Staatskanzlei Luzern

Lehrplan 21: Konsultation startet auch im Kanton Luzern

Luzern (ots) - Vergangene Woche präsentierten die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren den Lehrplan 21, der nun in den Kantonen in eine breite Konsultation geschickt wird. Im Kanton Luzern werden zugleich die Entwürfe für die Wochenstundentafel präsentiert: hier sind einige Veränderungen für die Luzerner Volksschulen zu erwarten.

"Der Kanton Luzern hat seine Weichen für den Lehrplan 21 bereits gestellt. Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen unserer Schulpartner zu den vorliegenden Entwürfen der Wochenstundentafeln" - Bildungsdirektor Reto Wyss konnte am Dienstagabend rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der rund 40 Vernehmlassungsadressaten an einer Informationsveranstaltung zum Lehrplan 21 begrüssen. "Lassen Sie uns gemeinsam festlegen, was die Schülerinnen und Schüler der Luzerner Volksschulen künftig lernen sollen", forderte Wyss die Verantwortlichen aus Bildungsinstitutionen, Schulverbänden, Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf.

Vorgestellt wurden der Lehrplan 21 mit den formulierten Mindestansprüchen auf dem Hintergrund der nationalen Bildungsziele sowie die Wochenstundentafeln WOST 2017 als konkrete Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Luzern. Den detaillierten Überblick über die Änderungen in den Wochenstundentafeln finden Sie im Anhang. Die Vernehmlassung startet Anfang Juli und dauert bis zum 30. Oktober 2013.

Lehrplan 21 legt Mindestansprüche fest

Im Lehrplan 21 wird beschrieben, was alle Lernenden können müssen. Dabei wird der Blick verstärkt auf die Anwendbarkeit von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gerichtet. "Kompetent sein" bedeutet, über das notwendige Wissen verfügen und dieses auch anwenden können. Der Lehrplan 21 beschreibt nicht, was die Lehrpersonen lehren, sondern was die Schülerinnen und Schüler lernen. Grundsätzlich kann jeder Kanton Anpassungen an der Lehrplanvorlage vornehmen, doch verlangen übergeordnete Bestimmungen eine gewisse Einheitlichkeit. Der Lehrplan 21 legt dar, wie die einzelnen Kompetenzen über die ganze Volksschulzeit aufgebaut werden. Er legt Mindestansprüche fest und formuliert weiterführende Kompetenzstufen.

Die Unterrichtsmethoden sind nach wie vor frei. Der Lehrplan 21 macht keine Vorgaben betreffend Beurteilungssystem oder Übertrittsverfahren. Der Lehrplan 21 gilt auch für den Kindergarten als Teil der Volksschule und basiert in diesem Bereich auf den bereits bisher bestehenden Kindergarten-Lehrplänen der Kantone.

Verfassungsauftrag

2006 hat das Schweizer Stimmvolk mit 86 Prozent Ja-Stimmen den neuen Bildungsartikel der Bundesverfassung angenommen und damit die Kantone beauftragt, ihre Schulsysteme und insbesondere die Ziele der Bildungsstufen zu koordinieren. Diesen Auftrag wollen die 21 Kantone der Deutschschweiz mit dem Lehrplan 21 erfüllen. Zudem soll der gemeinsame Lehrplan die Grundlage für die Koordination der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie der Lehrmittel bieten. Erstmals wird mit dem Lehrplan 21 ein Lehrplan für die gesamte Deutschschweiz erarbeitet.

Der bestehende Lehrplan ist in folgende Stufen gegliedert: Kindergarten, Primarschule und Sekundarschule. Der Lehrplan 21 unterscheidet zwischen drei Zyklen: 1. Zyklus (Kindergarten, 1. und 2. Klasse), 2. Zyklus (3.-6. Klasse), 3. Zyklus (7.-9. Klasse).

Über 40 Lehrpersonen mit ausgewiesener Schulpraxis, untern ihnen solche aus dem Kanton Luzern, haben den Lehrplan 21 zusammen mit gleich vielen Fachdidaktikern aus den pädagogischen Hochschulen entworfen. In Hearings sind die Ansichten von Fachleuten aus Bildungsdepartementen und Verbänden eingeflossen. Bildungsexperten und Mitglieder von Berufsverbänden (LCH, VSLCH) waren in ständigen Gremien an der Erarbeitung des Lehrplans beteiligt.

Sämtliche Unterlagen finden Sie hier: www.lu.ch/bkd_vernehmlassungen.htm

Wochenstundentafeln WOST 2017: http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/11055_20130702_wost.pdf

Kontakt:

Regierungsrat Reto Wyss 
Bildungs- und Kulturdirektor Kanton Luzern
Tel. 041 228 52 03
E-Mail: reto.wyss@lu.ch

Charles Vincent
Leiter Dienststelle Volksschulbildung
Tel. 041 228 52 12
E-Mail: charles.vincent@lu.ch


Das könnte Sie auch interessieren: