Staatskanzlei Luzern

Mehr Leistung und mehr Markt im Luzerner Wald

    Luzern (ots) - Der Kanton Luzern hat in den Jahren 1997-2002 seine Forstorganisation neu gestaltet. Darauf aufbauend, lassen sich die Abläufe bei der Holznutzung im Wald bis zur Verarbeitung im Werk oder der Verwertung in einer Energieanlage (sog. Holzkette) verbessern. Im Sinne der Strukturverbesserung hat der Regierungsrat beschlossen, ein fünfjähriges Projekt für den Aufbau von regionalen Agenturen finanziell zu unterstützen. Mit verschiedenen Innovationen sollen die Absatzchancen und Verwertungsmöglichkeiten von Rundholz um 20% gesteigert werden. Projektträgerin ist die Firma LENCA AG. Während fünf Jahren beteiligen sich der Bund (47%), der Kanton Luzern (43%) sowie die Firma LENCA AG (10%) an den Ausführungskosten von 2,5 Mio. Franken. Für das erste Jahr ist ein Kantonsbeitrag in der Höhe von 0.5 Mio. Franken zugesichert worden.

    "Lothar" hat auch Holzkette durcheinandergewirbelt

    Seit "Lothar" ist der nationale und internationale Holzmarkt deutlich stärker in Bewegung als vorher. Es wird allgemein erwartet, dass diese Bewegung in den nächsten Jahren nicht zum Stillstand kommen wird. Die Strukturen entlang der Holzkette werden sich verändern. Die beteiligten Akteure sind gefordert: Die öffentlichen und privaten Waldeigentümer erwarten als Anbieter von Rundholz einen möglichst hohen Erlös; die Forstlogistiker führen sämtliche Holzernte- und Transportprozesse vom stehenden Baum im Wald bis zur Ablieferung der Stückgüter im Werk aus; die Werke als Erzeuger von Holzfabrikaten suchen mit möglichst geringem Aufwand das richtige Sortiment zum richtigen Zeitpunkt. In jeder Situation müssen diese Prozesse richtig ineinander greifen und flexibel auf alle Anforderungen reagieren können. Diese Steuerung fällt dem Management der Holzkette zu. Das Kantonsforstamt Luzern will vor allem in diesem Bereich neue Impulse setzen. Das initiierte Projekt "Leistungssteigerung der Holzkette im Kanton Luzern" wird durch die private Firma LENCA AG, Küssnacht a. R., geleitet. Dieses Projekt soll die Holzkette mit den wichtigsten Akteuren für die Anforderungen von morgen rechtzeitig fit trimmen.

    Herstellungskosten um einen Fünftel senken

    Unter Einhaltung der gesetzlichen, sozialen, ökologischen und technischen Rahmenbedingungen will das Projekt:

    1. die Strukturen und Abläufe neu ausrichten     2. die Zusammenarbeit unter den Akteuren verbessern und     3. die Holzvermarktung optimieren

    Dadurch sollen gemäss Berechnungen der LENCA AG die durchschnittlichen Herstellungskosten bis zum verarbeitenden Werk innerhalb der nächsten fünf Jahre um 20% reduziert werden. Die drei Erfolgsfaktoren für die Umsetzung sind die starken Regionen als Bausteine der Organisation, eine transparente Unternehmenskultur und ein leistungsfähiges Informationssystem (Internet-Datenbank).

    Aufbauarbeit läuft

    Die angestrebte Senkung der Herstellungskosten erfordert eine kontinuierliche Aufbauarbeit, die bereits angelaufen ist. Die Neuverteilung der Kostenstruktur ist eines der angestrebten Ziele: Die Waldeigentümer erhalten mehr Geld für ihr Holz. Die Forstlogistikerbranche erzielt eine höhere Auslastung ihrer Kapazitäten. Die Werke profitieren von tieferen Beschaffungskosten. Und das übergreifende Management kann professionelle und zukunftsfähige Arbeitsplätze anbieten. Nicht zuletzt wird die Position des erneuerbaren und einheimischen Werkstoffes Holz gegenüber seinen Konkurrenten Beton, Stahl und Kunststoff wesentlich gestärkt. Auch die kleinstrukturierte Waldwirtschaft - im Kanton Luzern besonders ausgeprägt - gewinnt an Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Regionen, denn im europäischen Vergleich weist die Schweiz die höchsten Holzernte- und Vermarktungskosten auf.

    Motivierte Regionalagenten an der Basis

    Während die LENCA AG bereits operationsfähig ist, befindet sich das Luzerner Agenturnetz voll im Aufbau: qualifizierte Forstfachleute schliessen mit der Dachmarke LENCA einen Agenturpartnerschaftsvertrag ab und kümmern sich um den Marktaufbau. Im Kanton Luzern werden fünf Regionalagenturen entstehen, welche den Kontakt zu den zahlreichen Privatwaldeigentümern, den Logistikern und den Werken herstellen werden:

    - Seetal     - Surental, Luzern     - Wiggertal     - Napf, Hinterland     - Entlebuch, Pilatus

    Mit der Zeit sollen die Agenturen rechtliche Eigenständigkeit erlangen. Unter dem Dach der LENCA AG können zukünftig Partner aus anderen Regionen das Agenturennetz erweitern. Entscheidend ist, dass niemand zur Vermarktung des Holzes nach System LENCA gezwungen wird. Alles basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit.

    Mit Transparenz Vertrauen schaffen

    Das Projekt unterzieht sich einem freiwilligen Controlling. Damit Transparenz im Projekt sinnvoll, glaubwürdig und konstruktiv aufgebaut werden kann, braucht es eine übergeordnete neutrale Instanz, welche Einblick in die Geschäftsabwicklung bekommt und die Ergebnisse den Interessengruppen weitergeben kann. Das entsprechende Konzept liegt bereits vor. Zurzeit werden Gespräche mit möglichen Partnern für diese Aufgabe geführt.

    LENCA AG als privatwirtschaftliche Projektträgerin

    Die LENCA AG mit Sitz in Küssnacht a.R. will mit diesem Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Strukturverbesserung der Holzkette im Kanton Luzern leisten und übernimmt als Projektträgerin das unternehmerische Risiko. Die LENCA AG erhofft sich, mit Innovation und Flexibilität im Markt die Gewinnschwelle spätestens nach fünf Jahren zu überschreiten. Die Firma vertraut dabei auf ihre hohe Fachkompetenz, welche sie aus den Bereichen Forstunternehmung, Industrie, Verwaltung und Führung einbringen kann. Unterstützt wird sie von den fünf Agenturleitern, der eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Holz21 - einem Gemeinschaftsprojekt von Bund, Holzwirtschaft, Hochschulen und Umweltverbänden zur Intensivierung der Holznutzung sowie der Forstunternehmung Candinas SA. Projektleiter ist der ETH/BWI Ingenieur Jost von Moos (www.lenca.ch).

    Der Kanton Luzern initiiert und fördert

    Die primäre Rolle des Kantonsforstamtes liegt darin, das Projekt "Leistungssteigerung der Holzkette" zu lancieren. Der Kanton Luzern unterstützt in der Anfangsphase dieses Projekt mit personellen Ressourcen des eigenen Forstbetriebes und beteiligt sich mit 10% am Aktienkapital der neu gegründeten privaten Gesellschaft. Befristet ist ebenfalls die finanzielle Unterstützung des Kantons Luzern und des Bundes für den Aufbau von regionalen Agenturen im Rahmen des fünfjährigen Projektes. Als Eigentümer der Staatswälder beansprucht der Kanton Luzern die Vermarktungs- und Logistikdienste der Firma LENCA AG, um den Absatz von Rundholz zu optimieren. Als Förderer der regionalen Strukturen und der Holzverwendung erwartet der Kanton Luzern wesentliche Verbesserungen für die ansässige Wald- und Holzwirtschaft.

    Beteiligte am Projekt "Leistungssteigerung die Holzkette im Kanton Luzern":

    - Otmar Wüest, Kantonsförster, Vertreter des Kantons Luzern im
        Verwaltungsrat der LENCA AG
    - Jost v. Moos, diplomierter Forstingenieur ETH/BWI,
        Projektleiter, vollamtlicher Geschäftsführer und Mitglied des    
        Verwaltungsrates der LENCA AG
    - Markus Eichenberger, Müswangen, eidg. dipl. Förster und
        regionaler Agenturleiter Seetal
    - Alois Huber, Luthern, eidg. dipl. Förster und regionaler
        Agenturleiter Napf/Hinterland
    - Erwin Meier, Geuensee, eidg. dipl. Förster und regionaler
        Agenturleiter Surental/Luzern
    - Peter Thalmann, Ebnet/Entlebuch, eidg. dipl. Förster und
        regionaler Agenturleiter Entlebuch/Pilatus
    - Erich Tschopp, Reidermoos, eidg. dipl. Förster und regionaler
        Agenturleiter Wiggertal

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
Bruno Röösli
dipl. Forsting. ETH
Fachbereich Information und Forstliche Bildung
Telefon +41/41/925'60'01
Mobile  +41/79/442'72'36
bruno.roeoesli@lu.ch



Weitere Meldungen: Staatskanzlei Luzern

Das könnte Sie auch interessieren: