Staatskanzlei Luzern

Zwei Masernausbrüche im Kanton Luzern

Luzern (ots) - Bereits im Frühling und erneut seit Herbst 2006 wurden im Kanton Luzern zwei Masernausbrüche mit bisher 33 Fällen registriert. Weitere Masernfälle werden laufend gemeldet. Das Zentrum des ersten Ausbruchs lag in Triengen, weitere Fälle sind später in Knutwil, Kulmerau und Grosswangen aufgetreten. Seit Mitte November 2006 werden neu Fälle auch in der Region Horw, Luzern, Rain und Ebikon gemeldet. Die total 33 bekannten Fälle betrafen nicht geimpfte Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 18 Jahren, sowie eine nicht geimpfte Frau von 34 Jahren. Bei nicht geimpften Kindern aus der gleichen Familie, der gleichen Klasse, im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft breiteten sich die Masern leicht aus. Die Masernerkrankung ist nicht ungefährlich. Als Folge der Masern erlitten zusätzlich vier der erkrankten Kinder eine Lungenentzündung und drei eine Mittelohrentzündung. Ein Jugendlicher musste h ospitalisiert werden. Die Ärzteschaft ist verpflichtet Masernfälle innert einem Tag dem Kantonsärztlichen Dienst Luzern zu melden. Da längst nicht alle an Masern Erkrankten zum Arzt gebracht werden, dürfte die Anzahl effektiv Betroffener um einiges höher liegen. Im Jahr 2006 kamen ein Viertel aller in der Schweiz gemeldeten Masernfälle im Kanton Luzern vor. Obwohl von zwei Ausbrüchen ausgegangen wird, ist das Ende des aktuellen Ausbruchs noch nicht in Sicht. Ungenügende Durchimpfung Die Maserndurchimpfungsrate der 2-jährigen Kinder im Kanton Luzern lag 2001 mit 71,4 % deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 82,3 %. Diese Durchimpfungsrate genügt nicht, um die Übertragung des Virus aufzuhalten. Somit kann es immer wieder zum Auftreten von Masern kommen, solange nicht mindestens 95% der Kinder gegen Masern geimpft werden. Seltener sind nicht oder ungenügend geimpfte junge Erwachsene betroffen, da die zweite Dosis der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) erst vor 10 Jahren eingeführt worden ist. Die Datenerfassung der im laufenden Jahr durchgeführten Impfstudie wurde kürzlich abgeschlossen; die Auswertung bzw. aktuelle Resultate bezüglich Durchimpfung sind 2007 zu erwarten. Aufgrund der aktuellen Ausbrüche muss betreffend Masern mit einer ungenügenden Durchimpfung gerechnet werden. Empfehlungen des Kantonsärztlichen Dienstes Luzern: Sollten ungeimpfte Kinder oder junge Erwachsene unter 40 Jahren Kontakt mit einem Masernfall haben, kann ein Schutz durch eine sofortige Impfung innert 72 Stunden aufgebaut werden. Angesichts der Ausbreitung der Masern in den letzten Monaten im Kanton Luzern empfiehlt der Kantonsärztliche Dienst Luzern generell eine kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) für alle nicht gegen Masern geimpften Kinder oder Erwachsenen unter 40 Jahren. Dazu sollen sich interessierte Eltern und junge Erwachsene am Besten an Ihre Kinderärztinnen oder ihre Hausärzte wenden. ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Kantonsärztlicher Dienst Luzern Tel.: +41/41/228'60'90

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