Fürstentum Liechtenstein

ikr: Fünftes Jahrestreffen der betrieblichen Datenschutzverantwortlichen

Vaduz (ots/ikr) - "Uns als Datenschutzstelle ist es ein grosses Anliegen, Liechtensteinische Unternehmen dabei zu unterstützen, den zukünftigen Anforderungen an den betrieblichen Datenschutz bestmöglich gerecht zu werden. Aus diesem Grund haben wir ein Expertenpapier zum risikobasierten Datenschutz (Risk Based Approach) - ein Reformvorhaben im Rahmen des EWR, das voraussichtlich Ende 2015 verabschiedet wird - und dessen Auswirkungen auf die heimischen Unternehmen in Auftrag gegeben", sagt Philipp Mittelberger, Datenschutzbeauftragter des Fürstentums Liechtenstein.

Anlässlich des fünften Jahrestreffens der betrieblichen Datenschutzverantwortlichen, das am 17. September 2015 in Vaduz stattfand, präsentierte Christine Wohlwend, geschäftsführende Partnerin des Liechtensteiner IT-Beratungsunternehmens elleta AG, die wesentlichen Inhalte des Expertenpapiers*.

"Wir erwarten, dass der risikobasierte Ansatz zur Bewertung von Datenschutzerfordernissen bis 2018 in Europa und auch in Liechtenstein in Kraft treten wird", erläutert Christine Wohlwend. Sie ist überzeugt, dass dieser Paradigmenwechsel in der Datenschutzgesetzgebung - weg vom aktuell bestehenden "Verbotsprinzip" hin zu einer "Risikoorientierung" - eine Erleichterung für die heimische Wirtschaft darstellen wird. «Denn bestehende Schwächen der gültigen Richtlinie würden geschlossen und der Europäische Binnenmarkt somit harmonisiert und gestärkt. Zudem könnten Unternehmen, die in anderen Bereichen bereits Risk-Management-Prozesse etabliert haben, diese problemlos um die Kriterien des Datenschutzes erweitern."

Für Unternehmen ist es empfehlenswert, sich bereits heute mit den wesentlichen Änderungen vertraut zu machen und die Implementierung eines Risikoprozesses im Bereich Datenschutz zu planen. Denn zukünftig werden Zuwiderhandlungen gegen die Datenschutz-Grundverordnung mit merklich höheren Strafen versehen.

Website-Analyse: Sind Liechtensteiner Unternehmen unfreiwillige Datenhändler?

Michael Valersi, stellvertretender Datenschutzbeauftragter, präsentierte die Auswertung einer Analyse der Websites aller Mitgliedsunternehmen im Hinblick auf Datenschutzkonformität. Die meisten Internetauftritte zeigten Verbesserungspotenzial in Bezug auf Informationspflicht (Datenschutzerklärung), Sicherheit (Verschlüsselung insbesondere von Kontaktformularen und Login-Bereichen) sowie Weitergabe von Daten (Einsatz von Website-Analysetools, Tracking).

"Den wenigsten Websitebetreibern ist bewusst, dass sie durch unverschlüsselte Formulare oder den Einsatz von kostenlosen Trackingtools, wie Google Analytics, unfreiwillig zu Datenhändlern werden. Denn Unternehmen wie Google speichern die gesammelten Daten und werten diese aus, um damit Geld zu verdienen. Wir raten unseren Mitgliedern insbesondere im Zusammenhang mit der Erstellung von Besucherstatistiken daher zu spezifizieren, ob und welche Daten erfasst und ausgewertet werden sollen. Auf dieser Basis ist dann zu entscheiden, welches Analysetool sinnvoll ist. Es gibt durchaus Alternativen zu Google & Co.", fasst Michael Valersi zusammen. Ebenfalls rät er dazu, vor allem dem Schutz der personenbezogenen Daten hohes Augenmerk zu schenken, also Kontaktformulare und Login-Bereiche durch eine Verschlüsselung zu schützen.

Information, Networking und Gedankenaustausch im Fokus Die 26 Vertreter und Vertreterinnen von 25 Liechtensteiner Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistung, Industrie und IT/Telekommunikation sowie Institutionen aus dem sozialen und dem Gesundheitsbereich erhielten einen Einblick in die Tätigkeiten der Datenschutzstelle während der vergangenen 12 Monate, zum Beispiel in Bezug auf den Automatischen Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten (AIA).

"Mit diesen jährlichen Treffen bieten wir unseren Mitgliedsunternehmen einen Mehrwert, indem wir informieren, relevante Entwicklungen aufzeigen und Hilfestellung leisten. Ebenso bedeutend sind diese Veranstaltungen auch als Networking-Plattform, an denen der Gedankenaustausch gefördert und dadurch Synergien geschafft werden", fasst Philipp Mittelberger das Ziel der Veranstaltung zusammen.

* Die vollständige Studie «Risikobasierter Datenschutz - eine Zwischenbilanz im andauernden Trilog-Verfahren der EU» von Christine Wohlwend, elleta AG, finden Sie unter folgendem Link: http://www.llv.li/#/112156/aufsatze

Kontakt:

Datenschutzstelle
Philipp Mittelberger, Datenschutzbeauftragter
T +423 236 60 91



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