Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

Umweltverträgliche Entsorgung von Auto-Schredderabfällen

Bern (ots) - Sämtliche Auto-Schredderabfälle der Schweiz sollen während 12 Jahren in der geplanten RESH-Anlage in Martigny verwertet werden müssen. Dies schlägt das UVEK in einer Änderung der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) vor, die in Anhörung geschickt worden ist. Dadurch soll die spezialisierte Anlage amortisiert werden können, welche voraussichtlich ab Ende 2006 die umweltverträgliche Entsorgung von Autoabfällen sicher stellen wird. In der Schweiz fallen bei der Verwertung ausrangierter Autos und metallischer Geräte jährlich rund 50'000 Tonnen so genannte nichtmetallische Schredderabfälle (REststoffe aus ScHredderanlagen, RESH) an. Diese Abfälle werden heute in Verbrennungsanlagen des In- und Auslands gegeben; eine Art der Entsorgung, die zwar umweltverträglicher ist als die direkte Ablagerung (siehe Kasten 1), aber in Bezug auf die Ressourcenschonung nicht optimal ist. So können die in RESH noch enthaltenen Metalle nicht zurückgewonnen werden und die Verbrennungsrückstände müssen zusammen mit Kehrichtschlacke entsorgt werden. Lücke in Entsorgungstechnik schliessen Als Antwort auf dieses ungelöste Problem der schweizerischen Abfallwirtschaft beabsichtigt die Stiftung „Auto Recycling Schweiz“ (siehe Kasten 2) nun, in Monthey (VS) eine spezialisierte Anlage zur Entsorgung von RESH zu bauen. Die Anlage soll in einem mehrstufigen Verbrennungs- und Schmelzprozess die Metalle aus dem RESH zurückgewinnen und glasartige – und damit unproblematisch abzulagernde – Rückstände liefern. Zudem wird die anfallende Verbrennungsenergie zur Erzeugung von Dampf eingesetzt, der in der chemischen Industrie in Monthey 13'000 Tonnen Heizöl ersetzen kann. Diese moderne Behandlungsanlage schliesst eine wichtige Lücke in der heutigen Entsorgungstechnik. Mit der geplanten Inbetriebnahme der Anlage Ende 2006 wird die Schweiz voraussichtlich weltweit den höchsten ökologischen Stand bei der RESH-Entsorgung erreichen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der RESH weiterhin in Verbrennungsanlagen entsorgt. Nur in Monthey entsorgen Um die Realisierung der Anlage zu ermöglichen, schickt das UVEK nun eine Änderung der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) in die Anhörung. Zentraler Punkt darin ist die Festlegung eines Einzugsgebietes für RESH: Während 12 Jahren soll sämtlicher in der Schweiz anfallende RESH über die Anlage in Monthey entsorgt werden. Nur so kann laut "Auto Recycling Schweiz" die ökologisch hoch stehende Anlage amortisiert werden. Während dieser Frist wird der Entsorgungspreis der Preisüberwachung unterstellt. Die Verarbeitung der alten Fahrzeuge wird über einen von den Importeuren aufgrund freiwilliger Vereinbarungen entrichteten vorgezogenen Entsorgungsbeitrag finanziert. Neu hält die Verordnung ausserdem Anforderungen fest an die Behandlung von Schredderabfällen, die Eigenschaften der verglasten Rückstände sowie deren Ablagerung. Diese Kriterien hat das BUWAL aufgrund von umfangreichen Versuchen zur Stabilität der Rückstände erarbeitet. Die geplante RESH-Anlage muss diese Anforderungen einhalten. Bern, 19. August 2004 UVEK Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation Pressedienst Auskünfte: • Hans-Peter Fahrni, Chef Abteilung Abfall BUWAL, 031 322 93 28 • André Hauser, Sektion Industrie- und Gewerbeabfälle BUWAL, 031 323 13 35 Beilagen zu finden unter: http://www.umwelt- schweiz.ch/buwal/de/medien/presse/artikel/20040819/01109/index.html • Änderung der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) • Erläuternder Bericht zur Änderung der TVA zur Entsorgung von Schredderabfällen (RESH) Kasten 1 Fakten zu Schredderabfällen In der Schweiz werden jährlich rund 240'000 Fahrzeuge aus dem Betrieb genommen. Etwa 90'000 Altfahrzeuge werden exportiert, im Ausland repariert und weiterverwendet. Spezialisierte Firmen entsorgen die restlichen 150'000 Stück in der Schweiz. Sie demontieren die verwendbaren oder problematischen Teile. Anschliessend werden die Fahrzeuge in Schredderanlagen mechanisch zerkleinert. In der Schweiz ist es verboten, RESH zu deponieren, da er das Sickerwasser durch Schwermetalle und andere Problemstoffe belastet. RESH besteht aus einem Gemisch von Kunststoffen, Textilien, Gummi, Farbsplittern, Glas und Feuchtigkeit. Auch enthält er noch etwa ein Prozent an verwertbaren Metallen (Kupfer, Zink und Aluminium). Kasten 2 Stiftung "Auto Recycling Schweiz" Die Stiftung "Auto Recycling Schweiz" wurde 1992 gegründet mit dem Ziel, die umweltgerechte Entsorgung der in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeuge und insbesondere der nichtmetallischen Reststoffe aus Fahrzeugen (RESH) zu fördern. Mitglieder des Stiftungsrats sind: Paul Gemperli (Präsident, Alt- Ständerat), Christine Ungricht (Vize-Präsidentin, Emil Frey AG), Tony Wohlgensinger und Hanspeter Schick (auto-schweiz), Roland Frauchiger (AMAG Automobil- und Motoren AG), Walter Frey (Emil Frey AG), Niklaus Zürcher (ACS), Urs Wernli (AGVS), Kandid Hofstetter (ASTAG), Federico Karrer (Stiftungsratsbeauftragter, Experte für Entsorgung von Motorfahrzeugen), Martin K. Meyer (Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft des Kantons Bern), Stephan Thommen (Schweizerischer Shredder-Verband) und Josef Andres (TCS). Stiftung "Auto Recycling Schweiz" im Internet: http://www.stiftung- autorecycling.ch

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