Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

Schwerpunkte der künftigen Umweltforschung - Beratende Kommission des BUWAL

    Bern (ots) - Die Beratende Kommission für Umweltforschung (BKUF/CCRE) des BUWAL wird neu vom Genfer Professor Peter Tschopp präsidiert. Die Kommission hat Grundsätze und Prioritäten für die künftige Umweltforschung festgelegt. Diese liegen in den Bereichen Gefährdung von Mensch und Umwelt, Verlust natürlicher Ressourcen, Klimaänderung sowie Umgang der Gesellschaft mit Risiken. Auf der Basis dieser Schwerpunkte soll bis im kommenden Herbst das «Forschungskonzept Umwelt für die Jahre 2004 bis 2007» erarbeitet werden.

    An einer Klausurtagung hat die BKUF/CCRE Visionen zur Umweltforschung in der Schweiz entwickelt. Die Schwerpunkte der Umweltforschung der nächsten Jahre sind in der Erklärung von Gerzensee» festgehalten (siehe Beilage):

    - Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Schadstoffe, physikalische Belastungen und künstlich veränderte Organismen

    - Verlust der natürlichen Ressourcen sowie der biologischen und landschaftlichen Vielfalt

    - Änderung des Klimas und dessen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft

    - Umgang der Gesellschaft mit Risiken

    In einem rohstoffarmen Land wie der Schweiz kommt der Wissenschaft und der Forschung für den Arbeitsplatz Schweiz besondere Bedeutung zu. Für die Umsetzung der Schwerpunkte müssen deshalb gemäss BKUF/CCRE genügend Forschungsgelder bereitgestellt werden. Zudem müsse die transdisziplinäre Forschung als eigenständige Form der Forschung anerkannt und durch geänderte Ausschreibungsverfahren gefördert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die internationale Forschungszusammenarbeit.

    Förderung der Transdisziplinarität

    In der «Erklärung von Gerzensee» hält die BKUF/CCRE weiter fest: Umweltforschung befasst sich mit Fragestellungen, die mehrere Fachbereiche und Akteure betreffen - Transdisziplinarität müsse deshalb gefördert werden, d.h. die gemeinsame Durchführung von Forschungsprojekten durch mehrere Disziplinen sowie die Zusammenarbeit der Forschenden mit den Anwendern der Ergebnisse. Dies könne unter anderem durch die Schaffung neuer Studiengänge und Lehrstühle geschehen.

    Da die Diskrepanz zwischen vorhandenem Wissen und entsprechendem Handeln gross ist, reicht gemäss BKUF/CCRE die akademische Forschung allein nicht aus. Die Gesellschaft als solche müsse diese Diskrepanz erkennen und die Konsequenzen daraus ziehen. Die beratende Kommission schlägt vor, die interessierten Akteure von Anfang an in die Problemdefinition der Forschung einzubeziehen. Zudem seien die Ergebnisse gemeinsam durch Betroffene und Forschende umzusetzen und zu kommunizieren. So können die Ergebnisse der Umweltforschung eine wichtige Voraussetzung und Grundlage spielen für die Vorbereitung und Durchführung einer wirksamen, effizienten und nachhaltigen Umweltpolitik.

ots Originaltext: BUWAL
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
BUWAL Bundesmat für Umwelt, Wald und Landschaft
Pressedienst

Peter Tschopp
Präsident der Beratenden Kommission für Umweltforschung BKUF/CCRE
Tel.    +41/22/908'57'11
Mobile +41/79/220'14'79

Philippe Roch
Direktor BUWAL
Mobile +41/79/277'51'88

Bruno Oberle
Vizedirektor BUWAL
Tel. +41/31/322'24'94

Arthur Mohr, BUWAL
Chef der Abteilung Ökonomie und Forschung
Tel. +41/31/322'92'29

Beilagen:
-Mitgliederliste der BKUF/CCRE
-«Erklärung von Gerzensee»

    Beratende Kommission für Umweltforschung

    Zur Förderung der Umweltforschung hat das BUWAL 1999 die Beratende
Kommission für Umweltforschung eingesetzt. Die Ziele der BKUF/CCRE
als Begleit- und Konsultativorgan des BUWAL sind unter anderem die
verstärkte Ausrichtung der Umweltforschung auf die Früherkennung und
Problemvermeidung, die Erzielung einer wirksamen Analyse und Lösung
der Probleme sowie die Koordination und Vereinfachung der Strukturen
in der Umweltforschung.

    Der Arbeit der BKUF/CCRE liegt ein Mandat des BUWAL zugrunde, das
kürzlich neu formuliert worden ist. Den Vorsitz hat Peter Tschopp
inne, Direktor des Institut universitaire de hautes études
internationales (HEI) in Genf. Die Kommission setzt sich zusammen aus
Vertretern der Wissenschaft, der Wirtschaft sowie der
Bundesverwaltung (siehe beiliegende Mitgliederliste).



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