Pro Infirmis Schweiz

Pro Infirmis Schweiz muss Ausbildungsplätze streichen.

    Zürich (ots) - Auf Mitte des nächsten Jahres wird Pro Infirmis Schweiz die Ausbildungsplätze für Praktikantinnen und Praktikanten in der Sozialarbeit streichen. Dieser Schritt wird nötig, um das Defizit der Organisation für das Jahr 2002 in verantwortbarem Rahmen halten zu können.

    Die Geschäftsleitung von Pro Infirmis Schweiz bedauert, diese unpopuläre Massnahme ergreifen zu müssen. Um in der herrschenden angespannten Finanzlage das Herzstück der Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung weiterhin erbringen und für die Zukunft sichern zu können, ist neben andern Sparmassnahmen auch dieser schmerzhafte Eingriff nötig. Dienstleistungen wie z.B. die kostenlose Sozialberatung, Bauberatung, Begleitung  sowie die Entlastungsdienste und die individuellen Finanzhilfen für behinderte Menschen und ihre Angehörigen, diese wichtigen Kerndienstleistungen will und muss Pro Infirmis auch in schwierigen Zeiten erbringen können.

    Pro Infirmis ist sich bewusst, wie wichtig es ist, dass in der Ausbildung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern Ausbildungs- und Praktikumsplätze angeboten werden. In Zeiten fehlender oder knapper Finanzmittel muss sich aber auch eine Non-Profit-Organisation auf das eigentliche Kerngeschäft besinnen. Das Anbieten von Ausbildungsplätzen gehört nicht dazu. Pro Infirmis beschäftigt zur Zeit in den 50 kantonalen Geschäfts und Beratungsstellen rund 15 Praktikantinnen und Praktikanten. Sollte sich die finanzielle Situation nicht entschärfen, müssten künftig sämtliche ca. 40 Ausbildungsplätze gestrichen werden.

    Von den jährlich rund 54 Millionen Gesamtkosten der grössten Behindertenorganisation kommen rund 55 % vom Bundesamt für Sozialversicherung, von den Kantonen und Gemeinden. Die restlichen Mittel, also rund 24 Millionen Franken pro Jahr, muss Pro Infirmis durch private Mittelbeschaffung zusammentragen.

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