Fürstentum Liechtenstein

ikr: Wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe im Fürstentum Liechtenstein im Jahr 2010 - Ergebnis der Vorauswertung

Vaduz (ots/ikr) - Landwirtschaftliches Einkommen stark zurückgegangen

Im Jahr 2010 hat das landwirtschaftliche Einkommen in Liechtenstein um durchschnittlich 22 Prozent abgenommen. Ausschlaggebend dafür waren die Reduktion der Rohleistung und eine Zunahme der Fremdkosten. Das ernüchternde Ergebnis aus dem Vorjahr hat sich somit fortgesetzt.

Die Landwirtschaftbetriebe haben im Jahr 2010 substantielle Einbussen beim landwirtschaftlichen Einkommen und beim Arbeitsverdienst (Lohn der Familienarbeitskräfte) hinnehmen müssen. Der Arbeitsverdienst liegt im Auswertungsjahr um 32 Prozent unter dem Einkommen eines Angestellten in der übrigen Wirtschaft.

Abgenommen haben die Rohleistung aus der landwirtschaftlichen Produktion (Tierhaltung und Pflanzenbau). Diese Reduktion ist eine Folge von tieferen Rohstoffpreisen (v.a. bei Milch und Fleisch) sowie den witterungsbedingten Ertrags- und Qualitätseinbussen im Pflanzenbau.

Zugenommen haben die Fremdkosten (Kosten der Produktionsfaktoren). Dies resultiert aus der Zunahme der Sachkosten in der Tierhaltung und der gestiegenen Personalkosten, sowie Pacht- und Schuldzinsen. Auffallend ist die gestiegene Anzahl an Betrieben, welche einen negativen Arbeitsverdienst erwirtschaften und somit von ihrer Substanz leben. In der Folge stehen den Betrieben weniger Mittel für Privatausgaben, Investitionen oder Schuldentilgung zur Verfügung.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche (+2.9 Prozent) und die Tierbestände (+4.8 Prozent) haben sich im Durchschnitt aller Betrieb erhöht. Auch die Zahl der Arbeitskräfte auf den Betrieben ist um 1.6 Prozent gestiegen. Sowohl im Tal- als auch im Berggebiet wurden Zunahmen verzeichnet. Somit setzt sich der Trend zu grösseren Betrieben auch 2010 fort.

Die Analyse zeigt die Bedeutung der staatlichen Transferzahlungen. Ohne einkommensverbessernde Direktzahlungen wäre ein Grossteil der Landwirtschaftbetriebe nicht existenzfähig. Die vorliegenden Ergebnisse resultieren aus der Vorauswertung. Derzeit läuft die Detailanalyse, welche bis Mitte Januar 2012 abgeschlossen ist. Dies bildet die Grundlage für die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik.

Kontakt:

Landwirtschaftsamt
Julius Ospelt, Leiter
T +423 236 66 00


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