Staatskanzlei Luzern

Muslimischer Religionsunterricht: Richtigstellung des Bildungsdepartementes

    Luzern (ots) - Die Vereinigung der islamischen Organisation des Kantons Luzern bietet in Kriens und Ebikon Kindern muslimischen Glaubens Unterricht in ihrer Religion an, wenn deren Eltern es wünschen. In Kriens haben 20% der muslimischen Kinder davon Gebrauch gemacht.

    In diversen Medienberichten, in einer Medienmitteilung und im Inserat einer Luzerner Partei sind Behauptungen aufgestellt worden, die teilweise missverständlich und falsch sind.

    Das Bildungsdepartement nimmt daher wie folgt Stellung:

    1. Weder der Luzerner Regierungsrat noch die Verantwortlichen des Bildungsdepartementes noch "irgendeine profilierungssüchtige Gruppe" haben entschieden, es werde im Kanton Luzern islamischer Unterricht eingeführt. Vielmehr haben zwei Gemeinden auf Anfrage der islamischen Religionsgemeinschaft die Gestaltungsfreiheit wahrgenommen, die ihnen das 1999 vom Luzerner Volk angenommene Volksschulbildungsgesetz einräumt. Schon das Erziehungsgesetz von 1953 sah diese Möglichkeit vor.

    2. Es handelt sich beim Entscheid der beiden Gemeinden nicht um "Bevorzugungen von fremden Ethnien gegenüber unserer angestammten christlichen Kultur". Vielmehr geht es um die vom Gesetz geforderte Gleichbehandlung aller Religionen. Diese Bestimmung unterstützt auch die allseits geforderten Integrationsbemühungen der Gemeinden.

    3. Alle Glaubensgemeinschaften, die gemäss unserem Volkschulbildungsgesetz Religionsunterricht erteilen, müssen ihr Lehrpersonal selber rekrutieren und aus eigenen Mitteln entschädigen. Das Gesetz verlangt lediglich, nach Möglichkeit sei Zeit und Raum zur Verfügung zu stellen. Von einer "Förderung der Koran-Lehre mit Steuergeldern" kann also nicht die Rede sein.

    4. Das Bildungsdepartement verwahrt sich in aller Form gegen die Verunglimpfung der Schulpflegen als "dilettantischen Experimentierclub". Die Schulpflegen sind vom Volk gewählte Behörden und leisten unverzichtbare und hervorragende Arbeit im Dienste unserer Volkschulen.

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
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Kontakt:
Dr. Hans-Rudolf Burri
Departementssekretär Bildungsdepartement Luzern
Mobile  +41/79/373'51'46
mailto: hans-rudolf.burri@lu.ch



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