Staatskanzlei Luzern

Verleihung des Innerschweizer Kulturpreises 2007

    Luzern (ots) - Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung verleiht den Innerschweizer Kulturpreis 2007 in der Höhe von 20'000 Franken an Prof. Dr. Werner Oechslin, Kunst- und Architekturhistoriker, aus Einsiedeln.

    Werner Oechslin (*1944 Einsiedeln) ist Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich, von 1987 bis 2006 leitete er das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta). Er hat im Laufe seiner bisherigen akademischen Lehr- und Forschungstätigkeit im In- und Ausland zahlreiche bedeutende Beiträge zur Architektur- und Kunstgeschichte vom 15.-20. Jahrhundert publiziert. Den Schwerpunkt bilden die Studien zur Architekturtheorie, zur Architektur der Moderne, und zum 18. Jahrhundert. Als letzte grössere Arbeiten erschienen 2003 die beiden Bände der Neuausgabe der «Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Einsiedeln» (Bern 2003, gemeinsam mit Anja Buschow Oechslin), der umfassende Semper-Katalog (2003, zusammen mit Winfried Nerdinger) und die Monografie «Palladianesimo» (2006). Zu seinem sechzigsten Geburtstag wurde ihm 2006 die Festschrift "Architektur weiterdenken" zugedacht, die auch eine Bibliografie seiner Schriften enthält.

    Einer grösseren und auch zentralschweizerischen Öffentlichkeit bekannt geworden ist Werner Oechslin als Gründer und Stifter der "Stiftung Bibliothek Werner Oechslin" in Einsiedeln. Seit seiner Studienzeit sammelt er leidenschaftlich Bücher. Er konzentriert sich dabei auf originale Schriften, da seiner Ansicht nach nur der ursprüngliche Text verlässlich ist. Im Verlauf der Jahrzehnte kam eine Sammlung von über 50'000 Werken zusammen, von denen einige über 500 Jahre alt sind. Der thematische Schwerpunkt liegt zwar bei der Architektur. Die Bände sind aber in einer wohldurchdachten geistigen Ordnung eingebettet in ein weites Feld der Wissenschaften. Erst die Querbeziehungen zu Mathematik, Astronomie, Theologie, Philosophie und Metaphysik machen die unschätzbare Qualität und Systematik dieser Sammlung aus.

    Mit grösster Leidenschaft, Kenntnis und Hartnäckigkeit hat sich Werner Oechslin während rund 15 (schwierigen) Jahren für den Aufbau und die Realisierung einer ebenso aussergewöhnlichen Bibliothek in Einsiedeln eingesetzt, nach einem Projekt des bekannten Architekten Mario Botta. Im vergangenen Juni 2006 konnte die Bibliothek Werner Oechslin von Bundesrat Pascal Couchpin eröffnet werden. Damit ist eine einzigartige Forschungs- und Kulturinstitution von internationaler Bedeutung entstanden. Die Bibliothek wurde öffentlich zugänglich und hat mit der ETH einen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Neben dem bereits zum siebten Mal organisierten Barocksommerkurs werden künftig weitere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt.

    Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung, bestehend aus den Bildungs- und Kulturdirektoren der sechs Zentralschweizer Kantone, würdigt mit dieser Preisvergabe die herausragende kunst- und architekturhistorische Lehr-, Forschungs- und Publikationstätigkeit von Werner Oechslin sowie insbesondere die grossen Verdienste um seine einzigartige geistesgeschichtliche Quellensammlung und die Errichtung der Bibliothek in Einsiedeln als ganz speziellen, wertvollen Ort der Kultur in der Zentralschweiz.

    Die Übergabe des Innerschweizer Kulturpreises 2007 an Prof. Werner Oechslin findet am Samstag, 27. Oktober 2007 in Einsiedeln statt.

Anhänge: www.lu.ch/download/sk/mm_photo/4477_IK_Preise_1997-2006.pdf


ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
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Homepages von Prof. Dr. Werner Oechslin unter:
http://www.bibliothek-oechslin.ch und http://www.gta.arch.ethz.ch

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Tel. +41/41/228'52'05



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