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Helvetas: Guerilla-Aktion mit Exkrementen am Welt-WC-Tag

Zürich (ots) - Mit Exkrementen übersäte Plätze in verschiedenen Schweizer Städten zwingen heute Passanten zu einem morgendlichen Slalomlauf. Mit ihrer Aktion zum Welttoilettentag macht Helvetas darauf aufmerksam, dass weltweit 2,5 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Toiletten leben und ihr Geschäft im Freien erledigen müssen.

In der Schweiz ist es undenkbar, dass jemand seine Notdurft auf dem Trottoir oder an einem Wegrand verrichten würde. Für ein Drittel aller Erdenbewohner jedoch ist es undenkbar, dass sie das auf einer Toilette tun könnten. Ganz einfach deshalb, weil es in erreichbarer Distanz keine Toilette oder Latrine gibt. Am Welt-WC-Tag zeigt Helvetas mit künstlichen Kothäufchen, wie sich das bei uns auswirken würde. In Zürich, Bern, Basel und anderen Schweizer Städten hat die Entwicklungsorganisation Tausende davon an stark frequentierten Orten ausgelegt und bei Passantinnen und Passanten Ekel und Überraschung hervorgerufen.

"Wir möchten die Bevölkerung aufrütteln und mit unserer Aktion die Folgen fehlender Toiletten bildlich vor Augen führen", erklärt Helvetas Geschäftsleiter Melchior Lengsfeld. 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu funktionierenden Sanitäranlagen wie Toiletten und Latrinen; viele sind daher gezwungen, ihr Geschäft im Freien zu verrichten. Mit gravierenden Folgen. Fäkalien verschmutzen das Trinkwasser. Wind und Insekten übertragen Krankheitskeime auf die Nahrungsmittel. Über 3000 Kinder sterben täglich weil sie verschmutztes Wasser trinken oder kontaminierte Nahrung aufnehmen. Frauen müssen Belästigungen ertragen. Deshalb brechen viele Mädchen nach Einsetzen der Pubertät den Schulbesuch ab, und Frauen leiden an Unterleibserkrankungen, weil sie ihr Geschäft bis zum Einbruch der Dunkelheit zurückhalten.

Helvetas hat - als einziges Hilfswerk der Schweiz - neben Trinkwasser auch die sanitäre Grundversorgung zum Schwerpunkt ihrer Entwicklungszusammenarbeit gemacht. Und das mit gutem Erfolg: Im letzten Jahr konnten sich dank Helvetas mehr als 345'000 Menschen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erarbeiten. Weil die Begünstigten dabei selbst viel Arbeit in den Bau von hauseigenen Latrinen stecken, kann Helvetas mit wenig Geld viel bewirken.

Um allen Menschen Zugang zu Sanitäranlagen und Trinkwasser zu verschaffen, müssten über 20 Jahre hinweg jedes Jahr 27 Milliarden Dollar investiert werden. Das ist etwa so viel, wie die weltweite Rüstung in 6 Tagen verschlingt!

Fotos der Aktion in Printqualität auf www.helvetas.ch/medien

Hintergrundinformationen auf: www.helvetas.ch/wc

Kontakt:

Matthias Herfeldt
Mediensprecher Helvetas
076 338 59 38

Angelika Koprio
Koordinatorin Aktionen und Freiwilligenarbeit
076 494 78 41



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