Staatskanzlei Luzern

KMU-Tagung zu betrieblicher Gesundheitsförderung: Dauerstress wird zur Chefsache

Luzern (ots) - Die KMU-Tagung im Paraplegiker Zentrum war dem Thema «Krisen meistern - Druck bewältigen» gewidmet. 350 Arbeitgeber, Unternehmerinnen und Personalverantwortliche holten sich viele hilfreiche Tipps und Ideen, damit ihre Mitarbeitenden gesund und motiviert bleiben... und wie sie sich selbst trotz hohem Arbeitstempo und Termindruck vor Burn-out schützen können.

Auch die dritte Tagung war schon lange vor Anmeldungsschluss ausgebucht. «Das ist ein Zeichen dafür, dass den KMU die Mitarbeitenden wichtig sind», sagt Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements, in seinen einleitenden Worten, «und dass sie wissen, dass betriebliche Gesundheitsförderung Chefsache ist, die sich auch für kleine Betriebe bezahlt macht».

Die ReferentInnen waren sich einig: Auch in der Schweiz sind die ökonomischen Aussichten derzeit nicht rosig. Der Franken ist stark, die Preise unter Druck, das Arbeitstempo hoch, der Termindruck belastend - und immer mehr ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber fühlen sich gestresst. Laut einer Studie des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO) klagt mehr als ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung der Schweiz über Stress-Symptome wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Angstzustände. Margaret Graf, Ressortleiterin Grundlagen Arbeit und Gesundheit des SECO, fasste die Ergebnisse der Stress-Studie von 2010 zusammen, wies auf organisatorische, soziale und persönliche Stressfaktoren hin und darauf, dass gute Führung zentral sei dafür, dass sich Arbeitnehmende am Arbeitsplatz wohlfühlen, «denn niemand kann unter Dauerbelastung gesund und produktiv bleiben».

Das bestätigte auch Thomas Knapp, Inhaber und stellvertretender Geschäftsführer der chilimedia GmbH in Olten; ein kleines Unternehmen der Kommunikationsbranche, das sich bewusst für seine Mitarbeitenden engagiert. «Dass wir das tun, hängt stark mit meiner eigenen Geschichte zusammen: Vor sieben Jahren machte ich den gesamten Burn-out-Prozess durch. Seither habe ich gelernt, mich selbst zu führen - und diese Kompetenz auch weiterzugeben». Für Knapp sind Anerkennung und Wertschätzung zentral. «Dazu gehört, dass wir Informationen frühzeitig weitergeben, unseren Mitarbeiterinnen verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, ihnen den Rücken stärken, ihre Anliegen ernst nehmen und arbeitsorganisatorische Ärgernisse und Probleme beseitigen.»

Gute Arbeitsbedingungen sind auch deshalb wichtig, weil Stress und Hektik den Blickwinkel verengen und so nicht nur das Krankheits-, sondern auch das Unfallrisiko erhöhen. Urs Näpflin, Leiter Betriebliches Gesundheitsmanagement der Suva, wies darauf hin, dass gerade sehr engagierte Personen mit Hang zu Perfektionismus Burn-out gefährdet seien. Es gelte, die Signale frühzeitig wahrzunehmen, betriebliche und persönliche Risiken zu analysieren und möglichst frühzeitig Massnahmen zu treffen. Margaret Graf empfahl den Personalverantwortlichen dazu einen Besuch auf www.stressnostress.ch - einer Website mit vielen Informationen, Checklisten und Handlungsvorschlägen - aber auch mit Adressen von Fachpersonen, die im Problemfall weiterhelfen können.

«Stressprävention ist eine Daueraufgabe», stellte Roger Brunner, Kadermitglied der Planteam S AG für Raumentwicklung, Städtebau und Geoinformationen klar. Eine Aufgabe, die institutionalisiert werden müsse, weil sie Motivation, Identifikation und Teamkultur fördere. «Wer Stress vermeidet, fördert die Qualität von Arbeit und Dienstleistung. Das rechnet sich für alle: für Chefin und Arbeitnehmer, für Partner und Auftraggeber». Zwischenhalte und kreative Pausen sind auch - und vor allem - in Krisenzeiten wichtig. Mit der Frage, ob Doping eine mögliche Lösung sei, setzte sich Beat Villiger, Arzt und Marathonläufer auseinander. Oswald Oelz, international bekannter Arzt, Alpinist und Autor brachte es auf den Punkt: «Man kann das Leben nicht anhalten - aber man kann anhalten und leben.»

Fit für starke Leistungen

All jene KMU, die zwischen Juli und Dezember 2012 zwei gesundheitsfördernde Massnahmen umsetzen, können an einem Wettbewerb der Fachstelle Gesundheitsförderung teilnehmen. Voraussetzungen: Sie müssen sich bis Ende Juli auf der neuen Internetplattform zur betrieblichen Gesundheitsförderung www.gesundheit.lu.ch/betriebe anmelden und im Dezember einen online-Fragbogen ausfüllen. Drei Betriebe werden im Januar 2013 ausgelost, danach porträtiert und auf der kantonalen Website sowie an der KMU-Tagung im kommenden Jahr vorgestellt. Der grösste Nutzen dieser Aktion: «Alle KMU werden dazu animiert, innovative Massnahmen in die Wege zu leiten - und damit aktiv zu Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden beizutragen», sagt Claudia Burkard, Leiterin der Fachstelle Gesundheitsförderung.

Im Anhang finden Sie Bilder des Anlasses:

- Bild 1: Gabriela Amgarten & Guido Graf

- Bild 2: Guido Graf

- Bild 3: Gabriela Amgarten

- Bild 4: Dr. med. Beat Villiger

Anhänge:

http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/10062_20120622_kmut-1.jpg

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Kontakt:

Claudia Burkard Weber
Leiterin Gesundheitsförderung Dienststelle Gesundheit
Tel.: +41/41/228'67'30
E-Mail: claudia.burkard@lu.ch



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