Staatskanzlei Luzern

Planmässiger Abbau der labilen Felsschwarte in Weggis

Luzern (ots) - Der Abbau der labilen Felsschwarte in der Horlaui in Weggis ist seit rund einer Woche planmässig im Gange. Rund 100 Kubikmeter Material wurde bislang in Teilsprengungen gelöst und abtransportiert. Der Fels wird von oben nach unten in horizontalen Tranchen abgetragen. Die Arbeiten dauern noch rund zwei Monate. Bevor mit den Sprengarbeiten begonnen werden konnte, musste im Bereich der Baustelle Holz geschlagen und das bestehende Steinschlagschutznetz erweitert werden. Am Fuss des instabilen Felsturmes wurden zudem temporäre Stahlpalisaden erstellt und die Felspartie wurde mit Stahltrossen seitlich verankert. Der Fels ist während des Abbaus zusätzlich mit einem Drahtgeflecht gesichert. Während der Sprengungen wird der Fels mit Sprengmatten abgedeckt. Die instabile Felsschwarte oberhalb der Kantonsstrasse K 2b Weggis - Vitznau wurde im Jahre 1992 entdeckt. Die vollständig von der Felswand abgelöste Schwarte misst 1'200 Kubikmeter und wiegt 3'100 Tonnen. Würde diese abstürzen, müsste nicht nur mit erheblichen Schäden an der Kantonsstrasse gerechnet werden, sondern auch mit schwerwiegenden Folgen für allfällige Strassenbenützer. Die Situation wird deshalb seit 1992 durch das Strasseninspektorat des Kantons Luzern nach einem genau definierten Messprogramm überwacht. Tatsächlich neigen sich die Felsmassen zunehmend talwärts. Diese Bewegung hat sich seit 2002 ausserordentlich beschleunigt, und es droht ein Felssturz. Um dies zu verhindern, wird jetzt der Felsturm kontrolliert abgebaut. 1998 sind für den ganzen Kanton Luzern flächendeckende Gefahrenhinweiskarten erstellt worden. Diese geben einen Überblick über alle Gebiete, die möglicherweise von einer gravitativen Naturgefahr (Murgänge, Hochwasser, Erdrutsche, Steinschlag, Lawinen) bedroht sein könnten. Wo diese Gefahrenhinweise ein Siedlungsgebiet oder eine wichtige Verkehrsachse betreffen werden seit 2001 so genannte Gefahrenkarten erstellt. Diese sind das Ergebnis detaillierter Analysen. Sie beruhen auf Erkenntnissen aus bereits eingetroffenen Schadenereignissen, Geländebeurteilungen durch Fachleute sowie Berechnungen und Modellierungen mit dem Computer. Die Erarbeitung von Gefahrenkarten schreitet zügig voran und wird in wenigen Jahren abgeschlossen sein. Auf dem Internet kann die aktuelle Gefahrenhinweiskarte unter www.geo.lu.ch/map/gefahrenhinweiskarte eingesehen werden. Am 18. Juni 2003 hat der Luzerner Regierungsrat das Konzept Naturgefahren 2002+ genehmigt. Dieses legt fest, was der Kanton im Zeitraum 2003 - 2007 zum Schutz vor gravitativen Naturgefahren unternimmt. In Form so genannter Schutzziele hält das Konzept fest, wo welcher Schutzgrad angestrebt wird. So sollen in geschlossenen Siedlungen nach Möglichkeit nur Ereignisse von geringer Intensität akzeptiert werden. Gegen stärkere Bedrohungen werden Massnahmen geprüft. Verkehrsachsen sollen so geschützt werden, dass mittlere und schwere Ereignisse nach Möglichkeit seltener als ein Mal pro Jahrhundert eintreten. Vor diesem Hintergrund ist der Abtrag des Felsturms in der Horlaui in Weggis zu sehen. ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Willi Krummenacher Projektleiter Strasseninspektorat Dienststelle Verkehr und Infrastruktur Tel.: +41/41/288'91'74 Rene Graf Fachleiter Naturgefahren Dienststelle Landwirtschaft und Wald Tel.: +41/41/925'10'73

Das könnte Sie auch interessieren: