Kunsthistorisches Museum Wien

Francis Bacon und die Bildtradition im Kunsthistorischen Museum Wien

Die erste grosse Einzelausstellung in Österreich vom 15. Oktober 2003 bis 18. Januar 2004 im Kunsthistorischen Museum, Maria Theresien-Platz, 1010 Wien Pressekonferenz: Montag, 13. Oktober, 10.30 Uhr im Kunsthistorischen Museum Die Ausstellung wird von der Fondation Beyeler in Riehen/Basel übernommen und in der Zeit von 7. Februar bis 20. Juni 2004 gezeigt. Wien (ots) - Das Kunsthistorische Museum veranstaltet die erste grosse Einzelausstellung in Österreich, die dem 1909 in Dublin geborenen und bis zu seinem Tod 1992 in London lebenden Künstler Francis Bacon gewidmet ist. Die Ausstellung ist keine Retrospektive, sondern stellt das Werk Bacons erstmalig in der Bacon-Forschung in ein Netzwerk von Beziehungen zu den alten Meistern bis hin zu Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Idee zu dieser Ausstellung hatte Prof. Dr. Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums, das inhaltliche Konzept im Zusammenhang mit der Bildtradition und dem Werk Francis Bacons sowie die wissenschaftliche Umsetzung stammen von der freischaffenden Kuratorin Mag. Barbara Steffen, die in Los Angeles und New York gelebt hat und viele Jahre für das Guggenheim Museum tätig war. Sie hat diese Ausstellung für das Kunsthistorische Museum und die Fondation Beyeler bei Basel als Gastkuratorin zusammengestellt. Die Ausstellung umfasst rund 40 Werke von Francis Bacon und ebensoviele Werke anderer Künstler, unter ihnen Velázquez, Rembrandt, Tizian, Ingres, Degas, Schiele, Giacometti und Picasso sowie Filme von Eisenstein und Buñuel. Weiters werden erstmalig Fotovorlagen und Skizzen des Künstlers ausgestellt, die er in seinem Atelier aufbewahrte und als Inspirationsquellen für seine Ölbilder dienten. Dieses Material ist seit 1998 im Besitz der Hugh Lane Municipal Gallery of Modern Art in Dublin, wo Bacons Atelier nach seinem Tod wieder aufgebaut wurde. Aus dem Fundus der Studiovorlagen - Abbildungen aus Kunstbüchern und Magazinen, Photographien und frühen Zeichnungen - hat die Kuratorin 71 Exemplare ausgesucht, die den Zusammenhang zwischen Bacon und seinen Vorbildern veranschaulichen. Die Ausstellung ist in folgende Themenkreise gegliedert: die Tradition des Papstportraits, Bacons Papstbilder, das Motiv "der Schrei" bei Bacon, das Motiv des Käfigs, Bacon und der Surrealismus, Bacon und Van Gogh, der Bildtypus des Triptychons, Portrait und Selbstportrait, die Repräsentation des Körpers im Zusammenhang mit Ingres und Velázquez, das Spiegelmotiv in Bacons Werk und andere. Unter den Hauptwerken der Ausstellung befindet sich zum Beispiel das Triptychon Three Studies for a Crucifixion von 1962 aus dem New Yorker Guggenheim Museum, das schon seit vielen Jahren nicht mehr ausserhalb der USA gezeigt wurde. Weiters werden Werke aus amerikanischen Privatsammlungen präsentiert, die teilweise zum ersten Mal in Europa zu sehen sind. Neben sechs Versionen des schreienden Papstes sind unter anderem Variationen über ein zerstörtes Selbstportrait von Van Gogh zu sehen. Unter den Werken der anderen Künstler befindet sich Tizians Portrait von Kardinal Filippo Archinto (um 1560) aus dem Philadelphia Museum of Art, sowie das Portrait von Papst Paul III. (1546), ebenfalls von Tizian, aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien. Gezeigt wird ausserdem Jean Auguste Dominique Ingres' Oedipus und die Sphinx (1826-27) aus der National Gallery in London, ein direktes Vorbild für Bacons Version dieses Themas. Von Edgar Degas wird ein Pastell zu sehen sein, das veranschaulicht, warum Bacon besonders von der Malweise dieses Künstlers beeindruckt war. Zum ersten Mal in der Bacon-Forschung werden Picassos Zeichnungen von Badenden aus den späten zwanziger Jahren Bacons surrealistischen Zeichnungen aus den frühen dreissiger Jahren, dem Beginn seiner künstlerischen Arbeit, gegenübergestellt. Picassos Frau in einem Sessel (1939) aus der Berliner Sammlung Berggruen ist ein weiteres prominentes Werk in der Schau. In der Ausstellung werden auch die Filme Panzerkreuzer Potemkin von Sergej Eisenstein und Luis Buñuels/Salvador Dalis Andalusischer Hund gezeigt, aus denen Francis Bacon in seinen Bildern einzelne Szenen und Standfotos verarbeitet hat. Begleitend zur Ausstellung werden Vorträge von internationalen Bacon-Experten stattfinden. Ausserdem erscheint ein Katalog zur Ausstellung, der von Wilfried Seipel und Barbara Steffen gemeinsam herausgegeben wird. Weitere Ausstellungseröffnungen des Kunsthistorischen Museums im Oktober 2003: MILAN MARKOVICH Malerei und Zeichnung Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palais Harrach, Freyung 3, 1010 Wien vom 7. bis 19. Oktober 2003 Pressegespräch am Montag, dem 6. Oktober 2003 um 18 Uhr im Palais Harrach Milan Markovich gehört zu jenen Künstlern, die sich in ihrer besonderen Konzentration auf das eigene schöpferische Werk einen wachsenden Anspruch im österreichischen und internationalen Kunstgeschehen erworben haben. Längst steht er nicht mehr am Rande des sich immer rasanter entwickelnden Kunstschaffens unserer Zeit, sondern zählt zum unabdingbaren Bestand, ja zur Substanz künstlerischer Produktion des zeitgenössischen Kunstschaffens Österreichs. GLANZ DES EWIGEN Der Wiener Goldschmied Joseph Moser (1715-1801) Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums in der Alten Geistlichen Schatzkammer Hofburg - Schweizerhof, 1010 Wien vom 22. Oktober 2003 bis 19. Jänner 2004 Pressegespräch am 21. Oktober, 10.30 Uhr in der Alten Geistlichen Schatzkammer Die vom Diözesanmuseum St. Pölten und vom Kunsthistorischen Museum Wien gemeinsam organisierte Ausstellung vermittelt einen breiten Überblick über das reiche Oeuvre Joseph Mosers, einem der bedeutendsten Wiener Goldschmiede der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Monstranzen, Messkelche und sonstiges Altargerät aus vergoldetem Silber, zumeist mit reichem Juwelenbesatz, sowie Reliquiare werden in der Alten Geistlichen Schatzkammer präsentiert. HANS ROBERT PIPPAL (Wien 1915 - Wien 1998) ZWISCHEN INNOVATION UND TRADITION Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palais Harrach, Freyung 3, Wien I vom 25. Oktober bis 30. November 2003 Pressekonferenz am Freitag, dem 24. Oktober 2003, um 10.30 Uhr im Palais Harrach Heute ist Hans Robert Pippal in erster Linie durch seine Wienbilder bekannt, mit denen er seiner Geburtsstadt, der er ungeachtet vieler Reisen stets treu blieb, in einer unverwechselbaren "Handschrift" ein Denkmal setzte. Weitgehend in Vergessenheit geraten ist indes, dass sein umfangreiches Oeuvre auch Werke mit ganz anderer Thematik und in vielen weiteren künstlerischen Techniken umfasst, das geprägt ist durch die Anwendung mehrerer - aus der Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne Frankreichs gewonnener - Stilmittel. Aus Anlass der Ausstellung erscheint im Böhlauverlag, Wien, das Buch "Hans Robert Pippal. Zwischen Innovation und Tradition". DIE MODERNE MEDAILLE IN ÖSTERREICH Ferdinand Welz und seine Schule Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums vom 25. Oktober 2003 - 31. Mai 2004 1010 Wien, Maria Theresien Platz Die moderne Kunstmedaille geht in Österreich wesentlich auf Ferdinand Welz zurück. Dieser wurde im Jahre 1915 in Wien geboren, wo er noch heute tätig ist. Er ist als Graveur und Bildhauer ausgebildet und leitete durch seine Lehrtätigkeit eine regelrechte Renaissance der Kunstmedaille ein. Die Ausstellung zeigt nun einen umfassenden Überblick über das Schaffen von Ferdinand Welz, wobei auch seine rundplastischen Arbeiten einbezogen werden. Daneben werden mit Michael Norz, Wolfgang Pichl, Louise Höfinger, Helmut Zobl u. a. seine profiliertesten Schüler vorgestellt ots Originaltext: Kunsthistorisches Museum Wien Im Internet recherchierbar: www.presseportal.ch Kontakt : Kunsthistorisches Museum mit MVK und ÖTM Abt. für Öffentlichkeitsarbeit und Presse Mag. Annita Mader 1010 Wien, Burgring 5 Tel.: +43-(0)1-525'24'404 Fax: +43-(0)1-525'24'371 E-Mail:info.pr@khm.at Internet: http://www.khm.at/bacon

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