Pfahlbausiedlung Egolzwil: Neues Buch zu Keramik-Funden veröffentlicht

Luzern (ots) - Ein neues Buch aus der Schriftenreihe der Luzerner Kantonsarchäologie arbeitet die Keramik-Funde aus der Pfahlbausiedlung Egolzwil wissenschaftlich auf. Das Werk wird vom Schweizerischen Nationalfonds getragen und finanziert. Am Donnerstag wurde es dem Gemeinderat von Egolzwil übergeben.

Die Publikation beleuchtet die Ufersiedlung Egolzwil im Wauwilermoos, die zu den besonders wichtigen Fundstellen der Jungsteinzeit (Neolithikum) in der Schweiz zählt. Die Gegend gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist namensgebend für die früheste Phase der Schweizer «Pfahlbauten» im Jahr 4270 v. Chr., der sogenannten «Egolzwiler Kultur».

Die Autorin Dr. Annick de Capitani hat im Auftrag des Schweizerischen Nationalfonds eine sorgfältige und ausführliche wissenschaftliche Analyse der Keramik-Funde aus der ebenerdigen Pfahlbausiedlung erstellt. Dank dieser kann die «Egolzwiler Kultur» erstmals vergleichsweise genau zeitlich eingeordnet werden.

Publikation schliesst Lücke

Gemäss Annik de Capitanis Erkenntnissen ist die Zentralschweiz damals primär mit Westeuropa (Frankreich) verbunden. Da diese spannende Phase der ersten Pfahlbauten der Schweiz sonst nirgends so gut belegt ist, gewinnt das Werk zusätzlich an Bedeutung. Mit der ersten Publikation zur Fundgattung Keramik wird zudem eine von der Steinzeit-Forschung stets als grosse empfundene Lücke endlich geschlossen.

Das Buch wurde am Donnerstag im Beisein von Gästen an den Gemeinderat von Egolzwil feierlich übergeben. Es ist primär für ein Fachpublikum geschrieben, bietet aber auch für Laien einen Überblick über die teilweise gut erhaltenen Funde.

Gute Zusammenarbeit mit Kantonsarchäologie

Das Werk ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Universität und Kantonsarchäologie. Die Autorin begann mit der Auswertung der Funde im Rahmen ihrer Assistenz am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern. Ein vom Schweizerischen Nationalfonds für die Förderung der Wissenschaftlichen Forschung bewilligtes Projekt erlaubte es anschliessend, diese Arbeit zu einem erfolgreichen Ende fortzuführen. Die Forschungen fanden zu einem grossen Teil in den Räumlichkeiten der Luzerner Kantonsarchäologie statt und wurden von den dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt.

Die Monographie von Annick de Capitani wird in der Reihe der Kantonsarchäologie Luzern publiziert und kann dort sowie im Buchhandel bezogen werden: www.da.lu.ch.

Hinweise

- Buch: «Egolzwil 3: Die Keramik der neolithischen Seeufersiedlung» (CHF 72.-)

- Autorin: Dr. Annick de Capitani (Zürich)

- Autoren von kleineren Beiträgen: Prof. Dr. Werner E. Stöckli (Universität Bern), Dr. Mathias Seifert und Herr Trivun Sormaz (Kantonsarchäologie Graubünden), Patrick Dietemann und Ursula Baumer (Bayerische Staatsgemäldesammlung, München)

- Projektleiter Universität Bern: Prof. Dr. Werner E. Stöckli Gestaltung der Monographie: Dr. Hermann Fetz (Kantonsarchäologie Luzern)

- Finanzierung der Auswertung: Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung und Universität Bern.

Anhang

Bilder sind auf der Homepage der Denkmalpflege abrufbar:

www.da.lu.ch/index/da_download/download_a.htm

Kontakt:

Dr. Ebbe Nielsen 
Stv. Kantonsarchäologe
041 228 64 90
ebbe.nielsen@lu.ch
www.da.lu.ch

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