Staatskanzlei Luzern

Höherer Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr angestrebt

Luzern (ots) - Ein höherer Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr in der Agglomeration, eine höhere Kundenzufriedenheit und ein verbesserter Kostendeckungsgrad: dies sind drei Ziele, die der Luzerner Regierungsrat im Planungsbericht über die Entwicklung des Angebots für den öffentlichen Personenverkehr (öV-Bericht) für 2012 bis 2015 formuliert hat. Engpässe bei der Bahninfrastruktur und knappe Mittel begrenzen den Entwicklungsspielraum.

Der öV-Bericht gibt Auskunft über das bestehende Angebot im öffentlichen Personenverkehr, die geplanten Infrastrukturvorhaben und Angebotsveränderungen, den Zeitpunkt ihrer Verwirklichung sowie die damit verbundenen Kosten und hält die Tarifgrundsätze für das Verkehrsangebot fest. Er dient gleichzeitig als finanzpolitische Grundlage, hat sich doch das Angebot im öffentlichen Personenverkehr an der kantonalen Finanzplanung auszurichten.

100 Bahn- und Buslinien

Der öffentliche Verkehr im Kanton Luzern umfasst rund 100 Bahn- und Buslinien. Er hat die Grundversorgung im Raum Luzern Landschaft und eine gute Erreichbarkeit der Agglomeration Luzern zu gewährleisten. Der Aufwand (2011: rund 323 Mio. Franken) wird zu rund 48 Prozent aus den eigenen Erträgen gedeckt. Rund 52 Prozent des Aufwandes sind vom Bund (20 Prozent), den Nachbarkantonen (33 Prozent) und dem Verkehrsverbund Luzern (47 Prozent) über Abgeltungen finanziert, wobei der Anteil des Verkehrsverbunds Luzern je hälftig vom Kanton und den Gemeinden übernommen wird. Der öV-Bericht geht davon aus, dass sich der Kostendeckungsgrad bis 2015 auf 50 Prozent verbessert.

Handlungsspielraum eingeschränkt

In den letzten Jahren konnten beim Betrieb des öffentlichen Verkehrs der Kostendeckungsgrad, die Effizienz und die Nachfrage stetig gesteigert werden. Dazu beigetragen haben auch tiefe Zinsen, eine geringe Teuerung und die florierende Wirtschaft. Bedingt durch die Teuerung, geplante Rollmaterialerneuerungen und Angebotsausbauten wächst der Anteil der Abgeltungen, der durch den Verkehrsverbund Luzern zu tragen ist, zwischen 2011 und 2015 um knapp 1 Million Franken auf rund 80,5 Millionen Franken pro Jahr. Da für die gesamte Planungsperiode insgesamt rund 4 Millionen Franken weniger zur Verfügung stehen, können nicht alle geplanten Massnahmen umgesetzt werden. Die Mittel, die gemäss der kantonalen Finanzplanung für die Infrastruktur zur Verfügung stehen, sind zum Einen für die Fortführung begonnener Projekte vorgesehen - Tieflegung und Doppelspurausbau der Zentralbahn, Umbau des Bahnhofs Malters, Beiträge an die BLS Netz AG für Erneuerungen und Sanierungen der Bahninfrastruktu r zwischen Wolhusen und Langenthal - und zum Anderen hauptsächlich für die Verbesserung der Umsteigepunkte zwischen Bahn und Bus oder Bus und Bus.

Anteil des öV erhöhen

Die im Bericht formulierte Vision öV 2030 sieht den öffentlichen Verkehr als das bevorzugte Verkehrsmittel in der Agglomeration und der Stadt Luzern. Bis 2015 soll der Modalsplit des öffentlichen Verkehrs im Agglomerationsgürtel von 16 auf 18 Prozent steigen. Voraussetzungen sind ein grundlegend verbessertes Busnetz, höhere Kapazitäten und die Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs im Strassenverkehr.

Höhere Kundenzufriedenheit

Die Kundenzufriedenheit ist in den letzten Jahren stetig angestiegen und lag 2010 bei 75 von 100 Punkten. Die Fahrgäste sind zufrieden mit der Netzqualität an den Werktagen, mit den bedienten Verkaufsstellen, dem Fahrpersonal und der Sauberkeit der Fahrzeuge. Nicht zufrieden sind sie mit der Zuverlässigkeit in den Hauptverkehrszeiten, der Bedienungsfreundlichkeit der Billettautomaten, dem Reklamationswesen, dem Fahrkomfort und generell dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Qualitätsaspekte sollen verbessert werden. Der öV-Bericht erachtet folglich eine Erhöhung auf 76 Punkte als möglich und wirtschaftlich vertretbar.

Tiefbahnhof Luzern

Der öV-Bericht zeigt detailliert auf, wie in den nächsten Jahren das Bahn-, Bus- und Schiffsangebot weiterentwickelt werden soll. Er äussert sich aber auch zur langfristigen Angebots- und Infrastrukturentwicklung. Die zentrale Rolle spielt dabei der Tiefbahnhof Luzern. Das Projekt ist bis zur Baureife voranzutreiben. Ausserdem ist die Finanzierung aufzuzeigen. Daneben sind die weiteren laufenden Planungen zum Bahnangebot in der Zentralschweiz und zum Busverkehr in der Agglomeration Luzern fertigzustellen und aufeinander abzustimmen.

Der Regierungsrat hat gemäss dem Gesetz über den öffentlichen Verkehr dem Kantonsrat alle zwei Jahre einen Bericht über die mittel- und langfristige Entwicklung der Angebote für den öffentlichen Personenverkehr vorzulegen. Der nun erstmals vorliegende öV-Bericht wird vom Kantonsrat voraussichtlich in der Januarsession 2012 behandelt.

Kontakt:

Robert Küng
Regierungsrat, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und
Wirtschaftsdepartementes
Tel.: +41/41/228'50'41

Daniel Meier
Geschäftsführer Verkehrsverbund Luzern
Tel.: +41/41/228'47'21



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