Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

BUWAL: Weltwasserforum vom 16. bis 23. März 2003 in Kyoto (Japan) Für das Wasser der Welt - die Haltung der Schweizer Delegation in Kyoto

    Bern (ots) - Bern, 17. März 2003

    2010 wird die Hälfte der Weltbevölkerung in Regionen leben, wo Mangel an Wasser für Ernährung, Hygiene und Landwirtschaft ein Problem sein wird, ebenso wie Wasserüberfluss in Form von Überschwemmungen und anderen Naturgefahren. Eine weltweite Süsswasser-Strategie ist nötig: Um diese festzulegen treffen sich Vertreter von Staaten, internationalen Organisationen, NGOs und Wirtschaftskreisen am 3. Weltwasserforum vom 16. bis 23. März in Kyoto. Die Schweizer Delegation wird betonen: Umweltschutz und Entwicklung sind miteinander zu verbinden, um langfristig eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser lebenswichtigen Ressource sicherzustellen.

    Das Weltwasserforum ist der einzige Rahmen, um die Wasserproblematik - ein zentrales Thema des 21. Jahrhunderts - auf internationaler Ebene und in umfassender Weise anzugehen. Am 3. Weltwasserforum stehen fünf Themen im Vordergrund: Trinkwasser und Siedlungshygiene; Wasser zur Nahrungsmittelproduktion und ländliche Entwicklung; Schutz vor Verunreinigungen und Schutz der Ökosysteme; Katastrophenschutz und Risikomanagement; Ressourcenbewirtschaftung und Teilen von Nutzen. Die wichtigsten Beschlüsse und Entscheidungen werden in einer Erklärung festgehalten werden, die von den Ministern der teilnehmenden Länder verabschiedet werden soll.

    Die Schweizer Delegation steht unter der Leitung der Staatssekretäre Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), und Walter Fust, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Die Delegation, der auch das Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) angehört, wird folgende Standpunkte vertreten:

    - Ökosystem-Ansatz: Ökosysteme - insbesondere Wälder, Böden und Feuchtgebiete - fangen Wasser auf, filtern es, halten es zurück und geben es wieder ab. Ihr Schutz und ihre nachhaltige Nutzung sind unabdingbar, um qualitativ gute und quantitativ genügende Wasserressourcen sicherzustellen. Künftig müssen Wassernutzungspläne und wasserbe-zogene Projekte Schutz und nachhaltige Nutzung der Ökosysteme mit berücksichtigen. - Schweizerische Strategie beim Hochwasserschutz: Ein wirksamer Hochwasserschutz muss bei den Flusseinzugsgebieten ansetzen. Die in der Schweiz mit Erfolg angewandte Strategie könnte anderen Ländern mit ähnlichen naturräumlichen Bedingungen als Grundlage dienen.

    - Schutz vor Hochwasser und Dürre: In der Entwicklungszusammenarbeit muss der Schutz vor derartigen Naturkatastrophen prioritär behandelt werden; denn sie können langjährige Entwicklungsbemühungen innert kürzester Zeit zunichte machen.

    - Klimaänderung und Wasser: Die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Gewässersysteme müssen berücksichtigt werden in der langfristigen Bewirtschaftung der Flusseinzugsgebiete - ebenso in der Raumplanungs-, Umwelt- und Landwirtschaftspolitik.

    - Haftpflicht: Die Einführung einer Haftpflichtregelung für Unternehmen, welche die Umwelt über die Grenzen ihres Landes hinaus verschmutzen könnten, sollte auch auf glo-baler Ebene erfolgen. Vorbild ist das Haftpflichtprotokoll, das unlängst im Rahmen der UNO- Wirtschaftskommission für Europa (UNO/ECE) gutgeheissen worden ist. Die Einführung einer Haftpflicht hätte eine präventive Wirkung auf Unternehmen: Sie schafft Anreize, zusätzliche Massnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen; sollte dennoch ein Schaden eintreten, ermöglicht die Haftpflichtregelung, vom Schaden Betroffene auch in Nachbarländern zu entschädigen. Diese Idee war von der Schweiz auf europäischer Ebene und im Bereich Wasser mit Erfolg lancierte worden.

    - Zugang zu Wasser für alle: Wasser ist ein allgemeines Gut mit wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem und ökologischem Wert. Jedem einzelnen dieser Werte muss gesondert Rechnung getragen werden. Diese Tatsache ist bei den gegenwärtig auf sämtlichen Kontinenten stattfindenden Privatisierungsvorhaben zu berücksichtigen. Insbesondere müssen die Regierungen der armen Bevölkerung den Zugang zu Wasser auch dann garantieren, wenn die Versorgungsnetze privatisiert werden.

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Während des Weltwasserforums: - Elisabeth Maret, Informationsbeauftragte, BUWAL, +81 90 2159 98 55

Beilagen 5 Faktenblätter zu den Hauptthemen der Schweizer Delegation

Internet - Aktuelle Berichte der Schweizer Delegation in Kyoto auf: http://www.umwelt-schweiz.ch - http://www.world.water-forum3.com/



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