Staatskanzlei Luzern

Bildungskommission will gemeinsames Aussenlager für ZHB und Partner

Luzern (ots) - Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur des Luzerner Kantonsrates befürwortet die Schaffung eines gemeinsamen Aussenlagers der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern und mehrerer Partner. Die Kommission heisst die Finanzierung mittels Sonderkredit sowie einen Nachtragskredit für die Planung gut. Sie folgt damit dem Antrag des Regierungsrates.

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen Sonderkredit sowie einen Nachtragskredit zur Planung eines Aussenlagers der Zentral- und Hochschulblibliothek Luzern (ZHB) und diverser Partner zu bewilligen und die notwendige Änderung des Bibliotheksgesetzes zu beschliessen. Die ZHB benötigt ein geeignetes definitives zentrales Aussenlager für ihre Bestände. Abklärungen der ZHB und der Dienststelle Immobilien haben ergeben, dass ein automatisiertes Hochregallager die beste Lösung darstellt, um die Bestände der ZHB konservatorisch optimal und wirtschaftlich effizient zu lagern. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Partner soll die Effizienz gesteigert werden.

Kooperative Speicherbibliothek

Seit 2009 haben Vertreterinnen und Vertreter von Kantons- und Universitätsbibliotheken aus Luzern, Zürich, Basel, Aargau und Solothurn ein Konzept für ein Aussenlager in Form einer sogenannten kooperativen Speicherbibliothek ausgearbeitet. So ist nun vorgesehen,

- auf einem Grundstück des Kantons Luzern in Büron ein Aussenlager für anfänglich 3,1 Millionen Bände zu errichten, mit Option auf Erweiterung für bis zu 14 Millionen Bände,

- für das Gebäude und die Infrastruktur eine Aktiengesellschaft zu gründen, welche die Finanzierung des Baus durch Aktienkapital und Darlehen sicherstellt,

- für den Betrieb einer solchen kooperativen Speicherbibliothek einen Verein zu gründen, der die operative Führung übernimmt.

Die Speicherbibliothek stellt eine innovative Form der Lagerung von Büchern, Zeitschriften und anderen Medien dar, die allen beteiligten Bibliotheken den Zugriff auf die Werke gewährleistet. Es wird mit einem Finanzbedarf von rund 29 Millionen Franken gerechnet. Die zu gründende Aktiengesellschaft stellt dieses Kapital mit Darlehen von Kantonen und privaten Investoren zur Verfügung. Das vorgesehene Aktienkapital in der Höhe von rund 7 Millionen Franken soll von den beteiligten Kantonen eingebracht werden. Dabei soll der Kanton Luzern das Grundstück in Büron als Sacheinlage beisteuern.

Volksabstimmung notwendig

Der Betrieb der kooperativen Speicherbibliothek soll von einem Verein geführt werden, dem alle beteiligten Institutionen angehören. Für die ZHB soll diese kooperative Speicherbibliothek in Büron das einzige, zentrale Aussenlager sein. Durch deren Betrieb entstehen der ZHB jährliche Vollkosten in der Höhe von 2,48 Millionen Franken. Auf zehn Jahre hochgerechnet ergeben sich Kosten von 24,8 Millionen Franken. Mit der Einlage ins Aktienkapital (Annahme 4 Mio. Franken, inklusive Wert des Grundstücks in Büron) erreicht die Dekretssumme 28,8 Millionen Franken. Ein entsprechender Ausgabenbeschluss liegt in der Kompetenz des Kantonsrates und unterliegt obligatorisch der Volksabstimmung. Damit das gemeinsame Aussenlager realisiert werden kann, sind zudem die Bewilligung eines Nachtragskredites zum Staatsvoranschlag 2013 sowie eine Anpassung des Bibliotheksgesetzes erforderlich, die dem Kantonsrat ebenfalls vorgelegt werden.

Kommission stimmt zu

Die kantonsrätliche Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) stimmte dem Dekret über einen Sonderkredit zur Schaffung der kooperativen Speicherbibliothek, dem Kantonsratsbeschuss über die Bewilligung eines Nachtragskredites zur Planung des Aussenlagers und der Änderung des Bibliotheksgesetzes einstimmig zu. Die Kommission machte mehrheitlich deutlich, dass sie vor einer Beratung im Kantonsrat wichtig erachtet, dass alle Partner die für dieses Projekt erarbeitete Absichtserklärung unterzeichnen. Im Zeitpunkt der Vorberatung lag nur die Zustimmung von Solothurn vor.

Die Beratung der Vorlage im Kantonsrat ist für die Junisession geplant.

Kontakt:

Christian Graber
Präsident Kommission Erziehung, Bildung und Kultur
Tel.: +41/79/626'07'27



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