Staatskanzlei Luzern

Kanton und Caritas spannen für neues Projekt im Strafvollzug zusammen

Scheunenbau als Beitrag zu Wiedergutmachung und Resozialisierung Luzern (ots) - Unter dem speziellen Aspekt der Wiedergutmachung im Strafvollzug helfen Strafverbüssende im Entlebuch beim Bau einer Scheune mit. Das Projekt führt die Haftanstalt und das Untersuchungsgefängnis Grosshof zusammen mit Caritas Schweiz durch. Der Einsatz erfolgt für 5 Insassen jeweils tagsüber vom 10. September bis zum 4. Oktober auf einer Bergbauernliegenschaft, die Ruhe- und Freizeit verbringen sie während dieser Zeit im Gefängnis Willisau. Die kantonale Haftanstalt und das Untersuchungsgefängnis Grosshof (HU-Grosshof) in Kriens ist eine moderne Institution für den Strafvollzug im Kanton Luzern. In drei eigenständigen Abteilungen mit total 86 Plätzen werden Untersuchungshaft, Haft- und Gefängnisstrafen sowie Halbgefangenschaft für Frauen vollzogen. In der Aussenstation Willisau erhalten inhaftierte Personen in Projektarbeiten ein offeneres Lern- und Arbeitsfeld. 45 Angestellte des HU-Grosshof ermöglichen ein differenziertes, von den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen der inhaftieren Personen abhängiges Betreuungskonzept. Lern- und Arbeitsfeld ausserhalb der Anstalt Mit dem Projekt "Progress" will der HU-Grosshof neue Formen der Strafverbüssung erproben, wie das der moderne Strafvollzug erfordert. Das Projekt stellt den letzten Schritt vor der Entlassung respektive vor dem Übergang in die Halbfreiheit dar. Mit dem Projekt soll geeigneten Insassen ein Lern- und Arbeitsfeld ausserhalb der geschlossenen Anstalt geboten werden, das es Ihnen erlaubt, ihre Sozial- und Selbstkompetenz zu verbessern, im Team ein Ziel zu erreichen und an einem Erfolgserlebnis teilzuhaben. Gleichzeitig macht es soziale Kontakte möglich und hilft im Erfolgsfall mit, die Öffentlichkeit für Projekte mit resozialisierungswilligen Strafgefangenen zu gewinnen. Sicherheit im Vordergrund Die Sicherheit der Bevölkerung stellt hohe Anforderungen an die Auswahl der am Projekt beschäftigten Insassen. In Frage kommen ausschliesslich Straftäter, die kurz vor Ende einer längeren Strafe stehen oder aber eine Kurzstrafe verbüssen. Weder dürfen sie als flucht- noch gar als gemeingefährlich gelten. Die Projektteilnehmer müssen sich im geschlossenen Strafvollzug bewährt haben und müssen bereit sein, sich und ihre Arbeit permanent zu reflektieren. Die Straffälligen werden während der ganzen Bauphase durch einen Vollzugsangestellten des HU-Grosshofs begleitet und betreut. Die Haftanstalt hat den zuständigen Gemeinderat frühzeitig über das Projekt orientiert. Die Projektkosten von rund 8'000 Franken übernimmt der HU-Grosshof. Projektpartnerschaft mit Caritas Schweiz Caritas Schweiz vermittelte dem HU-Grosshof die Bergbauernliegenschaft als Projektobjekt. Die gemeinnützige Organisation organisiert den Arbeitsauftrag und führt ihn durch, begleitet das Projekt durch einen Sozialpädagogen und wird einen Schlussbericht verfassen. Dieser ist für den Entscheid wichtig, ob diese Form der letzten Etappe einer Strafverbüssung in einer geschlossenen Anstalt institutionalisiert werden soll. Weitere Progress-Projekte sollen weiterhin Familien im Kanton Luzern zu Gute kommen, die in der Berglandwirtschaft tätig sind. ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern Internet: www.newsaktuell.ch Weitere Auskünfte bis und mit 27.September: Hans Rudolf Schwarz Direktor Haftanstalt und Untersuchungsgefängnis Grosshof Tel. +41/41/318'14'03 mailto: hans-rudolf.schwarz@lu.ch

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