Fürstentum Liechtenstein

ikr: Landesrechnung 2011
Umstellung der Rechnungslegung

Vaduz (ots/ikr) - Die Bestimmungen zur Rechnungslegung des Landes wurden mit dem neuen Finanzhaushaltsgesetz geändert und erstmals mit der Landesrechnung 2011 angewendet. Die neue Rechnungslegung betrifft einerseits Inhalt und Darstellung der Landesrechnung, die beispielsweise nun eine Erfolgsrechnung, eine Mittelflussrechnung und einen erweiterten Anhang mit zusätzlichen Informationen zur Landesrechnung enthält. Andererseits gelten damit auch neue Bewertungs- und Bilanzierungsregeln bzw. das international vorherrschende Prinzip von "true and fair" also der tatsachengetreuen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Erfolgsrechnung weist künftig die drei Teilergebnisse "Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit", "Finanzergebnis" und "Ausserordentliches Ergebnis" aus. Das Finanzergebnis enthält nebst dem Resultat der extern verwalteten Vermögen neu auch Wertveränderungen von Beteiligungen des Finanzvermögens sowie Beteiligungserträge, wozu auch die Dividende der Liechtensteinischen Landesbank AG gehört. Da Positionen des Finanzvermögens (mit Ausnahme der Liegenschaften) neu zu Marktwerten statt wie bisher zum Niederstwert bewertet werden, dürfte das Finanzergebnis künftig noch grösseren nicht planbaren Schwankungen unterworfen sein.

Als weitere Folge der neuen Bewertungssystematik erfolgt zum Umstellungszeitpunkt eine Neubewertung der Bilanzpositionen. Daraus resultiert eine Netto-Aufwertung in Höhe von CHF 561 Mio., die hauptsächlich auf Wertanpassungen der Sachanlagen (Grundstücke, Hoch- und Tiefbauten) und Wertschriften des Finanzvermögens zurückzuführen ist.

Resultat der Landesrechnung

Das vergangene Jahr war für die liechtensteinische Volkswirtschaft von hohen Unsicherheiten geprägt. Das Atomunglück in Japan, die europäische Schuldenkrise und damit zusammenhängend der starke Schweizer Franken sowie die strukturellen Schwierigkeiten der USA belasten nach wie vor die Ertragslage der Exportindustrie aber auch der Banken. Überraschenderweise erhöhte sich die Anzahl der in Liechtenstein beschäftigten Personen im Vorjahresvergleich dennoch um 3.1%.

Die wichtigsten Feststellungen im Überblick:

die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von CHF -160 Mio. ab

das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit von CHF -138 Mio. beinhaltet einmalige Erträge im Umfang von rund CHF 52 Mio.

das Finanzergebnis beträgt CHF -9 Mio. und liegt um CHF 122 Mio. unter dem Vorjahreswert

die Nettoinvestitionen liegen mit CHF 15 Mio. auf dem tiefsten Niveau seit Jahren

in der Gesamtrechnung resultiert eine Mittelabnahme in Höhe von CHF 123 Mio.

Ausblick

Das Resultat der Landesrechnung 2011 zeigt in aller Deutlichkeit die strukturelle Schieflage des Landeshaushaltes auf und unterstreicht die Notwendigkeit des von Landtag und Regierung eingeschlagenen Wegs zur Haushaltssanierung. Ab 2012 greifen zusätzliche Entlastungsmassnahmen. Die grössten Entlastungen bilden dabei die beschlossenen Anpassungen bei den Finanzzuweisungen an die Gemeinden sowie die Abschaffung der Subvention der Nichtberufsunfallversicherung. Diese beiden Massnahmen werden den Landeshaushalt um rund CHF 50 Mio. entlasten. Allerdings werden ab 2013 die Erträge aus der Couponsteuer entfallen, welche mit der neuen Steuergesetzgebung abgeschafft wurde. Die Rechnung 2011 enthält noch Couponsteuererträge in Höhe von CHF 59 Mio. Die Zielsetzung des Sanierungsprojekts besteht darin, ab 2015 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, wozu die Regierung nebst den beiden erwähnten eine Fülle von weiteren Massnahmen beschlossen hat. Die Haushaltssanierung stellt eines von fünf Handlungsfeldern des Teilziels "Fiskalpolitische Handlungsfähigkeit erhalten" der langfristig ausgerichteten Agenda 2020 dar.

Kontakt:

Thomas Lorenz, Stabstelle Finanzen
T +423 236 61 14



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