EBKK: Mundart und Hochdeutsch im Kindergarten

Luzern (ots) - Die Bildungskommission des Kantonsrates lehnt die Volksinitiative "Für Mundart im Kindergarten" ab und stimmt dem Gegenentwurf des Regierungsrates zu. Mit deutlicher Mehrheit vertritt die Kommission die Haltung, dass im Kindergarten sowohl Mundart wie Hochdeutsch gepflegt und gefördert werden sollen. Entscheidend ist für die klare Mehrheit der Kommission, dass im Kindergarten die Grundlagen des Hochdeutschen vermittelt werden sollen, um die Kinder ausreichend auf die Regelsprache der Primarschule vorzubereiten.

Die vom Initiativkomitee der Jungen SVP eingereichte Volksinitiative "Für Mundart im Kindergarten" will in der Kindergartenstufe die Mundart zur grundsätzlichen Unterrichtssprache erklären. Seit Schuljahr 2006/07 gilt die Regelung, dass die Kinder im Kindergarten zum Gebrauch von Hochdeutsch angeregt werden, die Lehrperson im Unterricht regelmässig Hochdeutsch verwendet und dessen Anteil bis zum Schuleintritt kontinuierlich erhöht.

Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) - für dieses Geschäft unter dem Vorsitz von Vizepräsident Adrian Bühler (CVP, Eschenbach) - liess sich von einer Vertretung des Initiativkomitees über die Motive des Begehrens orientieren. Nach Ansicht der Initianten wird die Mundart im Kindergarten durch einen mehrheitlichen Gebrauch des Hochdeutschen als Kulturgut verdrängt, und es werden keine nachweislich besseren hochsprachlichen Leistungen in der Primarschule erreicht, wenn im Kindergarten Hochdeutsch gesprochen wird. Weiter sei die Mundart kindgerechter, authentischer, emotionaler und biete für die Sozialisation wie auch für die Integration von fremdsprachigen Kindern Vorteile.

An die Regelsprache Hochdeutsch heranführen

Dagegen machte die deutliche Kommissionsmehrheit geltend, dass Kinder schon vor dem Eintritt in den Kindergarten über Medien regelmässig mit gesprochener Hochsprache in Kontakt kommen und sich in Rollenspielen darin unbeschwert üben. Hochdeutsch stellt nach Meinung der Kommissionsmehrheit kein Problem für die Kinder im Kindergarten dar. Festzustellen sei zudem, dass die Mundart aus der Lebenswirklichkeit der Kinder keineswegs verdrängt sei, denn sie habe sich in der Kommunikation Jugendlicher über soziale Netzwerke geradezu etabliert. Vor allem aber erachtet es die Kommissionsmehrheit als unabdingbar, dass im Kindergarten spielend an das Hochdeutsche als Regelsprache der Primarschule herangeführt werde, und demzufolge nicht nur die Mundart, sondern in gleichem Mass das Hochdeutsche zu fördern sei. Die Kommissionsmehrheit unterstützt den flexiblen und situationsgerechten Unterricht im Kindergarten sowohl in Hochsprache wie in Mundart und vertraut den Kindergartenlehrpersonen, Mundart und Hochdeutsch auf die jeweiligen Verhältnisse angepasst einzusetzen.

Eine Minderheit der Kommission unterstützt die Initiative und vertritt die Haltung, dass mit der Initiative ein blockweises Unterrichten in Hochdeutsch nicht verunmöglicht wird.

Insgesamt lehnt die Kommissionsmehrheit eine einschränkende Fokussierung auf die Mundart im Kindergarten deutlich ab und befürwortet eine gleichwertige Förderung von Mundart und Hochdeutsch, wie sie der Gegenentwurf des Regierungsrates vorsieht.

Kontakt:

Adrian Bühler, Vizepräsident EBKK 
Tel.: +41/79/502'61'72
E-Mail: Adrian.Buehler@lu.ch

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