte 
     an,
   - informiert Fachpersonen auf www.tbinfo.ch,
   - betreibt die Tuberkulose-Hotline 0800 388 388 für medizinisches 
     Personal 

Weitere Informationen unter:

www.lungenliga.ch/tuberkulose 
www.tbinfo.ch 
www.stoptb.org 

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Lungenliga Schweiz
Barbara Weber, Mediensprecherin
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b.weber@lung.ch



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