Staatskanzlei Luzern

Erfreuliche Lehrstellensituation

Luzern (ots) - In wenigen Wochen geht für 3750 Jugendliche im Kanton Luzern die obligatorische Volksschule zu Ende. Gleichzeitig treten etwa 800 Jugendliche nach einem Brückenangebot oder einem Zwischenjahr in den Arbeitsmarkt ein. Erfreulicherweise haben die meisten dieser 4550 Jugendlichen bereits eine Lehrstelle gefunden. Alle anderen werden von Fachleuten begleitet und bei der Suche unterstützt.

Einen Monat vor Beginn der Sommerferien präsentiert sich der Lehrstellenmarkt im Kanton Luzern stabil. Per Mitte Juni 2011 hat die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung bereits 3720 Lehrverträge genehmigt. Das sind erfreulicherweise 200 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Gefragte Gesundheitsberufe

Die Betriebe im Kanton Luzern bilden Jugendliche in rund 150 verschiedenen Berufen aus. Hoch im Kurs bei den jungen Leuten stehen aber auch dieses Jahr Ausbildungen in den Bereichen Gesundheit (Fachfrau/-mann Gesundheit), Detailhandel und kaufmännische Grundbildung. Diese Ausbildungsplätze sind mehrheitlich besetzt. Über die anderen Branchen verteilt sind jedoch insgesamt noch 573 offene Lehrstellen gemeldet. Zahlreiche freie Ausbildungsplätze gibt es in der Metall- und Maschinenindustrie (144 offene Plätze), im Bau- (42) und im Gastgewerbe (24) sowie im Bereich Nahrung und Getränke (54). Die Gründe dafür sind unterschiedlich: zum einen wird es für die anspruchsvollen technischen Berufe der Metall- und Maschinenindustrie (Elektroniker/in, Automatiker/in, Polymechaniker/in usw.) zunehmend schwieriger, geeignete Jugendliche zu finden, welche die hohen schulischen und betrieblichen Anforderungen erfüllen; zum andern gehören Ausbildungsplätze im Bau- und im Gastgewerbe trotz sehr guter Perspektiven nach wie vor nicht zu den Trendberufen der Jugendlichen.

Selektion noch nicht abgeschlossen

Die insgesamt erfreuliche Situation auf dem Lehrstellenmarkt darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch mehr als 800 Jugendliche auf Lehrstellensuche sind. Immer wieder gibt es Schulabgänger/innen, die sich zu lange auf einen bestimmten Beruf festlegen, obwohl ihre Fähigkeiten mit den Anforderungen nicht übereinstimmen. Sie sind jeweils erst nach zahlreichen Absagen bereit, ihre Wahl zu überdenken und sich mit andern Ausbildungen auseinander zu setzen. Schwierigkeiten beim Finden einer Lehrstelle haben vor allem Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit ungenügenden Schulleistungen, persönlichen Defiziten oder mangelnden Deutschkenntnissen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen im niederschwelligen Bereich nach wie vor nicht ganz genügt.

Fachleute leisten individuelle Unterstützung

Alle Neuntklässer, die im Frühling noch keine Anschlusslösung hatten, wurden auch dieses Jahr von der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung zentral erfasst. Diese rund 800 Jugendlichen, etwa gleich viele wie letztes Jahr, werden individuell begleitet. Im persönlichen Gespräch legen Fachleute gemeinsam mit den Jugendlichen den passenden nächsten Schritt fest. Oberstes Ziel ist dabei der Direkteinstieg in eine 2- oder 3-jährige Berufslehre im kommenden Sommer. Für knapp 300 von ihnen ist diese Zielsetzung realistisch. Wo vor einem möglichen Berufseinstieg Bildungslücken geschlossen oder Sozialkompetenzen erarbeitet werden müssen, führt der Weg oft über ein Zwischenjahr, beispielsweise im Rahmen eines kantonalen Brückenangebots. Wie im vergangenen Jahr dürften auch dieses Jahr etwas mehr als 500 Jugendliche diesen Weg gehen. Mit dieser sehr engmaschigen Begleitung der Jugendlichen mit Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche stellt der Kanton Luzern sicher, dass im kommenden Sommer alle eine Anschlusslösung haben und niemand zwischen Stuhl und Bank fällt. Damit rückt das mittelfristige politische Ziel, für mindestens 95 Prozent aller Jugendlichen eine nachhaltige berufliche Integration zu gewährleisten, immer mehr in Griffnähe.

Kontakt:

Josef Widmer
Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
Tel.: +41/41/228'52'25 (erreichbar heute zwischen 10 und 12 Uhr)
E-Mail:josef.widmer@lu.ch
Internet: www.beruf.lu.ch


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