Fürstentum Liechtenstein

ikr: Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini besucht den Sachwalterverein.

Vaduz (ots/ikr) - Im Jahr 2011 wurde in Liechtenstein das Beistandsrecht reformiert und als neues Sachwalterrecht eingeführt. Gleichzeitig ist auch das Vereinssachwaltergesetz (VSG) in Kraft getreten, das die gesetzliche Grundlage für die Gründung und die Aufgaben des Sachwaltervereins beinhaltet. Die Tätigkeiten des Amtsvormundes, die vormals vom Amt für Soziale Dienste ausgeführt wurden, sind seit der Gründung des Sachwaltervereins an diesen übertragen worden.

Am Montag, 10. November 2014, besuchte Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini die Geschäftsstelle des Sachwaltervereins in Triesen, um sich über das breite Tätigungsfeld des Vereins zu informieren. Hauptaufgabe des Vereins ist die Übernahme von Sachwalterschaften. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins übernehmen seit 2011 die Aufgaben der Vormundschaft und Beistandschaft. Neben den Mitarbeitenden des Vereins sind auch ehrenamtliche Personen als Sachwalter tätig. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Triesen. Der Verein ist unabhängig von Gericht und Verwaltung und vertritt Personen, denen auf gerichtlichen Beschluss ein Sachwalter (bisher Vormund) bestellt ist.

Die Vertretung ist je nach Bedarf und Fähigkeit der Betroffenen eingeschränkt. Dies kann die Verwaltung des Einkommens und/oder des Vermögens, die Vertretung in Liegenschaftsverwaltung, bei Rechtsgeschäften oder Behördenverfahren betreffen. Der Vertretungsumfang einer Sachwalterschaft ist auf den jeweiligen Bedarf des Einzelnen abgestimmt.

Als weitere Kernaufgaben bieten die Mitarbeiter/-innen der Geschäftsstelle kostenlose Beratung rund um das Thema Sachwalterschaft an. Insbesondere bei der Anregung von Sachwalterschaften wird dieser Dienst zunehmend in Anspruch genommen.

Präsidentin Martina Haas sagt zum Anspruch des Sachwaltervereins: "Der Sachwalterverein ist ein Ort für Menschen mit speziellen Bedürfnissen. Uns nach aussen hin offen und einladend für Betroffene, Angehörige und Interessierte zu präsentieren ist uns sehr wichtig."

Der Sachwalterverein betreut derzeit 63 Klienten. Seit Gründung des Vereins wird ein jährlicher Anstieg der Klientenzahl von ca. 15% wahrgenommen. Einer der Gründe des Anstieges liegt in der positiven Akzeptanz der Sachwalterschaft als Dienstleistung. Die Mitarbeiter /-innen arbeiten nach ethischen Grundsätzen unter dem Motto - "So viel Hilfe wie nötig und so viel Selbstverantwortung wie möglich". Sachwalterschaft soll demnach bei den Betroffenen als Unterstützung bei der Lebensbewältigung erlebt werden, weniger als Einschränkung und schon gar nicht als Bestrafung. "In Zusammenarbeit mit bestehenden, stationären und ambulanten Sozialeinrichtungen sind wir bestrebt eine optimale soziale und medizinische Betreuung für unsere Klienten zu schaffen." so Josef Thaler, Sachwalter und Geschäftsstellenleiter.

Kontakt:

Ministerium für Gesellschaft
Sandro D'Elia, Generalsekretär
T +423 236 60 10



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