Bundesamt für Veterinärwesen

BVET: 55. Tagung der Walfangkommission (IWC)

      (ots) - Die 55. Jahrestagung der IWC, an der eine schweizerische Delegation
teilgenommen hat, fand vom 16. bis 19. Juni 2003 in Berlin
(Deutschland) statt. Die IWC hat beschlossen, sich in Zukunft
vermehrt dem Walschutz anzunehmen. Allerdings ist das Gesprächsklima
der IWC nach wie vor schlecht; wirkliche Diskussionen zu Problemen
und Anträgen im Hinblick auf eine Einigung werden nicht geführt.
Die schweizerische Delegation zeigt sich mit dem Ausgang der Tagung
angesichts der verfahrenen Situation innerhalb der IWC befriedigt:
Die Walfangkommission hat beschlossen, dass sie sich in Zukunft
vermehrt den Gefährdungen der Walbestände durch andere Gefahren als
die Bejagung annehmen will. Sie hat beschlossen, einen neuen
Ausschuss einzusetzen, der sich verstärkt mit Schutzmassnahmen
beschäftigen wird. Allerdings wird dieser Ausschuss nicht von allen
Ländern mitgetragen, die in der Kommission vertreten sind. So hat
Japan bereits erklärt, dass es sich an den Arbeiten dieses
Ausschusses nicht beteiligen werde. Die Schweiz hat dem neuen
Ausschuss zugestimmt, da in diesem Fragen angesprochen werden
können, die nicht direkt mit dem Fang von Walen zusammenhängen: Die
Zerstörung des Lebensraums, chemische Schadstoffe, der Klimawandel,
der sogenannte «Beifang» in Fischernetzen und die zunehmenden
Störungen durch Lärm sowie die Kollision mit Schiffen gefährden
heutzutage die Wale mehr als die Bejagung. Die Errichtung dieses
Ausschusses wird deshalb von der Schweiz begrüsst.
Die Einsetzung dieses Ausschusses bedeutet aber nicht, dass die
Internationale Walfangkommission nun in eine Internationale
Walschutzkommission umgewandelt würde: Die Kommission hat nach wie
vor die Aufgabe – unter Beachtung, dass die Meeressäuger einen
Reichtum darstellen, der den zukünftigen Generationen erhalten
werden muss –, die Walfangaktivitäten zu regeln. Die Schweiz wird
deshalb die Arbeiten der Kommission für einen neuen
Bewirtschaftungsplan weiterhin verfolgen. Die Schweiz ist  – wie
auch andere Länder – der Überzeugung, dass die Annahme eines
einschränkenden Bewirtschaftungsplans, der von allen Ländern
eingehalten werden muss, die Situation der Walbestände gegenüber der
heutigen Situation verbessern würde. An der diesjährigen Tagung sind
allerdings diesbezüglich keine Fortschritte erzielt worden.
Die Kommission konnte sich zum wiederholten Male nicht über die
Errichtung neuer Schutzgebiete im Südpazifik und im Südatlantik
einigen. Die Schweiz hat der Errichtung der neuen Schutzgebiete
zugestimmt, da diese – wie bei uns Jagdbanngebiete – den Tieren ein
Rückzugsgebiet geben.
Die Aufhebung des seit 1986 geltenden Moratoriums für den
kommerziellen Walfang stand nicht zur Diskussion. Auch wurden die
Anträge Japans auf die Zuteilung von Quoten für einen Walfang in der
Küstennähe abgelehnt.
Die Schweizer Delegation bestehend aus dem Delegationsleiter Dr.
Thomas Althaus (Bundesamt für Veterinärwesen) und Martin Krebs (EDA,
Politische Abteilung III) wünscht sich, dass in Zukunft die
Diskussionen der Internationalen Walfangkommission weniger
polarisiert sind und sich die Walfangbefürworter und Walfanggegner
nicht mehr so unversöhnlich gegenüber stehen und auf Kompromisse
einigen können – zum Wohle der Wale.
BUNDESAMT FÜR VETERINÄRWESEN
Medien- und Informationsdienst
Auskunft: Thomas Althaus, Leiter Artenschutz 031 / 323 85 08



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