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Staatskanzlei Luzern

Waldschäden nach Lothar und Borkenkäfer: Bilanz und Ausblick

    Luzern (ots) - Im Kanton Luzern haben Bund und Kanton insgesamt 26 Millionen Franken in die Bewältigung der Waldschäden investiert, die vom Orkan Lothar und in den Folgejahren vom Borkenkäfer verursacht worden sind. Dies gab Regierungsrat Max Pfister am Montag in Luzern bekannt. Der grösste Teil wurde für die Wieder-bewaldung der Schadenflächen aufgewendet. Der eingeschlagene Weg für eine naturnahe und effiziente Luzerner Waldwirtschaft soll in den nächsten Jahren weiter verfolgt werden.

    Eine Million Kubikmeter Holz, die vierfache Jahresnutzung, fiel 1999 im Kanton Luzern dem Orkan "Lothar" zum Opfer. Innert zwei Jahren wurde der grösste Teil des Sturmholzes zwar aufgerüstet, Borkenkäfer und Hitzesommer machten dem geschwächten Wald jedoch zusätzlich zu schaffen.

    "Ökonomisch und ökologisch sinnvoll"

    Wie Regierungsrat Max Pfister vor den Medien ausführte, hat der Kanton Luzern von Anfang an das Ziel verfolgt, die Waldschäden "ökologisch und ökonomisch sinnvoll" zu bewältigen. 15 Millionen Franken sind in die naturnahe Wiederbewaldung der geschädigten Flächen und damit in den Aufbau einer zukünftigen stabilen Waldgeneration investiert worden. Insgesamt sind 2500 Hektaren wiederbewaldet worden. Knapp vier Millionen Franken kostete die Wiederinstandstellung von rund 200 Kilometer Waldstrassen, die durch entwurzelte Bäume oder durch den Abtransport der ausserordentlichen Holzmengen Schaden genommen hatten. Weitere Beiträge betrafen unter anderem die Seilkraneinsätze, die Freilegung von Gewässern und die Holzabsatzförderung. Der Bund trug insgesamt 15 Millionen Franken zur Schadensbewältigung im Kanton Luzern bei.

    Die Holznutzung wurde nur in Ausnahmefällen unterstützt, um entwurzelte Bäume in gefährlichen Bächen und Bacheinhängen zu entfernen. Es sei von grosser Bedeutung, sagte Pfister, dass für die Holznutzung keine marktverfälschenden Subventionen bezahlt werden, da nach dem grossen Holzanfall die Holzpreise ohnehin tief seien und Beiträge die Preisspirale noch weiter nach unten schrauben würden.

    Private Waldeigentümer, die im Zusammenhang mit der Trockenheit 2003 und dem Borkenkäferbefall in eine finanzielle Notsituation geraten sind, erhalten einen einmaligen Beitrag, sofern ihr Gesuch als Härtefall anerkannt wird.

    Auf öffentliche Ziele konzentrieren

    Auf dem Weg zu einer naturnahen und effizienten Waldwirtschaft will sich der Kanton Luzern auch in den nächsten vier Jahren auf öffentliche Ziele konzentrieren. Schwerpunkte sind die Holzförderung (es wird zu wenig Holz verwendet), das Ausscheiden von Waldreservaten (der Kanton Luzern weist einen Nachholbedarf aus), die kompetente Beratung (die Förster leisten eine wichtige Umsetzungsarbeit aus unabhängiger Position) und als dringendes Anliegen die Strukturverbesserung über Betriebsgemeinschaften: Um gegen die internationale Konkurrenz gewappnet zu sein, muss nach Ansicht von Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, "die gesamte Wald- und Holzwirtschaftsbranche effizienter werden. Die Luzerner Waldwirtschaft ist zu kleinflächig strukturiert. 12'000 Waldeigentümer teilen sich die rund 30'000 Waldparzellen. Dieser Nachteil muss durch gemeinsame Bewirtschaftung - Betriebsgemeinschaften - überwunden werden." Parallel dazu soll die Holzverwendung stimuliert werden.

    Im Bereich der Planung sind mit dem Leitbild Wald und dem Waldentwicklungs-konzept wesentliche Grundlagen erarbeitet worden. Das Entlebuch ist als Pilotregion für die erste regionale Waldentwicklungsplanung ausgewählt worden. Diese wird in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband Unesco Biosphaere Entlebuch gestaltet. Die Bevölkerung und die Waldeigentümer werden zur aktiven Mitwirkung eingeladen. Es soll zum Beispiel aufzeigt werden, wo Waldreservate ausgeschieden werden können oder wo ein Schutzwald vor Lawinen oder Steinschlag schützen soll. Mit dem Waldentwicklungsplan erarbeitet der Kanton laut Schmidhauser "ein breit abgestütztes Planungsinstrument, das gleichzeitig auch einen wirksamen Einsatz der knappen öffentlichen Gelder gewährleistet". Der Start der öffentlichen Mitwirkung im Entlebuch erfolgt im kommenden Oktober. Die andern Regionen folgen bis 2008.

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
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