Fürstentum Liechtenstein

pafl: "Tag gegen Lärm" - Lauter ist nicht besser

Vaduz (ots/pafl) - Unser Alltag ist laut: Verkehrslärm, Lärm am Arbeitsplatz, Freizeitlärm. Zusätzlich beschallen sich viele Menschen freiwillig permanent über Kopfhörer oder sind im öffentlichen Raum ungewollt lauter Hintergrundmusik ausgesetzt. Neben gesundheitlichen Auswirkungen kann diese Dauerbeschallung auch soziale und gesellschaftliche Folgen haben.

1877 erfand der Amerikaner Thomas Alva Edison den Fonografen und hörte als erster Mensch eine Aufnahme seiner eigenen Stimme. Die Erfindung des Fonografen war nicht nur ein Meilenstein der Technik im ausgehenden 19. Jahrhundert, sie sollte auch die Auffassung der modernen Gesellschaft von Musik umwälzen. Fast 150 Jahre später hören wir Musik normalerweise ab einem Tonträger - absichtlich oder zwangsläufig. Rund 80 Prozent der Jugendlichen besitzen heute einen tragbaren MP3Player und öffentliche Räume ohne Hintergrundmusik werden zur Seltenheit.

Kopfhörer: Gehörgefährdung und akustische Isolation

Einerseits kann die dauerhafte Beschallung mit hohen Lautstärken zu Beeinträchtigungen des Gehörs führen, andererseits hat diese Dauerbeschallung auch soziale und gesellschaftliche Auswirkungen. Heutige MP3Player kann man bis zirka 100 Dezibel aufdrehen. Bei dieser Lautstärke darf man gerade mal zwei Stunden wöchentlich Musik hören ohne das Gehör zu gefährden. Studien zeigen, dass Jugendliche zwar mehrheitlich "vernünftige" Schallpegel um 80 Dezibel wählen. Doch der durchschnittliche Musikkonsum hat sich mit rund 100 Minuten pro Tag gegenüber 1996 verdoppelt. Hier heisst es also unbedingt: Lauter ist nicht besser!

Sind die "Knöpfe" permanent im Ohr kann sich daraus auch eine soziale Isolation ergeben. Man nimmt die Welt um sich herum nicht mehr wahr, kann mit den Mitmenschen nicht mehr interagieren und blendet die (akustische) Umwelt vollständig aus. Der störende "Umweltlärm" wird mit absichtlich gewähltem Schall überdeckt. Im Strassenverkehr kann diese "Verstöpselung" der Ohren gefährlich sein, da laute Musik in den Ohren die Aussengeräusche übertönt.

Konzert- und Discobesuch

An einem Konzert oder in der Disco trägt laute Musik wesentlich zur Stimmung bei. Nicht nur aus gesundheitlicher Sicht sondern auch für den Hörgenuss ist lauter nicht besser. Zu hohe Schallpegel führen zu einer (vorübergehenden) Vertäubung des Gehörs (Gefühl von Watte im Ohr) und schmälern den Musikgenuss. Qualitativ gute, dem Musikstil angepasste Technik erlaubt heute auch mit mässigen Schallpegeln druckvollen Sound und spürbare Bässe.

Auf die Lautstärke kommt es an

Wie so oft im Leben kommt es auf das Mass an. Erfolgt die Beschallung nur kurz oder in gemässigter Lautstärke, besteht für die Ohren keine Gefahr, ebenfalls kann die akustische Umwelt noch wahrgenommen werden. Bei der Hintergrundmusik in öffentlichen Räumen ist die Lautstärke definitionsgemäss in den meisten Fällen nicht das Problem. Doch die Zwangsbeschallung kann das Sprachverständnis - gerade in Restaurants und Bars - enorm erschweren und somit auch als lästig empfunden werden.

Der diesjährige Tag gegen Lärm möchte unter dem Motto "Lauter ist nicht besser" auf die Problematik der freiwilligen aber auch der ungewollten Dauerbeschallung aufmerksam machen und die Bevölkerung sensibilisieren.

Kontakt:

Amt für Umweltschutz
Manfred Bischof
T + 423 236 61 85
www.laerm.ch
www.aus.llv.li/lärm



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