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FinanzNachrichten.de-Exklusivinformation: Brokat plant Rückkauf von Anleihe

    Wien (ots) - Wie der Börsendienst FinanzNachrichten.de (http://www.FinanzNachrichten.de) aus gut informierten Kreisen erfahren konnte, plant die am Neuen Markt notierte Brokat AG den Rückkauf der 2010 fälligen Anleihen (Börse Berlin, WKN 522.192). Das Unternehmen war aufgrund hoher Verluste und sinkender liquider Mittel kürzlich ins Gerede gekommen. "Die 125 Mio. Euro sind die einzigen nennenswerten langfristigen Verbindlichkeiten", berichtet FN-Redakteur Markus Meister. "Nur ohne diese Schulden kann die Firma die Gewinnschwelle jemals erreichen".

    Beteiligungsverkäufe nach Riesenverlusten

    Das Stuttgarter Software-Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr 2001 einen Umsatz von 71,2 Mio. Euro bei einem operativen Verlust (EBITDASO) von 71,0 Mio. Euro. In der Halbjahresbilanz zum 30.6.2001 veröffentlichte Brokat einen Bargeldbestand von 40,7 Mio. Euro.

    Am 24.7.2001 berichtete Brokat von Verhandlungen zur "Restrukturierung der Anleihe". Die im März 2000 emittierte Anleihe hat einen Kupon von 11,5 % (halbjährlich fällig per 30.9. und 30.3.), ein Volumen von 125 Mio. Euro und eine Endfälligkeit zum 31.3.2010. In der Konzernbilanz vom 30.6.2001 setzten sich die langfristigen Schulden Brokats aus diesem Bond und 0,464 Mio. Euro sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten zusammen.

    Am 16.8.2001 gab das Unternehmen den Verkauf des Geschäftsbereiches Personalisierungs-Software und des Produktgeschäftes der ehemaligen Gemston Systems bekannt. Der Verkaufserlös lag bei 21,7 Mio. USD oder umgerechnet 23,8 Mio. Euro.

    Am 24.8.2001 veröffentlichte Brokat den Verkauf des Geschäftsbereiches Mobile Business um 42 Mio. Euro und der US-amerikanischen Sparte Financial Applications um 23,1 Mio. Euro.

    Brokat kauft Anleihen am Markt

    Am 30.9. werden die Halbjahreszinsen der Anleihe (7,2 Mio. Euro) fällig. "Wir schätzen, dass das Unternehmen zu diesem Stichtag liquide Mittel und Forderungen aus Beteiligungsverkäufen von etwa 109,6 Mio. Euro besitzt. Davon stammen 40,7 Mio. Euro aus dem Cash-Bestand zum 30.6.2001 sowie 88,9 Mio. Euro aus der durch Verkäufe gewonnen Liquidität. Dies abzüglich von geschätzten 20 Mio. Euro Verlust."

    "Da die Anleihe derzeit an der Berliner Börse bei etwa einem Drittel des Nominalwertes notiert, könnte sich die Firma theoretisch um 41,7 Mio. Euro entschulden". Die Differenz zu 125 Mio. Euro wäre ein Buchgewinn von über 80 Mio. Euro. "Deshalb erscheint uns die Information eines Rückkaufes, die wir aus einer firmennahen zuverlässigen Quelle erhalten haben, auch sehr plausibel", meint Meister.

    Im ersten Halbjahr erlöste das Unternehmen mit 1.100 Mitarbeitern 71,2 Mio. Euro. "Brokat neu" soll nach Angaben von Finanzvorstand Michael Janssen vom Freitag rund 170 Mitarbeiter beschäftigen. Würde der Umsatz im selben Verhältnis wie die Mitarbeiterzahl abnehmen, so könnte die Firma mit 22 Mio. Euro Jahresumsatz wohl schwer 14,4 Mio. Euro Zinsen bezahlen.

    "Wir beschäftigen uns seit mehreren Monaten intensiv mit Brokat und verfolgen jede noch so leise Bewegung", berichtet Meister. Vor zwei Monaten wurde die Anleihe bei einem Kurs von 23 % auch in das Musterdepot von FinanzNachrichten.de aufgenommen. Das Kursziel von 40 % wurde am vergangenen Freitag aufgrund der positiven Ad hoc-Mitteilung der Firma auf 50 % erhöht. "Wir schätzen, dass Brokat nun Anleihen bis zu Kursen von 40-45 % kaufen wird und es dann ein Restrukturierungsangebot geben wird", meint Meister. "Damit dieses von den Anleihe-Gläubigern angenommen wird, müsste es aber zumindest 25 % der Forderung in bar und maximal 75 % in Form von Aktien beinhalten. Am Ende bleibt vermutlich eine kleine schuldenfreie Brokat AG übrig, die vielleicht schon nächstes Jahr erste Gewinne schreibt."

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