Fürstentum Liechtenstein

ikr: Liechtenstein an der Tagung des Gouverneursrates der EBWE in Tiflis

Vaduz (ots/ikr) - Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer, der in seiner Funktion als Wirtschaftsminister Gouverneur für Liechtenstein bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ist, nahm in Begleitung von Roland Marxer, dem Stellvertretenden Gouverneur, an der Jahrestagung des Gouverneursrates der EBWE vom 13. und 14. Mai 2015 in Tiflis teil.

Die EBWE kann wiederum auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Ein schwieriges internationales Umfeld forderte ihr viel Flexibilität ab, und sie schaffte es, trotz der erschwerten Bedingungen ein Investitionsvolumen von beinahe 9 Mrd. Euro zu erzielen. 377 Projekte in über 30 Schwellenländern untermauern den Ruf der Bank als zuverlässiger Partner, der einen wichtigen Beitrag im Transformationsprozess zur Erreichung eines nachhaltigen und langfristigen Wachstums in den Empfänger-Regionen leistet.

Ein besonderes Augenmerk hatte die Bank auch der Krise in der Ukraine geschenkt. Liechtenstein begrüsst dies sehr und wünscht eine Fortsetzung eines tatkräftigen Engagements der EBWE in diesem mit vielen Herausforderungen konfrontierten Land. Weitere positive Zeichen sind die Etablierung von Aktivitäten der Bank in den SEMED-Ländern Ägypten, Jordanien, Marokko und Tunesien und die Zusammenarbeit mit Zypern und Griechenland.

Der liechtensteinische Gouverneur Thomas Zwiefelhofer führte in seinem Statement anlässlich der Plenarversammlung unter anderem Folgendes aus: "Aktivitäten zur Förderung der nachhaltigen Nutzung von Energie und Ressourcen und der Energiesicherheit sowie Aktivitäten zur Förderung von Projekten im Bereich des Umweltschutzes und der Bekämpfung des Klimawandels geniessen für uns einen hohen Stellenwert. Wir begrüssen ausdrücklich auch die Unterstützung der Reformen zur Bekämpfung der Korruption und zur Verbesserung des Geschäftsklimas in den relevanten Regionen. Die Vertiefung von wirtschaftlichen und institutionellen Reformen erscheint uns weiterhin als vordringliche Aufgabe. Solche Reformen können die Empfängerländer auf einen höheren Produktivitäts- und Wachstumspfad bringen. Besonders wichtig erscheint uns auch die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Finanzinstitutionen und der EU."

Liechtenstein ist seit deren Gründung im Jahr 1991 Mitglied der EBWE, die ihren Sitz in London hat. Der damalige Beitritt erfolgte, als Teil der damaligen Osteuropahilfe Liechtensteins, im Rahmen der liechtensteinischen Solidarität bei der Unterstützung Osteuropas angesichts der damaligen grundlegenden Veränderungen in Europa. Ziel der Bank war und ist die Förderung des wirtschaftlichen Transformationsprozesses in den osteuropäischen Ländern. Dabei soll die Entwicklung hin zu einer Marktwirtschaft mit privaten unternehmerischen Aktivitäten unterstützt werden. Die EBWE fördert strukturelle und sektorenspezifische Reformen sowie Wettbewerb, Privatisierung und Unternehmertum. Sie unterstützt durch ihre Finanzierung die Gewinnung von Ko-Finanzierungen und direkten Auslandsinvestitionen sowie die Mobilisierung inländischen Kapitals. Investitionen erfolgen überwiegend in Privatunternehmen, meist zusammen mit Geschäftspartnern.

Die Bank leistet darüber hinaus technische Zusammenarbeit in einschlägigen Bereichen und kooperiert mit internationalen Finanzinstitutionen und internationalen und nationalen Organisationen. Förderungswürdig sind insbesondere Banken, Industriebetriebe und Unternehmen, dabei sowohl Neugründungen als auch Investitionen in bestehende Firmen. Kooperationen mit der öffentlichen Hand zielen auf Privatisierungen, die Restrukturierung staatlicher Firmen und die Verbesserung kommunaler Dienstleistungen ab. Ihrem Mandat zufolge darf die EBWE nur dort tätig werden, wo demokratische Grundsätze eingehalten werden. Auch ökologische Aspekte spielen eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Finanzierungsinstrumente sind Darlehen, Kapitalbeteiligungen, Garantien sowie Finanzierungen über Vermittlungsstellen, an denen die Bank sich beteiligt.

Kontakt:

Ministerium für Inneres, Justiz und Wirtschaft
Roland Marxer
Telefon +41 79 173 39 42



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