Staatskanzlei Luzern

Aufruf von Gesundheitsdirektor Markus Dürr zum Tag der Kranken.

Wenn unsere Tage gezählt sind...

    Luzern (ots) - Derzeit wird öffentlich und privat heftig diskutiert über das Gesundheitswesen. Dabei geht es um Angebote, um Kosten und Strukturen, um Lobbying, Politik und Macht. Und die Betroffenen, die kranken Mitmenschen und ihre Angehörigen? Sie stehen bei all diesen Diskussionen im Hintergrund.

    Ein Grund mehr, sie am Tag der Kranken, dem ersten März-Sonntag, ganz in den Mittelpunkt zu stellen. Besonders auch dieses Jahr, da der Tag der Kranken unter dem Motto steht: "Wenn unsere Tage gezählt sind...".

    Erfreulicherweise kann die Medizin vielen Menschen rasch und effizient helfen. Aber trotz grosser technischer Fortschritte und weit entwickelter Medizin gibt es immer noch unheilbare Krankheiten, gibt es auch Krankheitsstadien, in denen "die Tage gezählt sind". Ich denke speziell an Frauen und Männer im hohen Alter, deren Gesundheitszustand sich kontinuierlich verschlechtert. Diesen älteren Menschen verdanken die beruflich noch aktiven Generationen sehr viel. Ich denke aber auch an all jene, die, obwohl noch jung oder "in den besten Jahren", unheilbar krank sind. Zu Recht stehen all diese Mitbürgerinnen und Mitbürger im Mittelpunkt des diesjährigen "Tags der Kranken".

    Wir alle kennen in unserem näheren oder weiteren Umfeld Menschen, deren Tage gezählt sind. Nehmen wir den Tag der Kranken zum Anlass, um ihnen ganz bewusst unsere Aufmerksamkeit und unsere Zeit zu schenken. Diese Menschen sind es wert, dass sie unsere echte Hingabe und Verbundenheit spüren. Wenn ihnen medizinisch nur noch beschränkt geholfen werden kann, so brauchen sie unser Da-sein umso mehr, unser Verständnis, unser Mittragen, unsere Nähe. Nehmen wir unsere menschliche Verantwortung wahr, bevor es zu spät ist.

    Bei dieser Gelegenheit danke ich den vielen Angehörigen, die sich oft in fast grenzenlos aufopfernder Art liebevoll um die Kranken kümmern und sie auch in der letzten Lebensphase treu begleiten.

    Kranke in ihren letzten Tagen sind auch für die medizinische und pflegerische Betreuung eine Herausforderung. Patienten mit chronischen, fortschreitenden Erkrankungen und Sterbende brauchen nicht nur optimale medizinisch-technische Hilfe. Sie brauchen besonders viel Zuwendung, die unsere Pflegenden, Aerztinnen und Aerzte in den Spitälern und Heimen ihnen schenken, trotz der allgemein grossen Belastung, der sie ausgesetzt sind. Am Tag der Kranken gebührt dem Personal deshalb auch ein besonderer Dank.

    Die Situation von Menschen in ihren letzten Tagen muss auch auf die politische Diskussion über das Gesundheitswesen durchschlagen. Wir dürfen diese Diskussion nicht auf Kostenverteiler, technische Machbarkeit und medizinische Angebote beschränken. Denn es ist nötig, dass wir als Gesellschaft über das Leben selbst und über die Grenzen der medizinischen Möglichkeiten nachdenken.

    Regierungsrat Dr. Markus Dürr     Vorsteher Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
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