Fürstentum Liechtenstein

ikr: Chancengleichheitspreis 2013: Erster Preis für das Projekt "Femmes Tische" des Eltern Kind Forums

Vaduz (ots/ikr) - Am 8. März 2013 wurden die Gewinnerinnen und Gewinner des Chancengleichheitspreises 2013 im Fürst-Johannes-Saal des Regierungsgebäudes ausgezeichnet. Den ersten Preis erhielt das Projekt "Femmes Tische" des Eltern Kind Forums.

Um den 13. Chancengleichheitspreis konnten sich Projekte aus den Bereichen Behinderung, Alter, soziale Benachteiligung, sexuelle Orientierung, Migration und Integration sowie Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann bewerben. Acht Organisationen und Privatpersonen haben sich dieses Jahr mit ihren Projekten um den Chancengleichheitspreis beworben.

Bewertet wurden die Projekte durch eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Ressorts Familie und Chancengleichheit und der Stabsstelle für Chancengleichheit sowie von verschiedenen Interessensgruppen (Konferenz der Ausländervereine, Seniorenbund, Behinderten-Verband, Frauennetz und Verein für Männerfragen) zusammensetzt.

Acht Bewerbungen

In diesem Jahr haben sich folgende Organisationen und Privatpersonen um den Chancengleichheitspreis beworben: Barbara Banzer und Alexander Ott mit dem Projekt "Förderung von Chancengleichheit durch Mediation"; der Dachverband der Elternvereinigungen der liechtensteinischen Schulen mit dem Projekt "Starke Eltern - Starke Kinder - Starke Schulen"; das Eltern Kind Forum mit "Femmes Tische"; der Verein Jugendrat in Liechtenstein mit "Jugendrat Liechtenstein"; die Informations- und Kontaktstelle für Frauen (infra) zusammen mit dem Liechtensteinischen ArbeitnehmerInnenverband (LANV) mit dem Ratgeber "Mobbing am Arbeitsplatz"; das NetzWerk mit "Freiwilliges Soziales Jahr"; der Verein für interkulturelle Bildung mit dem Projekt "Ich spiele Deutsch" und die Wirtschaftskammer mit "HALO die Hausaufgaben-Lobby".

Erster Preis und zwei Anerkennungspreise vergeben

Der erste Preis mit dem Wanderpreis und einem zweckgebundenen Barpreis in der Höhe von 20'000 Franken geht dieses Jahr an das Eltern Kind Forum für das Projekt "Femmes Tische". Die beiden Anerkennungspreise zu je 5'000 Franken gehen an die Wirtschaftskammer Liechtenstein sowie an die infra gemeinsam mit dem LANV.

"Femmes Tische": Wissensaustausch in der Muttersprache

Das Eltern Kind Forum stellt in verschiedenen Projekten die Elternbildung in den Vordergrund und spricht damit eine Vielzahl von Eltern an. Was aber ist zu tun, wenn sich Eltern die Kosten für die Elternbildungskurse nicht leisten können? Oder wenn sie nicht über die üblichen Kanäle über die Angebote informiert werden können? Wenn erschwerend Sprachbarrieren hinzukommen? Gerade diese Eltern gilt es zu erreichen, denn Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund schneiden in der Schule im Durchschnitt schlechter ab. Genau hier setzt das Projekt "Femmes Tische" an.

Bei "Femmes Tische" diskutieren Frauen Erziehungs- und Gesundheitsthemen in ihrer jeweiligen Muttersprache. Moderiert werden diese Gesprächsrunden, die meist in einem privaten Rahmen stattfinden, von ausgebildeten Moderatorinnen. Die Moderatorinnen sprechen zusätzlich zu ihrer Muttersprache Deutsch und verfügen über ein grosses soziales Netzwerk. An den moderierten Gesprächsrunden erhalten die Teilnehmerinnen Informationen über Fachstellen und Unterstützungsangebote. Ihre Integration wird gefördert, ebenso wie die Pflege der kulturellen Identität. Durch die Vernetzung der Frauen werden auch die Chancen der Kinder auf eine gelingende Schullaufbahn positiv beeinflusst.

"HALO die Hausaufgaben-Lobby"

Jugendliche mit schulischen Problemen haben es schwer, eine Anstellung bei einem Lehrbetrieb zu finden. Auch Lehrabbrüche sind keine Seltenheit. Für den Ausbildungsbetrieb bedeuten schwächere Lernende einen grösseren Personalaufwand.

Um diese Jugendlichen zu unterstützen und ihre Chancen auf eine gute Ausbildung und einen guten Abschluss zu erhöhen, schuf die Wirtschaftskammer die Hausaufgaben-Lobby, kurz HALO. Bei "HALO" können Jugendliche, begleitet von Freelancern, ihre Hausaufgaben erledigen oder sich auf Prüfungen vorbereiten. Falls Fragen auftauchen, die nicht gleich geklärt werden können, nehmen die Lernenden die Fragen mit in die Ausbildungsbetriebe. Die Ausbilder und Ausbilderinnen helfen bei Fragen gerne weiter und honorieren dies sogar, denn die Fragen zeigen, dass seitens der Lernenden Interesse an der Materie besteht. Mit dem Projekt "HALO" wird das Selbstvertrauen der Jugendlichen gestärkt und Betriebe werden in der Ausbildung von Lehrlingen unterstützt.

"Mobbing am Arbeitsplatz"

Mobbing am Arbeitsplatz ist verletzend. Mobbing am Arbeitsplatz bedeutet Leid - und es bedeutet hohe Kosten. Denn Mobbingopfer haben signifikant mehr gesundheitliche Probleme, sie leiden an Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Ängsten. Bezüglich Geschlecht, Alter, Bildung oder beruflicher Position gibt es keine grossen Unterschiede, wohl aber bei der Staatszugehörigkeit: Ausländerinnen und Ausländer werden fast doppelt so häufig gemobbt wie Inländerinnen und Inländer.

Die infra und der LANV möchten für Mobbingopfer, aber auch für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen und für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, einen für Liechtenstein spezifischen Ratgeber erarbeiten, der die hier geltenden gesetzlichen Grundlagen abbildet. Die Broschüre soll von Mobbing Betroffenen Rat und Unterstützung bieten und die Rechte und Pflichten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber darstellen. In begleitenden Aktionen soll auch die Öffentlichkeit über das Thema Mobbing informiert werden.

Kontakt:

Stabsstelle für Chancengleichheit
Rahel Schatzmann
T +423 236 60 60


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