Bundesamt für Landwirtschaft

Agrarstützung in OECD-Ländern: Schweizer Bauern an der Spitze

Bern (ots) - Die OECD kritisiert in ihrem heute in Paris und Washington erscheinenden Monitoring-Bericht zu den Agrarpolitiken, dass die Schweizer Landwirte im Vergleich zu den OECD - Mitgliedsländern am stärksten gestützt werden. Die OECD anerkennt jedoch die mit der Agrarpolitik 2002 erzielte Verlagerung der Agrarstützung auf nicht produktionsgebunde-ne Direktzahlungen und befürwortet die weiteren Reformbestrebungen im Rahmen der AP 2007. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) begrüsst die im Bericht «Agrarpolitiken in den OECD-Ländern: Monitoring und Evaluation 2002» erstmals differenzierter ausgefallene Beurteilung der Schweizer Agrarpolitik. Das OECD-Urteil fiel für die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern mit hohen Agrarstützungsniveaus wie Norwegen, Japan und Südkorea vergleichsweise positiv aus. Beifall findet vor allem die Verlagerung der Agrarstützung von produktionsstimulierenden, marktverzerrenden und wenig einkommenswirksamen Instrumenten wie der Marktpreisstüt-zung, hin zur Abgeltung von gezielten, nicht produktionsgebundenen Leistungen wie die ökolo-gische Landbewirtschaftung und die Biodiversität. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird aber nach wie vor als ungenügend qualifiziert. Weitere Reformen sind nach Ansicht der OECD nötig. Das neue Landwirtschaftsgesetz der USA, welches den amerikanischen Bauern in den näch-sten 10 Jahren 180 Milliarden Dollar zugesteht und im Vergleich zur früheren Agrarpolitik eine eigentliche Kehrtwende darstellt, ist in diesem Bericht nicht berücksichtigt. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass das neue Agrargesetz der USA dem Schweizerischen Anliegen einer wettbe-werbsorientierten, aber auch nachhaltigen Landwirtschaft besser entspricht. Das BLW weist darauf hin, dass es die Berechnung der Agrarstützung anhand von Indikatoren (PSE, CSE, TSE) nach wie vor skeptisch beurteilt. So unterscheidet die OECD in ihrem Wert für die Gesamtstützung und im Stützungsanteil an den Betriebseinnahmen nicht zwischen Markt-preisstützung und von der Nahrungsmittelproduktion entkoppelten Direktzahlungen zur Errei-chung von Umwelt- und anderen Zielen. Der Wert für die Gesamtstützung beträgt für die Schweiz 7,1 Milliarden Franken. Der Stützungsanteil an den Betriebseinahmen beträgt 69 Prozent. Die Unterteilung des PSE zeigt hingegen für die Schweiz grosse Veränderungen in den letzten Jahren: Die Marktpreisstützung ging deutlich zurück, während die an den ökologischen Lei-stungsnachweis gekoppelten Abgeltungen für produktionsungebundene, spezifische Leistungen stiegen. Das BLW wird sich auch in Zukunft im Agrarkomitee der OECD dafür einsetzen, dass die PSE-Berechnungsmethode den Schweizer Reformen besser Rechnung trägt. ots Originaltext: BLW Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Anders Gautschi, Sektion Internationales, Tel. +41/31/322'25'95 Bundesamt für Landwirtschaft Presse- und Informationsdienst

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