Staatskanzlei Luzern

Zahl der unterzeichneten Lehrverträge im Kanton Luzern auf neuem Höchststand

Luzern (ots) - Die Berufslehre erfreut sich bei den Luzerner Jugendlichen grosser Beliebtheit. Bis Ende August haben 4613 junge Leute einen Lehrvertrag abgeschlossen. Nie zuvor war diese Zahl so hoch.

Praktisch gleich viele Jugendliche wie letztes Jahr haben diesen Sommer die Volksschule verlassen. Die Zahl der unterzeichneten Lehrverträge stieg jedoch auf den neuen Rekordwert von 4613. Das sind 54 Lehrverträge mehr als 2011. Unter den neuen Berufslernenden sind die männlichen Jugendlichen mit 56 Prozent stärker vertreten als die jungen Frauen. Ihr Anteil beträgt 44 Prozent.

Fast 400 Lehrstellen offen

Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich die Lage auf dem Lehrstellenmarkt klar entspannt. Die Ausbildungsbereitschaft der Luzerner Lehrbetriebe bleibt weiterhin hoch. Sie bieten den Jugendlichen ein breites Spektrum von rund 200 verschiedenen Berufslehren an. Allerdings legen die Betriebe bei der Selektion vermehrt Wert darauf, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die schulischen und berufspraktischen Anforderungen der Ausbildung erfüllen. Ist dies nicht der Fall, lassen sie die Lehrstellen eher unbesetzt. Deshalb, und in gewissen Berufen auch wegen mangelnder Nachfrage, bleiben dieses Jahr im Kanton Luzern fast 400 Lehrstellen offen.

Gefragte Dienstleistungsberufe

Wie schon in den vergangenen Jahren ist der Trend, eine Ausbildung im Dienstleistungssektor zu absolvieren, ungebrochen. Die Berufe im Detailhandel, im kaufmännischen und im gesundheitlichen Bereich verzeichnen denn auch erneut am meisten Lehrverhältnisse. Noch immer unterscheidet sich auch das Berufswahlverhalten der Geschlechter deutlich. Junge Männer wählten aus 156 Berufen, junge Frauen dagegen nur aus 109 Berufen. Dabei sind viele sogenannt typische Männerberufe heute auch ohne Weiteres für Frauen lernbar. Über diese Tatsache werden die Lernenden der Sekundarschule jeweils im Rahmen von "Rent-a-Stift"-Veranstaltungen informiert, wo junge Berufslernende in geschlechtsuntypischen Berufen auf Einladung direkt in den Schulklassen über ihre Erfahrungen berichten.

Jeder fünfte Jugendliche noch nicht bereit für Berufslehre

Trotz entspannter Situation auf dem Lehrstellenmarkt gelingt es weiterhin nicht allen Jugendlichen, eine passende Lehrstelle zu finden. Wie schon letztes Jahr verfügten erneut ca. 20 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger nicht über die Voraussetzungen für den direkten Einstieg in eine Berufslehre. Bereits im April wurden alle Jugendlichen ohne Anschlusslösung von der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung erfasst und anschliessend von Fachleuten eng begleitet. Dank dieser intensiven Unterstützung konnten 50 Jugendliche einen Lehrvertrag abschliessen. Rund 600 Jugendliche erhielten einen Platz in einem kantonalen Brückenangebot, mehr als die Hälfte davon einen, der aus einer Kombination von Schulunterricht und Praxis besteht. Für weitere 160 Jugendliche konnte ein Platz in speziellen Programmen privater Anbieter oder in einem arbeitsmarktlichen Angebot gefunden werden.

Fragwürdiger Kampf um die Besten Leistungsstarke

Lernende sind von Jahr zu Jahr mehr gefragt. Sie können aus einem breiten Spektrum von Berufen und Betrieben auswählen. Der "Kampf um die Besten" ist auf dem Lehrstellenmarkt in vollem Gange. Dabei wird oft vergessen, dass das schulische Leistungsniveau am Ende der obligatorischen Schulzeit nur eine Momentaufnahme darstellt. Manche Jugendliche blühen in einer Lehre, die ihnen gefällt, erst richtig auf. Umgekehrt können junge Menschen auch mit momentan guten Leistungen rasch in eine Krise geraten. Über den Lehrerfolg entscheiden letztlich das Potential der Jugendlichen, ihre Motivation und die Qualität der Ausbildung.

Für leistungsschwächere Lernende bleibt die Situation weiterhin angespannt. Das Angebot an zweijährigen Berufslehren reicht nach wie vor nicht aus. Dabei sind diese für Betriebe und Jugendliche oft sinnvoller. Eine zweijährige Lehre mit gutem Erfolg abzuschliessen ist besser als eine drei- oder vierjährige Lehre nur knapp oder gar nicht zu bestehen.

Anhänge:
 
- Grafik Entwicklung 2-, 3- und 4jährige Lehrstellen:

http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/10251_20120904_lehrstellen.pdf

- Top-30-Liste Berufswahl bei Frauen/bei Männern 

http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/10251_20120904_berufswahl.pdf

Kontakt:

Josef Widmer
Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
Tel.: +41/41/228'52'25 (heute 09.30 bis 10.30 Uhr und 14.00 bis 15.00
Uhr)
E-Mail: josef.widmer@lu.ch
Web: www.beruf.lu.ch



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