Fürstentum Liechtenstein

ikr: Internationale Aktionswoche gegen gefährliche Medikamente aus dem Internet

Vaduz (ots/ikr) - Der Import von Arzneimitteln ist in der Schweiz und Liechtenstein streng reguliert. Aus guten Gründen: Nicht den Qualitätsanforderungen entsprechende Medikamente aus unsicheren Quellen gefährden die Gesundheit oder sogar das Leben. Um die Bevölkerung vor illegalen Machenschaften zu schützen, fand die Aktionswoche "PANGEA V" statt.

Vom 25. September bis zum 2. Oktober fand eine internationale Aktionswoche statt, bei der Arzneimittelbehörden, Zollstellen und Polizei eng zusammenarbeiteten. Dabei wurde die Schliessung illegaler Webseiten im Internet angeordnet und verdächtige Arzneimittel-sendungen beschlagnahmt. Ein weiterer Fokus lag auf Kreditkarten-Zahlungssystemen und Auslieferung der Ware.

Weltweite Zusammenarbeit

Durch die zunehmende Globalisierung steigt der Aktions- und Informationsbedarf.

Insgesamt nahmen 100 Länder und 193 Behörden an der Aktion teil. Auf Flughäfen und Poststellen wurden international mehr als 133'000 verdächtige Postsendungen begutachtet und fast 7'000 Pakete beschlagnahmt sowie über 18'000 illegale Webseiten geschlossen. Auch fanden Hausdurchsuchungen und Festnahmen statt. Koordiniert wurde die Aktion von INTERPOL, der Weltzollorganisation (WCO), dem internationalen Forum zur Bekämpfung der Arzneimittelkriminalität (PFIPC) sowie den Heilmittelbehörden. Die Schweiz führte die Kontrollen zusammen mit dem Fürstentum Liechtenstein durch.

In der Schweiz und Liechtenstein arbeiteten die zuständige Heilmittelbehörden Swissmedic und Amt für Gesundheit eng mit der Schweizerischen Zollverwaltung und der Post zusammen. Liechtenstein nahm dieses Jahr das erste Mal an einer solchen internationalen Aktion teil, die Schweiz bereits zum fünften Mal. Dabei untersuchten Fachleute rund 750 Pakete, wovon rund die Hälfte illegale Importe darstellten.

Bei den beschlagnahmten Arzneimitteln handelte es sich vor allem um Erektionsförderer, gefolgt von Schlankheitsmitteln, Psychopharmaka und Antibiotika.

Wer im Internet Arzneimittel aus unsicheren Quellen bestellt, geht ein hohes Risiko ein, denn es besteht keine Garantie, dass die bestellte Ware tatsächlich den deklarierten Wirkstoff enthält oder die entsprechende Dosierung aufweist. Auch Verunreinigungen sind möglich. Bei Antibiotika besteht zudem nicht nur für den Besteller eine Gefahr, sondern auch für die gesamte Bevölkerung, da durch nicht überwachte Antibiotikatherapien Resistenzen entstehen können.

Swissmedic schätzt, dass pro Jahr ungefähr 100'000 Arzneimittelsendungen in das Zollgebiet der Schweiz (inkl. Liechtenstein) importiert werden. Davon ist ca. die Hälfte illegal. Dies kann für die Besteller nicht nur gefährlich für die Gesundheit, sondern auch strafbar sein.

Link: http://www.swissmedic.ch/marktueberwachung/00091/00944/index.html?lang=de http://www.interpol.int/en/News-and-media/News-media-releases

Kontakt:

Amt für Gesundheit
Brigitte Batliner
T + 423 236 73 25



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