Fürstentum Liechtenstein

ikr: Wertvolle Gotteshäuser in Eschen und Nendeln

Vaduz (ots/ikr) - Die Pfarrkirche St. Martin in Eschen und die Kapelle St. Sebastian und Rochus in Nendeln wurden in das Verzeichnis der geschützten Denkmäler im Fürstentum Liechtenstein aufgenommen.

Auf dem Territorium der Gemeinde Eschen besassen seit dem Mittelalter die Klöster St. Gallen, St. Luzi in Chur und Pfäfers Güter. Eschen war lange Zeit der Hauptort des Unterlandes und bei der Kapelle auf Rofenberg tagte das Gericht. Die seelsorgerische Betreuung oblag bis zur Säkularisation im Jahre 1838 der Benediktinerabtei Pfäfers. Die Kirchenbauten sind heute im Besitz der Gemeinde Eschen. Mit den kürzlich erfolgten Unterschutzstellungen entspricht die Regierung dem Wunsch der Eigentümerin, die beiden Sakralgebäude dauerhaft zu sichern und der Nachwelt ungeschmälert zu erhalten. Die Bauten sind als authentische Zeugnisse der liechtensteinischen Baukultur architektonisch und kulturgeschichtlich wertvoll.

Von Stuttgarter Architekten geplant

Die Pfarrkirche St. Martin steht im Eschner Dorfzentrum leicht westlich der im Jahre 1893 abgebrochenen Vorgängerkirche aus dem Mittelalter. Für den Neubau wurden von der hiesigen Pfarrei Pläne der Stuttgarter Architekten Battenmeyer und Adolf Kleber beigezogen. Sie waren ursprünglich für eine nicht zur Ausführung gelangte Kirche in Rankweil bestimmt. Die Segnung der Kirche fand im Dezember 1894 statt, 1895 war der Bau vollendet. Im Oktober 1895 weihte der Churer Bischof Johannes Fidelis Battaglia den Altar. Die im neugotischen Stil ausgeführte Frontturmkirche ist als dreischiffige Basilika mit eingezogenem Chor ausgebildet. Mit der zurückhaltenden und mit einfachen Formelementen versehenen Kirchenfassade wurde ein Gestaltungsmuster nach Liechtenstein gebracht, welches in der süddeutschen Sakralarchitektur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Die Verwendung gotischer Formen lässt deutlich spüren, welch intensive und zugleich naive Beziehung im eklektizistischen Sinne die Architekten zu den Bauwerken des Mittelalters hatten. Nichtsdestotrotz zeugt die Kirche von einer ausgezeichneten architektonischen Qualität, sowohl bezüglich seiner Proportionalität als auch seiner strengen, formalästhetischen Gestaltung. Das Innere des Sakralbaus ist heute von den Renovations- und Umbauarbeiten der Jahre 1977 bis 1979 geprägt. Die Neuinterpretation des von der ursprünglich historisierenden Schablonenmalerei bereinigten Innenraums mit erhöhtem und in italienischem Marmor gehaltenem Altarbezirk erfolgte durch den Künstler Georg Malin. Der monumentale neugotische Hochaltar von 1894 füllt immer noch den Chorabschluss aus. Mit einer von Heiligen assistierten Kreuzigungsgruppe und einer reichen filigranen, goldgefassten Architektur bildet er die festliche Ausstattung im Kirchenraum.

Strassenbau bedingte Neubau in Nendeln

Die Kapelle St. Sebastian und Rochus in Nendeln wurde 1935 erbaut und ersetzte die alte und baufällige Kapelle aus dem 17. Jahrhundert. Diese musste schliesslich 1941 wegen der Verbreiterung der Landstrasse abgebrochen werden. Der Neubau entstand weiter nördlich an leicht erhöhter Lage nach Plänen von Architekt Josef Steiner aus Schwyz. Der grösste Teil der Baukosten konnte durch Spenden gedeckt werden. Die Altarwand im Innern ziert eine Wandmalerei mit der hl. Dreifaltigkeit auf blauem Grund. Davor steht der blockhafte und mit grüner Keramik und der Inschrift "JESUS" verkleidete Altartisch.

Kontakt:

Hochbauamt, Abt. Denkmalpflege und Archäologie
Patrick Birrer, Denkmalpfleger FL
T +423 236 62 82



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