Staatskanzlei Luzern

Franz-Xaver Kaufmann liest zu Rom oder Religion

    Luzern (ots) - Am 24. Januar ist Prof. Franz-Xaver Kaufmann in Luzern zu Gast. Er spricht an der Thomas-Akademie der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Sein Vortrag um 17.15 Uhr in der Jesuitenkirche hat das Thema: "Römischer Zentralismus: Entstehung - Erfolg - Gefahren". Unter dem Messer des Meistersoziologen dürfte das Machtzentrum der römisch-katholischen Kirche offen gelegt werden. Dabei dürfte Rom sowohl einiges von seinem gloriosen Glanz als auch von seinen unübersehbaren Gebrechen preisgeben.

    Aus Zürich hat es ihn nach Ostwestfalen verschlagen. Seit über 30 Jahren lebt und lehrt Franz-Xaver Kaufmann, der dieses Jahr seinen siebzigsten Geburtstag feiern kann, in Bielefeld. Er ist ein Leuchtstern am Soziologenhimmel, zudem ein Katholik ohne Scheuklappen. Immer wieder packt er heisse Eisen an. Er kennt sich in Fragen der Staats-, Wirtschafts- und Familiensoziologie ebenso aus wie auf religionssoziologischem Gebiet. Zwischen 1979 und 1983 war er Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Forschung an der Universität Bielefeld. Von 1980 bis 1992 stand er dem Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik vor. Sein Bruder Ludwig leitete lange Zeit die renommierte Zürcher Jesuitenzeitschrift ORIENTIERUNG.

    Sein eigenes Interesse an religionssoziologischen Fragestellungen habe nicht nur fachliche, sondern auch biographische Hintergründe. "Das Zusammenleben mit Andersdenkenden, ohne doch den eigenen Standpunkt aufzugeben, wurde mir als Katholik schon durch das Aufwachsen in der Diaspora-Situation der Zwingli-Stadt Zürich selbstverständlich. Ich lernte früh, die Perspektiven zu wechseln, und dies ist für eine soziologische Betrachtungsweise religiöser Phänomene unerlässlich." Kaufmann hat ein ausgesprochen breites und beachtliches Werk vorgelegt, das immer wieder auch theologische Themen berührt. Nicht von Ungefähr ist der hochkarätige Soziologe und engagierte Katholik ein gefragter Ratgeber kirchlicher Gremien und vieler, die an der Zukunft christlicher Religion interessiert sind. Kaufmann trägt seine soziologischen Einsichten ebenso verständlich wie präzise und prägnant vor, so etwa in: "Theologie in soziologischer Sicht" (1973), "Kirche begreifen" (1979), "Zukunftsfähigkeit. Suchbewegungen im Christentum" (1987), "Religion und Modernität" (1989) oder "Der Ruf nach Verantwortung" (1992). Sein jüngstes Buch trägt den brandaktuellen Titel: "Wie überlebt das Christentum?" (2000).

Edmund Arens

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