Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

UVEK: Besonders gefährliche Chemikalien: Genf erhält das Sekretariat der Stockholm-Konvention

Bern (ots) - Das Sekretariat der Konvention der Vereinten Nationen über persistente organische Schadstoffe (POPs) wird in Genf angesiedelt. Die erste Vertragsparteienkonferenz, die gegenwärtig in Punta del Este (Uruguay) zu Ende geht, hat die Schweizer Kandidatur gutgeheissen. "Die Wahl Genfs ist der Erfolg einer jahrelangen, konsequenten und engagierten Politik der Schweiz im UNO-Chemikalienbereich", betont Staatssekretär Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), der die Schweizer Delegation in Punta del Este leitet. "Die Errichtung des ständigen POPs-Sekretariats in Genf erlaubt Synergien mit anderen dort ansässigen Institutionen und hat eine wirkungsvollere Umweltpolitik zur Folge." Die Ansiedlung des Sekretariats der Konvention in Genf vervollständigt das Kompetenzzentrum in den Bereichen Chemikalien und Abfälle, das sich in den vergangenen Jahren um die Abteilung Chemie des Europäischen Büros des UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) gebildet hat. Genf beherbergt im Internationalen Haus der Umwelt bereits das Sekretariat des Basler Übereinkommens über die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle, das Sekretariat für den Bereich Chemikalien der PIC-Konvention über den Export von besonders gefährlichen Pestiziden und Chemikalien (Co-Sekretariat mit Rom) sowie das UNITAR (Ausbildungs- und Forschungsinstitut der UNO). Die POPs, zu denen auch Dioxine oder PCB zählen, sind für Mensch und Tier äusserst giftig. Sie reichern sich im Organismus an und können Krebs verursachen und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Die Stockholm-Konvention will die Herstellung und die Verwendung dieser Schadstoffe verbieten oder einschränken und die Emissionen auf ein Minimum verringern. Bis heute sind zwölf Chemikalien und Pestizide, das so genannte "schmutzige Dutzend", durch die Konvention geregelt (siehe Kasten). Die Vertragsparteien können weitere Stoffe zur Aufnahme in die Konvention vorschlagen. Die COP1 hat eine Expertengruppe eingesetzt, welche die Anträge prüfen und bewerten soll und die Vertragsparteienkonferenz bei der Entscheidfindung unterstützen wird. Bern, Punta del Este, 6. Mai 2005 UVEK Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation Presse- und Informationsdienst Auskünfte (Achtung! Bitte Zeitverschiebung beachten, –5 Stunden): Philippe Roch, Staatssekretär, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Tel. 079 277 51 88 Beat Nobs, Botschafter, Chef der Abteilung Internationales, BUWAL, Tel. 079 687 11 68 Georg Karlaganis, Chef der Abteilung Stoffe, Boden, Biotechnologie, BUWAL, Tel. 079 687 11 79 Beilagen: Kasten: Welche Stoffe gehören zum "schmutzigen Dutzend"? Rede von Staatssekretär Philippe Roch anlässlich der Eröffnung des ministeriellen Segments der ersten Vertragsparteienkonferenz der Stockholm-Konvention in Punta del Este (Uruguay) (in englisch) Internet: Website der Stockholm-Konvention über persistente organische Schadstoffe: http://www.pops.int/ Website des Internationalen Hauses der Umwelt in Genf: http://www.environmenthous.ch Kasten: Welche Stoffe gehören zum "schmutzigen Dutzend"? Folgende zwölf Schadstoffe unterliegen gegenwärtig der Konvention über die POPs: • Insektizide: Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex, Toxaphen • Fungizid: Hexachlorbenzol • Chemische Produkte, die bei der Herstellung anderer Chemikalien und der Verbrennung von Abfällen entstehen: Dioxine, Furane • Mischung chlorierter Kohlenwasserstoffe, die für verschiedene industrielle Zwecke verwendet werden, etwa zur Isolation von Transformatoren und Kondensatoren, als Farbzusatz und in Kunststoffen: PCB Siehe auch Faktenblatt "Aus für das 'schmutzige Dutzend': von Aldrin bis Toxaphen": http://www.umwelt- schweiz.ch/imperia/md/content/buwalcontent/folder/05-04-25pops/d.pdf

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