Bundesamt für Landwirtschaft

AOC-Eintrag für „Munder Safran“

      (ots) - Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat heute die
Bezeichnung „Munder Safran“ in das Register der geschützten
Ursprungsbezeichnungen (GUB/AOC) eingetragen. Der ausserhalb des
Wallis kaum bekannte Munder Safran ist das erste schweizerische
Gewürz mit geschützter Ursprungsbezeichnung.
Der Safran, von dem man sagt, er vereine Sonne und Poesie in sich,
mutet exotisch an. Dabei wird er in der Schweiz produziert. Gewonnen
wird er aus den Narben (Teile des Griffels) der Blume Crocus sativus
L., die jeweils im Herbst geerntet wird. Im Wallis betreibt man den
Safrananbau seit dem Mittelalter. Heute hält nur noch die
Oberwalliser Gemeinde Mund diese Tradition am Leben. Die Klima- und
Bodenverhältnisse in Mund sind günstig und für die Schweiz
einzigartig; der Munder Safran wird denn von Kennern auch sehr
geschätzt.
Im Dorf beteiligen sich alle Mitglieder der Pflanzerfamilien an der
Herstellung des wertvollen Gewürzes. Die damit verbundene Arbeit ist
anspruchsvoll und wird ausschliesslich von Hand verrichtet. Für ein
Kilo getrockneten Safran müssen 120’000 Blüten gepflückt werden.
Obwohl der Safran deshalb teurer ist als Gold, kann kein Pflanzer in
Mund von dieser Produktion leben. Seit Jahrhunderten kultiviert, ist
der Safran fester Bestandteil des kulturellen, sozialen und
wirtschaftlichen Lebens der Einwohner dieser Region. Munder Safran
wird für die Herstellung von Hefekuchen, Teigwaren und alkoholischen
Getränken verwendet und von den Gastwirten der Region traditionellen
Speisen beigemischt.
Mit dem Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen
Angaben lassen sich Gebietsnamen und traditionelle Bezeichnungen von
landwirtschaftlichen Erzeugnissen schützen, deren Qualität und
Haupteigenschaften durch ihre geografische Herkunft bestimmt werden.
Für das Register der Weinbezeichnungen sind die Kantone zuständig.
Ist ein Name geschützt, darf er nur von den Produzenten des
entsprechend definierten geografischen Gebiets benutzt werden, die
sich an ein detailliertes Pflichtenheft halten. Die Eintragungs-
gesuche müssen öffentlich aufgelegt werden. Binnen einer Frist von
drei Monaten können Personen, die ein schutzwürdiges Interesse
geltend machen können sowie die Kantone Einsprache erheben.
Das Register der Ursprungsbezeichnungen (GUB/AOC) und geografischen
Angaben (GGA) zählt heute 16 Eintragungen: 12 GUB und 4 GGA. Die
damit ausgezeichneten Produkte heben sich von den anderen
Erzeugnissen derselben Art wie Käse, Spirituosen, Würste und
Trockenfleisch ab und umfassen auch ein Gemüse, ein Roggenbrot und
ein Maismehl. Einzelheiten dazu sind unter www.blw.admin.ch (Rubrik
Ursprungsbezeichnungen) zu finden.
Für weitere Auskünfte:
Philippe Herminjard, Sektion Spezialkulturen und Weinwirtschaft,
Tel. 031 322 25 26
Isabelle Pasche, Hauptabteilung Produktion und Internationales,
Tel. 031 322 25 39
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