RVK

12. Schweizerisches Forum der sozialen Krankenversicherung
Leistungskatalog: Grundversorgung oder Wunschversorgung?

Zürich (ots) - Die Nachfrage nach medizinischen Leistungen ist ein Grund für die stetige Kostenzunahme. Der Leistungskatalog steht dabei im Kreuzfeuer. Der Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer (RVK) begrüsst die Diskussionen, die die Ausgestaltung des Leistungskatalogs hinterfragen und den Selbstbedienungsladen gezielt reduzieren wollen. Mit dem 12. Schweizerischen Forum der sozialen Krankenversicherung organisierte der RVK eine für das Gesundheitswesen wichtige Plattform. Im Kreuzfeuer der Referenten stand der Leistungskatalog. Was ist nötig - was ist wünschenswert? Einerseits wurde die Meinung vertreten, dass der Markt den Inhalt des Leistungskataloges bestimmt. Auf der anderen Seite stehen die Kriterien, die über die Aufnahme respektive Ablehnung einer Leistung in den Katalog bestimmen. Den Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit wird eine unklare Definition sowie bei deren Umsetzung eine Inkonsequenz vorgeworfen. Eigenverantwortung ist gefordert Nachhaltige Lösungen sind gefragt. Brisant waren dazu insbesondere die Aussagen der Diskussionsrunde. Die Schuld an den gewaltigen Kostensteigerungen wurde dabei nicht dem Leistungskatalog zugeordnet. Vielmehr sollen sich sämtliche Beteiligte des Gesundheitswesens in die Verantwortung nehmen. Das Selbstinteresse jedes Einzelnen steht im Vordergrund - und leider nicht das gemeinsame Erarbeiten einer solidarischen Lösung. Überrissene Preise, übermässige und unzweckmässige Behandlungen werden als Kostenbeschleuniger, beispielsweise im Vergleich zu Holland, wahrgenommen. Bezeichnend ist auch die hohe Arzt- und Facharztdichte. Kosten können gespart werden, indem für Patienten kein direkter Zugang zu Spezialisten mehr möglich ist. Recht auf Krankheit Zu Diskussionen veranlasste auch die Meinung, dass es im Leben wichtigeres als Gesundheit gibt. Bis zu einem gewissen Grad sollen dabei Krankheiten selber ausgeheilt und dadurch die Widerstandskraft gestärkt werden. Und dabei entstehen weniger Kosten. Referenten: Charles Giroud, Präsident RVKLeistungen ohne Grenzen oder «reduce to the max?» Erika Ziltener, Kantonsrätin SP Zürich, Präsidentin der Schweizer Patientenstelle Der Leistungskatalog zwischen Solidarität und Selbstverantwortung. Werner Widmer, Direktor der Stiftung Diakoniewerk Neumünster Was Leistungserbringer und Politik nicht erreichen - der Markt wird's richten! Tilman Slembeck, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Evaluation Leistungskatalog: Werden die WZW-Kriterien umgesetzt? Sarah Kleijnen, Fachberaterin des Niederländischen Krankenversicherungsgremiums Vorzeigestaat Holland: Gesundheitssystem mit Zukunft!? Sandra Schneider, Leiterin der Abteilung Leistungen beim BAG Ausgestaltung des Leistungskatalogs - politische und wirtschaftliche Verantwortung? Die Thesen der Referenten diskutierten und vertieften im ForumTALK: Niklaus Brantschen, Gründer und Projektleiter Lasalle-Institut, Urs. P. Gasche, Gesundheitsökonom und Beat Kappeler, Kommentator NZZ am Sonntag Durch die Tagung führte TeleZüri-Moderator und Programmleiter Markus Gilli. Der RVK - Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer Mit 37 Krankenversicherern und rund 800'000 Versicherten ist der RVK der stärkste Rückversicherer im schweizerischen Krankenversicherungsmarkt. Das Kompetenzzentrum für Dienstleistungen im Gesundheitswesen - insbesondere für die kleinen und mittleren Krankenversicherer - zeichnet sich neben dem nachhaltigen Assekuranzgeschäft durch leistungsfähige und innovative Versicherungen und Dienstleistungen aus. Die Medienmitteilung, die Präsentationen der Referenten sowie Bilder der Tagung finden Sie im Internet unter: www.rvk.ch ots Originaltext: RVK Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Marcel Graber Direktor RVK Tel.: +41/41/417'05'66 Mobile: +41/79/215'14'81 E-Mail:marcel.graber@rvk.ch Internet: www.rvk.ch

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