Staatskanzlei Luzern

Aktionsprogramm "Psychische Gesundheit Luzern" gestartet

Luzern (ots) - Rund 50'000 Luzernerinnen und Luzerner fühlen sich psychisch stark belastet. Depressionen, Angst- und Abhängigkeitsstörungen oder Psychosen führen im Kanton Luzern zu sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten von 600 bis 800 Millionen Franken pro Jahr. Deshalb hat der Kanton das Aktionsprogramm "Psychische Gesundheit" lanciert.

Zwei Drittel der Luzerner Bevölkerung fühlen sich wohl, sind also psychisch gesund. Dabei darf nicht übersehen werden, dass bei der letzten Gesundheitsbefragung 15 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner über depressive Symptome klagten und dass sich jede achte Person im Kanton psychisch stark belastet fühlt: nervös, niedergeschlagen, unruhig oder entmutigt. Durchschnittlich kommt es in Luzern zu einem Suizid pro Woche.

Die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen dieser psychischen Belastung sind enorm. Man geht davon aus, dass sie in der Schweiz direkte Kosten (wie Behandlungen und Sozialleistungen) und indirekte Kosten (unter anderem durch Produktivitätsausfall oder Belastung der Angehörigen) von bis zu 20 Milliarden Franken verursachen. Umgerechnet auf den Kanton Luzern wären das ungefähr 600 bis 800 Millionen Franken jährlich.

Kick-off-Veranstaltung mit 100 Teilnehmenden

Mit dem Aktionsprogramm "Psychische Gesundheit Luzern" will der Kanton jetzt die psychische Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig stärken. An der heutigen Kick-off-Veranstaltung stellte Programmleiterin Bernadette Würsch-Steinmann den 100 Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Sozialvorsteherinnen und -vorstehern, Fachstellenverantwortlichen, Arbeitgebern, Betroffenen und weiteren Gästen die Eckpfeiler vor. "Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit wollen wir der Stigmatisierung und Tabuisierung von psychischen Erkrankungen und Suizid entgegenwirken", sagte sie. Zentral seien zudem die Vernetzung von Akteuren und die Koordination vorhandener Angebote. Regierungsrat Guido Graf betonte: "Wir müssen die Menschen auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen, bevor sie ernsthaft erkranken." Mit Hilfe des Aktionsprogramms wolle man Betroffenen zeigen, wo sie Hilfe holen können, das Umfeld sensibilisieren und die Kosten im Gesundheitswesen senken.

Zentral: Integration in Arbeitsprozess

An der Podiumsdiskussion zum Thema "Psychische Gesundheit im Spannungsfeld zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis" stellten Expertinnen und Experten aus Gesundheitsförderung, Prävention, Psychiatrie, Politik, Wirtschaft und Personalführung fest, die Integration in den Arbeitsprozess sei zentral für die Überwindung einer psychischen Erkrankung. Bernhard Heim, Geschäftsinhaber der Öko Trend Gmbh, erzählte von der erfolgreichen Integration eines Mitarbeiters und von der wertvollen Unterstützung durch den Jobcoach der IV. Barbara Weil, Geschäftsführerin von Ipsilon, der Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz, stellte fest, Suizid sei nie "freier Wille", sondern Ausdruck einer immensen seelischen Krise. "Es ist unsere Pflicht, diesen Menschen Auswege aus der Krise zu zeigen, damit das Weiterleben für sie wieder Sinn macht." Julius Kurmann, Chefarzt Stationäre Dienste Luzerner Psychiatrie, wies darauf hin, dass ein psychiatrischer Beratungsdienst die interdisziplinä re Zusammenarbeit in der Medizin stärken würde. Zudem könne ein solches Angebot verhindern, dass Patientinnen und Patienten falsch behandelt würden. Mirjam Müller-Bodmer, Sozialvorsteherin von Meggen, lancierte die Idee, das soziale Beziehungsnetz einsamer, belasteter Betagter mit Hilfe von ehrenamtlich tätigen aktiven Jungseniorinnen und -senioren zu beleben: "Es braucht nicht immer High-Tech und Spitzenmedizin, um gesund zu werden."

Kontakt:

Bernadette Würsch-Steinmann
Programmleiterin "Psychische Gesundheit" Dienststelle Gesundheit,
Gesundheitsförderung
Tel.: +41/41/228'66'03
Mobile: +41/79/777'10'25 (heute ab 18 00 Uhr)
E-Mail: bernadette.wuersch@lu.ch


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