Bundesamt für Landwirtschaft

BLW: BLW: Plantomycin wird zur Bekämpfung des Feuerbrands nicht zugelassen

      (ots) - Das Pflanzenschutzmittel Plantomycin mit dem Wirkstoff Streptomycin
wird in der Schweiz zur Bekämpfung des Feuerbrandes nicht
zugelassen. Die Bundesbehörden haben ein Gesuch für das
Inverkehrbringen des Produkts geprüft und abgelehnt. Überlegungen
zum Schutz der Gesundheit standen beim Entscheid im Vordergrund. Der
Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobsts. In der
Schweiz liegt das Schwergewicht bei der Bekämpfung des Feuerbrands
wie bisher bei den präventiven hygienischen Massnahmen. Bei
gravierendem Befall mit entsprechenden Ertragsausfällen werden die
vorsorglichen Massnahmen durch gezielte finanzielle Entschädigungen
durch den Bund und die Kantone ergänzt.
Zu Beginn des Jahres 2002 ist dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)
ein Gesuch für die Zulassung von Plantomycin zur Bekämpfung des
Feuerbrands im Obstbau eingereicht worden. Das Pflanzenschutzmittel
Plantomycin enthält den antibiotischen Wirkstoff Streptomycin. Es
wird in einigen Ländern im Obstbau gegen den Erreger der
Feuerbrandkrankheit, das Bakterium Erwinia amylovora, eingesetzt.
Der Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobsts. Nach
Prüfung der eingereichten Unterlagen kommen die Bundesbehörden zum
Schluss, dass für eine Zulassung für Plantomycin im Obstbau keine
Bewilligung erteilt werden kann. Überlegungen zum Schutz der
Gesundheit stehen dabei im Vordergrund, insbesondere die
Befürchtung, dass Resistenzgene gegen Antibiotika auch auf
Krankheitserreger des Menschen übertragen werden könnten.
Bei der Bekämpfung des Feuerbrands verfolgt die Schweiz eine
dreistufige Strategie: In erster Linie wird Verhinderung, danach
Tilgung und schliesslich Eindämmung des Befalls angestrebt.
Detailliertere Angaben zu dieser Bekämpfungsstrategie und
Erläuterungen zu den verschiedenen zugehörigen Massnahmen finden
sich unter www.feuerbrand.ch.
Die derzeit praktizierten Massnahmen werden ergänzt durch
finanzielle Abgeltungen durch den Bund und die Kantone. So können
die Obstproduzenten bei starkem Feuerbrandbefall in Obstanlagen im
Rahmen der bisher üblichen Abfindung für grossen Ertragsausfall
entschädigt werden. Seit 2001 sind in der Schweiz drei
Pflanzenschutzmittel mit einer Wirkung gegen Feuerbrand bewilligt:
Kupfer, Myco-Sin (schwefelsaure Tonerde) und Biopro (Bacillus
subtilis). Seit dem 1. Januar 2003 ist als weitere neue Massnahme
die Produktion, das Inverkehrbringen und die Einfuhr der Gattung
Cotoneaster und zweier weiterer wichtiger Wirtspflanzen des
Feuerbrands (Photinia davidiana und Photinia nussia) verboten.
International wird die Suche nach geeigneten
Pflanzenschutzmassnahmen intensiv fortgesetzt.
Für weitere Auskünfte:
Oliver Félix, Abteilung Produktionsmittel, Tel. 031 322 25 86
Heinz Reust, Abteilung Chemikalien, Bundesamt für Gesundheit,
Tel. 031 322 96 25
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