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Zürich (ots) - Der Publikumsrat SRG.D beschäftigte sich in der August-Sitzung einerseits mit «Tama ...

Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

MEDIENMITTEILUNG Naturpärke sind eine Chance für die Regionen

      Bern (ots) - Die Schweiz soll neue Pärke von nationaler Bedeutung
erhalten: Nationalpärke, Regionale Naturpärke und
Naturerlebnispärke. Der Bundesrat hat heute die entsprechende
Teilrevision des Natur- und Heimatschutzgesetzes verabschiedet. Er
war vom eidgenössischen Parlament ausdrücklich dazu aufgefordert
worden, nachdem er das Thema Pärke vor Jahresfrist aus finanziellen
Überlegungen aus der Legislaturplanung gestrichen hatte. Auf eine
finanzielle Beteiligung des Bundes an den Pärken will der Bundesrat
nach wie vor verzichten. Pärke von nationaler Bedeutung helfen,
aussergewöhnliche natürliche Lebensräume oder Landschaften von
besonderer Schönheit zu schützen und aufzuwerten. Gleichzeitig
begünstigen die Pärke die wirtschaftliche Entwicklung einer Region.
Sie geben neue Impulse für den Tourismus, schaffen neue
Arbeitsplätze und ermöglichen den Besuchern, die Natur zu erleben.
Wirtschaftlich lohnt es sich, Pärke zu schaffen. Dies zeigen
langjährige Erfahrungen im Ausland, aber auch mit dem
Schweizerischen Nationalpark im Kanton Graubünden: Die direkte
touristische Wertschöpfung des Parks beträgt jährlich
durchschnittlich 10 Millionen Franken; dank Beschäftigung und
Einkommen kommen indirekt weitere 7 Millionen Franken dazu. Drei
Park-Kategorien Aufbauend auf internationalen Erfahrungen soll es
künftig in der Schweiz drei Park-Kategorien geben: Nationalpärke,
Regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke (siehe Faktenblatt). •
Nationalpärke sind weltweit bekannt für ihren Wert als unberührte
Naturlandschaften und bei Besuchern beliebt zur Erholung. In ihrer
Kernzone sind grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe möglich.
Die Umgebungszone kann – in der Regel wie bisher – naturnah
bewirtschaftet werden. • Regionale Naturpärke sind europaweit seit
Jahrzehnten ein erfolgreiches Instrument, um wertvolle
Kulturlandschaften im ländlichen Raum zu erhalten und neu zu
beleben. Sie schaffen günstige Voraussetzungen für eine
ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung der Regi-on: Die
natürlichen und kulturellen Schätze werden gepflegt und bekannt
gemacht, die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaftsbetrieben sowie
Gewerbe und Dienstleistungsun- ternehmen gestärkt, die Vermarktung
regionaler Produkte gefördert und der gesellschaftliche Zusammenhalt
in der regionalen Bevölkerung wird vertieft. • Naturerlebnispärke
sind sozusagen die kleinen Brüder der Nationalpärke und liegen in
der Nähe von Ballungsräumen. In der Kernzone wird die Entwicklung
der Natur in keiner Weise eingeschränkt. In der Übergangszone kann
sich die städtische Bevölkerung erholen, die Natur geniessen und
Freizeitaktivitäten nachgehen. Erfüllt ein Park die gesetzlichen
Anforderungen, so wird er vom Bund anerkannt und erhält das Label
"Park von nationaler Bedeutung". Aus finanzpolitischen Überlegungen
hat der Bundesrat jedoch entschieden, auf eine finanzielle
Unterstützung durch den Bund zu verzichten. Das Label wertet das
Parkgebiet vorab auf dem touristischen Markt auf. Zudem darf die
Trägerschaft des Parks auch Qualitätsprodukte und -dienstleistungen
aus dem Parkgebiet mit dem Label auszeichnen. Die Verleihung solcher
Produktelabels soll nach einheitlichen Qualitätskriterien erfolgen.

    Pärke nur mit breiter lokaler Abstützung Rund 30 Parkprojekte, verteilt auf die ganze Schweiz und mit unterschiedlichem Konkretisierungsgrad – von der Projektidee bis hin zu bereits realisierten Massnahmen – sind inzwischen lanciert worden. Das Gebiet eines Parks muss hohe Natur- und Landschaftswerte aufweisen. Der Bund anerkennt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit nur Pärke, die auf regionalen Initiativen beruhen, von der lokalen Bevölkerung getragen werden und in ein kantonales Programm eingebunden sind. Den Kantonen kommt bei der Errichtung und beim anschliessenden Betrieb der Pärke von nationaler Bedeutung eine wichtige Rolle zu, indem sie die regionalen Initiativen unterstützen und begleiten. Aufgrund der heute bekannten Parkprojekte kann davon ausgegangen werden, dass in den nächsten zehn Jahren etwa zwei neue Nationalpärke, zehn Regionale Naturpärke und drei Na- turerlebnispärke entstehen werden. Die Anzahl zukünftiger Pärke in der Schweiz hängt ab von der Qualität der Natur- und Landschaftswerte einer Region, der Initiative der lokalen Bevölke- rung, den finanziellen Mitteln und der Verteilung der Projekte über die ganze Schweiz. Zehn parlamentarische Vorstösse und eine Petition Die Schaffung von Pärken von nationaler Bedeutung entspricht dem klaren Willen des Parlaments. Am 25. Februar 2004 hatte der Bundesrat auf Grund finanzieller Überlegung die Teilrevision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) aus der Legislaturplanung 2004-2007 gestrichen. Er erachtete es als inkonsequent, einerseits Entlastungsprogramme und Aufgabenverzichte einzuführen und anderseits neue Aufgaben des Bundes zu schaffen. Dieser Entscheid löste starke Reaktionen von Kantonen und Regionen sowie von Parlamentariern aus. Zehn parlamentarische Vorstösse und eine Petition von 340 Gemeinden wurden eingereicht. In der Herbstsession 2004 überwies das Parlament die Motion des Tessiner FDP-Ständerates Dick Marty (04.3048), die den Bundesrat auffordert, dem Parlament die behandlungsreife Botschaft umgehend vorzulegen.

Bern, 23. Februar 2005 UVEK Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation

Presse- und Informationsdienst Auskünfte: • Pressedienst Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, BUWAL, 031 322 90 00 Beilagen • Faktenblatt: Pärke für verschiedene Bedürfnisse und Nutzungen • Botschaft zur Teilrevision des Natur- und Heimatschutzgesetzes • Gesetzesentwurf Die Beilagen können heruntergeladen werden unter: http://www.umwelt- schweiz.ch/buwal/de/medien/presse/artikel/20050223/01154/index.html

Positive Erfahrungen mit Pärken im Ausland Umliegende Staaten setzen schon länger auf die ökonomische und ökologische Wirkung von Regionalen Naturpärken und Nationalpärken: In Frankreich gibt es rund 40 Regionale Naturpärke, deren Ziel die nachhaltige Entwicklung ist. In den Nationalpärken hingegen stehen Schutz und Erhaltung der Natur im Vordergrund. Auch in Italien bestehen die Kategorien Regionalpärke und Nationalpärke. Beide haben das Ziel, den Raum angemessen zu nutzen für Erholung, zu kulturellen, gesellschaftlichen, didaktischen und wissenschaftlichen Zwecken. Allerdings wird in den Regionalpärken den lokalen Gegebenheit bei der Nutzung mehr Gewicht beigemessen. Deutschland besitzt Naturpärke mit wertvollen Natur- und Landschaftselementen. Sie dienen der Bevölkerung in den Ballungsräumen als Naherholungsgebiete. Die deutschen Nationalpär- ke hingegen spielen eine wichtige Rolle im Naturschutz. Österreich kennt ebenfalls zwei Arten von Pärken: Naturpärke befinden sich in beachtenswerten Landschaften, die durch sanfte menschliche Tätigkeit gepflegt werden. In den Nationalpärken wird die Natur streng geschützt. Sie verfügen ebenfalls über eine Umgebungszone, die nachhaltig wirtschaftlich und sozial genützt werden darf. Links: Alle Staaten Europa http://www.parks.it/europa Frankreich http://www.parcs-naturels-regionaux.tm.fr http://www.parcsnationaux-fr.com Italien http://www.parks.it Deutschland http://www.naturparke.de http://www.europarc-deutschland.de Österreich http://www.naturparke.at http://www.parks.it/europa Schweiz http://www.nationalpark.ch



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