Staatskanzlei Luzern

Vernehmlassung zum neuen Berufsbildungsgesetz

    Luzern (ots) - Der Kanton Luzern erhält ein neues Gesetz über die Berufs- und Weiterbildung: der Regierungsrat hat den entsprechenden Entwurf gutgeheissen und ihn zu Beginn dieser Woche in eine breite Vernehmlassung geschickt.

    Das neue Gesetz über die Berufs- und Weiterbildung wird auf kantonaler Ebene die Neuerungen des am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen schweizerischen Berufsbildungsgesetzes abbilden. Das neue Bundesgesetz trägt dem markanten Wandel in der Berufs- und Arbeitswelt und den damit verbundenen Bedürfnissen Rechnung. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Berufe entstanden und die dynamische Entwicklung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und andere Wachstumsbereiche verlangen von der Berufsbildung eine rasche Anpassung an neue Anforderungen.

    Bis Ende 2002 waren die gewerblichen und (teilweise) kaufmännischen Berufsschulen in kommunaler Trägerschaft. Die Finanzierung erfolgte gemäss einem komplexen Konzept durch Bund, Kanton, Gemeinden und Lehrbetriebe. Seit dem 1. Januar 2003 sind diese Berufsschulen kantonalisiert (ausser: kaufmännisches Bildungszentrum Luzern). Bereits zwei Jahre vorher wurden die berufsbildenden Schulen der Landwirtschaft und des Gesundheits- und Sozialbereichs in die Zuständigkeit des Bildungs- und Kulturdepartement überführt.

    Gemeinsames Werk der Berufsbildungspartner

    Der nun vorliegende Gesetzesentwurf wurde von einer Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretungen aller Berufsbildungspartner (Betriebe, Berufsverbände, Berufsfachschulen) erarbeitet. Er übernimmt die Neuerungen der schweizerischen Berufsbildungsgesetzgebung und enthält ausserdem folgende neue Elemente:

    - Betonung der Berufsbildung als Verbundaufgabe zwischen Betrieben, Organisationen der Arbeitswelt (Berufsverbände) und (kantonalen) Berufsfachschulen;

    - Kantonalisierung des 10. Schuljahres und damit Übertragung der Verantwortung für alle Brückenangebote an die Berufsbildung; - Integration der neuen Fachmittelschulen (ehem. Diplommittelschulen) in das Berufsbildungswesen (3-jährige schulische Ausbildung und anschliessendes 1-jähriges Praktikum);

    - Klare Definition der staatlichen Rolle im Bereich der Höheren Berufsbildung und der Weiterbildung;

    - Neue Finanzierungsform: Der Kanton gibt analog zur neuen Regelung im schweizerischen Berufsbildungsgesetz (leistungsorientiert und nicht mehr aufwandorientiert) seine Beiträge an Dritte (private Berufsfachschulen, überbetriebliche Kurszentren) in Form von Pauschalen weiter.

    Durch die Übernahme bisher teils kommunaler Aufgaben (Brückenangebote, Fachmittelschule) werden dem Kanton Luzern Mehrkosten von jährlich rund 12 Millionen Franken entstehen. Dieser Beitrag soll durch die Gemeinden anderweitig kompensiert werden - die Modalitäten sind im Rahmen der Aufgabenteilung Kanton - Gemeinden zu klären.

    Erziehungsgesetz nun vollständig

    Im Rahmen der Totalrevision des Erziehungsgesetzes sind in den letzten Jahren bis auf das Berufs- und Weiterbildungsgesetz alle Bereichsgesetze neu geregelt worden. Das Gesetz über die Berufs- und Weiterbildung übernimmt für eine bessere Lesbarkeit und Vergleichbarkeit weitgehend die damals gewählte Struktur.

    Kästchen:

    Berufslehre

    Im Kanton Luzern rekrutieren rund 4400 Lehrbetriebe (davon mehr als 85% KMU) den beruflichen Nachwuchs. Pro Jahr werden etwa 3400 neue Lehrverträge ausgestellt. Ingesamt befinden sich stets knapp 10'000 Lehrlinge im Kanton Luzern in einer Berufsausbildung. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der pro Jahr neu abgeschlossenen Lehr- und Anlehrverträge von 3134 (1992) auf 3629 (2003) zugenommen.

    Seit der Einführung der Berufsmatura vor zehn Jahren ist die Berufslehre für schulisch gut begabte Jugendliche ein Einstieg zu einem Studium an einer Fachhochschule oder neuerdings (mit Ergänzungsprüfung) auch an einer Universität.

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
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Kontakt:
Dr. Anton Schwingruber
Bildungs- und Kulturdirektor Kanton Luzern
erreichbar heute Mittwoch, 28. Januar 2004
von 14 bis 16 Uhr
Tel. +41/41/228'52'03

Josef Widmer
Vorsteher Gruppe Berufs-
und Erwachsenenbildung
im Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern
erreichbar heute Mittwoch, 28. Januar 2004
von 11.15 und 12.30 h und zwischen 17.00 und 18.00 h
Mobile +41/79/681'44'05



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