Fürstentum Liechtenstein

ikr: Vorarlberger Psychiatriekonzept vorgestellt
Regierungsrat Pedrazzini besucht Vorarlbergs Landesrat Bernhard: Austausch über psychiatrische Versorgung in den jeweiligen Ländern

Vaduz (ots/ikr) - Das neue Vorarlberger Psychiatriekonzept stößt auf grenzüberschreitendes Interesse. Gemeinsam mit Fachexperten informierte sich Regierungsrat Mauro Pedrazzini bei Gesundheitslandesrat Christian Bernhard am Montag, 22. Juni, über die Schwerpunkte des Vorarlberger Psychiatriekonzepts.

Psychisch erkrankte Menschen sollen leichter und wohnortsnah zu einer passgenauen Hilfe und Behandlung kommen. Das ist das Ziel des Vorarlberger Psychiatriekonzepts 2015-2025, sagte Gesundheitslandesrat Bernhard. Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Konzepts wurde mit der Einrichtung einer Landesstelle für Psychiatriekoordination getan.

Landesstelle und regionale Anlaufstellen

Seelische Leiden und psychische Krankheiten, die aus akuten Krisen und Dauerbelastungen entstehen können, sind eine ganz besondere Herausforderung für Betroffene sowie deren Angehörige, sagte Bernhard. Unterstützungsleistungen sollen möglichst integrativ im Lebensumfeld der Betroffenen erfolgen. In diesem Sinne sieht das unter Federführung des Landes Vorarlberg gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und Leistungsanbietern erarbeitete Psychiatriekonzept, das Anfang 2014 veröffentlicht wurde, zwei grundlegende Innovationen vor - zum einen die Einrichtung einer Landesstelle für Psychiatriekoordination - zum anderen regionale Anlaufstellen für seelische Gesundheit und soziale Fragen in den Bezirken.

Die neue Landesstelle Psychiatriekoordination soll für die Abstimmung aller Aktivitäten im Bereich seelische Gesundheit und psychische Erkrankung sorgen. Hauptaufgabe ist die Umsetzung wichtiger Entwicklungsprojekte, insbesondere

   - sozialpsychiatrische Dienste auf Bezirksebene, 
   - ambulant betreutes Wohnen als Leistung der Integrationshilfe, 
   - sozialpsychiatrische Ambulanzen für Kinder und Jugendliche, 
   - aufsuchende Krisen- und Notfallhilfe außerhalb normaler 
     Dienstzeiten, 
   - Arbeitsrehabilitation für psychisch erkrankte Menschen, 
   - integrative Beschäftigungsprogramme. 

Vorgesehen sind die Reorganisation der sozialpsychiatrischen Beratungsstellen vom Arbeitskreis Sozialmedizin (AKS) bzw. von Pro Mente Vorarlberg (PMV) zu vier Sozialpsychiatrischen Diensten (zuständig für je einen Bezirk, falls erforderlich mit Außenstellen) sowie der systematische Ausbau ambulanter Wohnbetreuung zur Verhinderung bzw. Verkürzung einer Heimbetreuung. "Das sind wohnortnahe Angebote und keine unnötige Einschränkung der eigenständigen Lebensführung", so Bernhard.

Interesse an grenzüberschreitender Zusammenarbeit

"Es ist interessant zu sehen, wie unsere Nachbarn mit den Herausforderungen im Bereich der psychosozialen Versorgung umgehen. Vor allem das niederschwellige, kostensparende Angebot auf lokaler, wohnortnaher Ebene ist dabei sehr wertvoll," fasst Regierungsrat Pedrazzini die Eindrücke des Besuchs zusammen. Beide Seiten zeigten sich an einer Zusammenarbeit und grenzüberschreitenden Vernetzung sehr interessiert.

Kontakt:

Ministerium für Gesellschaft
Sandro D'Elia, Generalsekretär
T +423 236 60 10



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