Fürstentum Liechtenstein

ikr: Einsparungen im Gesundheitsbereich durch Ablauf des Patents

Vaduz (ots/ikr) - Der Patentablauf eines Medikaments führt dazu, dass wesentlich günstigere Generika auf den Markt gelangen. Das umsatzstärkste Medikament in Liechtenstein wird in Kürze den Patentschutz verlieren, so dass hier grosses Einsparungspotential besteht.

Das Medikament Crestor ist ein häufig verschriebenes Präparat zur Einstellung des Cholesterinspielgels. Innerhalb seiner Wirkstoffklasse ist es vergleichsweis teuer, weil bisher ein Patentschutz bestand. Dieser Schutz besteht noch bis Mitte Jahr. Das bedeutet, dass in absehbarer Zeit günstigere Präparate mit demselben Wirkstoff erhältlich sein werden.

Wie oft in derartigen Fällen bringt auch der Hersteller des Originalmedikaments frühzeitig günstigere Produkte unter einem neuen Namen auf den Markt. Diese werden als Co-Marketing-Präparate bezeichnet. Der Hersteller bescheinigt gegenüber der Zulassungsstelle, dass sein Originalmedikament und das von ihm erzeugte Co-Marketing-Präparat absolut identisch sind. Konkret bestätigt er die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung des Fertigproduktes in Bezug auf Wirkstoffe, Hilfsstoffe und Primärpackmittel sowie dass das gleiche Herstellungsverfahren angewendet wird. Co-Marketing-Präparate sind somit in ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise identisch mit dem Originalpräparat, sie unterscheiden sich lediglich in der Bezeichnung und der Verpackung. Der Preis ist jedoch wesentlich geringer.

Die Regierung bestimmt seit einigen Jahren mit Verordnung, dass in derartigen Fällen von den Kassen nur noch der Preis dieses sogenannten Co-Marketing-Präparats vergütet wird. Es ist davon auszugehen, dass die Regierung bei ihrer nächsten regulären Überarbeitung der Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz (KVV) dieses Medikament in die Liste der Co-Marketing-Präparate aufnehmen wird. Für die Patientinnen und Patienten ist es aber jetzt schon möglich, dieses Präparat anstelle des Originalpräparats zu verlangen. Ebenso können Ärzte und Apotheker heute schon das wesentlich günstigere Co-Marketing-Präparat abgeben. Die Kostenersparnis kann für die Versicherten eine deutliche Reduktion der Kostenbeteiligung zur Folge haben.

Die meistverwendete Dosierung von 10 mg kostet beim Originalpräparat Crestor beispielsweise CHF 134.75 für eine Packung von 100 Tabletten, während das Co-Marketing-Präparat Crestatin mit CHF 51.90 weniger als 40% des Originalpräparats kostet. Bei der Einnahme einer Tablette pro Tag können damit pro Jahr rund CHF 300 eingespart werden. Crestor war mit einem Umsatz von CHF 866'000 im vergangenen Jahr das umsatzstärkste Medikament in Liechtenstein. Der Preisabschlag von über 60% wird also Einsparungen von rund CHF 520'000 pro Jahr zur Folge haben.

Grundsätzlich wird empfohlen, durch eine gesunde Lebensweise dafür zu sorgen, die Cholesterinwerte in einem unkritischen Bereich zu halten, denn die Einnahme von Medikamenten ist oft mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden.

Kontakt:

Ministerium für Gesellschaft
Sandro D'Elia, Generalsekretär
T +423 236 60 10



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