Bundesamt für Veterinärwesen

BVET: Ferkelkastration: gleiche Absicht, anderer Weg

      (ots) - Das heute durch den Schweizer Tierschutz STS breit
bekanntgemachte Kastrationsverbot für Ferkel ab 2009 in Norwegen hat
keinen Einfluss auf das entsprechende Vorgehen in der Schweiz: Das
Bundesamt für Veterinärwesen BVET wird seine verschiedenen
Forschungsprojekte zur Evaluierung verschiedener Alternativmethoden
wie geplant abschliessen und erst dann über ein allfälliges Verbot
sowie die empfohlenen Alternativen beschliessen.

    Das norwegische Parlament hat im April 2002 ein Totalverbot der Kastration männlicher Ferkel ab 1. Januar 2009 beschlossen. Als erste Verschärfung darf bereits ab 1. August 2003 eine Ferkelkastration nur noch unter Schmerzausschaltung und zwingend durch Tierärzte vorgenommen werden. Norwegen hat sich für die Lokalanästhesie per Injektion entschieden.

    Das BVET unternimmt seit Jahren grosse Anstrengungen für die Forschung nach Alternativen zur heute in der Schweiz erlaubten Ferkelkastration ohne Schmerzausschaltung bis zum 14. Lebenstag und hat sich - in enger Zusammenarbeit mit den Instituten der beiden veterinärmedizinischen Fakultäten und der ETHZ sowie der Forschungsanstalt für Nutztiere RAP in Posieux - ein wohl einmaliges Wissen in der Thematik erarbeitet. Das BVET unterstützt seit 1996 insgesamt fünf Forschungsprojekte (die meisten laufen noch), welche die möglichen Alternativen wissenschaftlich untersuchen - und weiss heute: Die Lokalanästhesie bedeutet für das Tier viel Stress (u.a. je eine Injektion in beide Hoden), und bietet gleichzeitig eine ungenügende Schmerzausschaltung.

Vorgehen in der Schweiz: zuerst Wissen erlangen, dann Gesetze ändern

    Das Vorgehen der Norweger ändert deshalb nichts am eingeschlagenen Weg des BVET: Zuerst werden die möglichen Alternativen (Ebermast, Impfung gegen Ebergeruch, Unterdrückung der Androstenonbildung, Schmerzausschaltung) erforscht, und erst wenn Alternativen vorliegen, die von allen Seiten -Produzenten, Tierschützer, Konsumenten - akzeptiert werden, käme ein allfälliges Totalverbot der Ferkelkastration in Betracht.

BUNDESAMT FÜR VETERINÄRWESEN Medien- und Informationsdienst

Auskunft: Myriam Holzner, Kommunikation, 031 / 323 85 68



Weitere Meldungen: Bundesamt für Veterinärwesen

Das könnte Sie auch interessieren: