Staatskanzlei Luzern

Waldschäden: Gleiche Strategie, zusätzliche Massnahmen

    Luzern (ots) - Bei der Bewältigung der Waldschäden hält die Luzerner Regierung an der gewählten langfristigen Strategie fest und wird auch künftig keine Beiträge an das Aufrüsten von Käferholz ausrichten. Sie investiert jedoch mit einem neuen Waldbauprojekt konsequent in die Wiederbewaldung mit standortgerechten Bäumen und ist zudem bereit, Härtefälle zu prüfen und entsprechende Beiträge zu sprechen. Dies gab Regierungsrat Max Pfister, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes, am Donnerstag an einer Medienorientierung bekannt.

    Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer haben an verschiedenen Orten in der Schweiz den Bäumen derart zugesetzt, dass örtlich ganze Waldpartien braun geworden sind. Davon betroffen ist auch der Kanton Luzern, wo im oberen Entlebuch massive Schäden festgestellt worden sind. Die Waldschäden und die getroffenen Massnahmen sind seit mehreren Wochen ein zentrales Diskussionsthema weit über die Waldeigentümer-Kreise hinaus. Dass in unserem Land nicht überall die gleiche Strategie bei der Bewältigung der Waldschäden gewählt wird, gibt der Diskussion insbesondere in den betroffenen Regionen wie dem Entlebuch zusätzlich Nahrung.

    25 Millionen - Investition

    Laut Beat Balmer, Vorsteher der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, hat der Kanton Luzern - wie die Kantone Aargau und Zürich auch - das Augenmerk auf ein doppeltes Vorgehen gerichtet. Rechtzeitig erkannte Käferbäume sollen, sofern die Ressourcen vorhanden sind, geerntet und entfernt werden. Ist dies nicht mehr möglich, sollen die Bäume solange stehen bleiben, bis sich die natürlichen Feinde der Borkenkäfer entwickelt haben. Hauptziel sei es, mittelfristig für eine Wiederbewaldung mit stabilen, standortgerechten Bäumen zu sorgen. Diese Investition in die neue Waldgeneration wurde und wird nach den Worten von Regierungsrat Max Pfister finanziell erheblich unterstützt: mit rund 15 Millionen Franken für das Lothar-Wiederbewaldungsprojekt sowie weiteren zehn Millionen Franken unter anderem für die Wiederherstellung von Waldstrassen, für Seilkraneinsätze, Forstschutz, Bachprojekte und für die Holzförderung.

    Strategie der langfristige Prävention

    Der Kanton Luzern setze auf die junge Generation, sagte Pfister. Er investiere in den Generationenwechsel, in Mischwälder, die weniger anfällig sind und auf dem Holzmarkt ausgeglichenere Chancen bieten. "Diese Strategie ist eine langfristige Prävention", sagte der Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes. Sie beinhalte auch eine klare Aufgabenteilung zwischen Staat und Waldeigentümer.

    Andere Kantone weisen Waldeigentümer an, befallenes Holz unverzüglich aus dem Wald zu entfernen. Leider sei aber selbst in Gebieten, in denen Millionen von Franken in die Waldräumung investiert worden sind, die Situation zum Teil ausser Kontrolle geraten, sagte Pfister. Der Holzpreis im übersättigten Holzmarkt werde mit öffentlichen Geldern zusätzlich unter Druck gesetzt.

    Zwei zusätzliche Massnahmen

    Regierung, Departement und Forstbehörde wollen deshalb an der auch vom Grossen Rat gestützten bisherigen Strategie festhalten, diese jedoch mit zwei zusätzlichen Massnahmen ergänzen.

    Zum einen wird das auslaufende Lothar-Wiederbewaldungsprojekt ab 2004 vom Waldbauprojekt A nahtlos abgelöst, das aufgrund der ausserordentlichen Waldschäden ergänzt wird. So soll es laut Pfister möglich werden, alle im Sommer 2003 entstandenen Schäden, auch jene, die jetzt kaum sichtbar sind, in das auslaufende Projekt Wiederbewaldung aufzunehmen.

    Weiter anerkenne der Kanton die ausserordentliche Situation der Waldschäden infolge Trockenheit und Borkenkäferbefall und sei bereit, Härtefälle zu prüfen und später entsprechende Beiträge im Sinn einer Nothilfe zu sprechen.

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