Bundesamt für Landwirtschaft

Anerkannte Bodenanalysemethode im ökologischen Leistungsnachweis

      (ots) - Ab Anbaujahr 2004/2005 müssen für die Erfüllung des ökologischen
Leistungsnachweises (ÖLN) die Bodenanalysen alle 10 Jahre mit der
Ammoniumacetat-EDTA-Methode vorgenommen werden. Für die
Düngungsplanung werden für gewisse Böden zusätzlich komplementäre
Methoden benötigt.
Für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) müssen Betriebe, die
nicht gemäss Direktzahlungsverordnung (DZV) von der
Bodenuntersuchungspflicht befreit sind, die Böden aller Parzellen
nach anerkannten Methoden der Eidg. Forschungsanstalten analysieren
lassen. Ab Ernte der Hauptkultur 2004 oder spätestens ab 1. Januar
2005 ist die Ammoniumacetat-EDTA-Methode (AAE10) für die
Bodenanalyse obligatorisch. Die Bodenanalysen müssen mindestens alle
10 Jahre vorgenommen werden. Analysen, die älter als 10 Jahre sind,
müssen gemäss dieser Methode erneuert werden; in den anderen Fällen
muss spätestens vor Ablauf des 10-Jahresintervalls erstmals mit der
AAE10-Methode beprobt werden.
Auf Anregung der Bodenlabors hat das BLW 1996 beschlossen, für den
ÖLN eine einheitliche Bodenuntersuchungsmethode festzulegen. Von den
zahlreichen im In- und Ausland verwendeten Methoden ist keine für
sämtliche in der Schweiz vorkommenden Böden und für alle
Anwendungszwecke (Düngungsplanung, Monitoring der
Nährstoffversorgung von Böden) gleichermassen geeignet. In der
Schweiz wurden im Feldbau bisher vor allem die CO2- und die
Ammoniumacetat-EDTA-Methode (AAE10) verwendet, in den
Spezialkulturen die H2O- und die AAE10-Methode. Die AAE10-Methode
extrahiert im Gegensatz zu den CO2- und H2O-Methoden auch einen Teil
der schwerer löslichen Phosphorfraktion. Die Phosphorreserven im
Boden, ein wesentliches Element der Nährstoffversorgung von Böden,
werden dadurch besser erfasst. Die Bodenfruchtbarkeit ist ein
wichtiger Indikator zur Überwachung der Nachhaltigkeit der
Landwirtschaftspolitik.
Die AAE10-Methode kann zurzeit gemäss den aktuellen „Grundlagen für
die Düngung im Acker- und Futterbau“ (GRUDAF) in höchstens 70
Prozent der Böden für die Düngungsplanung korrekt interpretiert
werden. Vor allem bei kalkhaltigen und tonreicheren Böden ist das
Interpretationsschema für diese Methode noch ungenügend. Für die
Düngungsplanung und -beratung ist bei Böden, die mit der AAE10-
Methode nicht interpretiert werden können, vorderhand zusätzlich die
CO2- oder die H2O-Methode gemäss den Empfehlungen der
Düngungsrichtlinien der Forschungsanstalten für die einzelnen
Kulturengruppen einzusetzen. Auf dieser Basis kann die optimale
Bemessung der Grunddüngung auch auf den für die AAE10-Methode
problematischen Böden erfolgen sowie eine gleichmässige Verteilung
der Nährstoffe auf die verschiedenen Parzellen eines Betriebes
sichergestellt werden.
Für weitere Auskünfte:
Victor Kessler, Sektion Ökologische Direktzahlungen,
Tel. 031 323 31 34
Bundesamt für Landwirtschaft
Presse- und Informationsdienst



Weitere Meldungen: Bundesamt für Landwirtschaft

Das könnte Sie auch interessieren: